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Schlagwort: Corporate Digital Responsibility

Plattform-Ökonomie digital nachhaltig: Empfehlungen für KMU und Handwerk

Vor kurzem durfte ich für das handwerk Magazin ein Interview zur digitalen Nachhaltigkeitsstrategie von KMU geben. Es ist inzwischen unter dem Titel Digitale Nachhaltigkeitsstrategie: „Unternehmer müssen auch digital verantwortlich handeln“ erschienen und hier nachzulesen.

Das Thema ist mehr als spannend, denn auch traditionsreiche Wirtschaftszweige wie das Handwerk werden von der Digitalisierung stark verändert: Sie können bspw. neue Marketing- und Vertriebswege gehen, ihre Dienstleistungen vermitteln lassen, die Kundenbeziehung von Anfang an über Social Media ganz persönlich gestalten. Digitaltechnologie bietet effizientere Produktionsmethoden, z. B. via 3D-Druck, dem Einsatz von Robotik oder Augmented Reality. Das „Werk“ als individuelles Produkt kann durch neu in den Mittelpunkt gesetzt werden.  

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Jahresrückblick 2018: Digitalisierung ist kein Technik-Thema …

… und fällt auch nicht vom Himmel. Diese Erkenntnis ist inzwischen mitten in der Gesellschaft angekommen. Und doch fehlt es noch an vielen Stellen an zukunftsgestaltenden Aktivitäten – aber nicht überall in diesem Lande! Meine Highlights dazu im Rückblick aur das vergangene Jahr:

Techies und Ökos machen „gemeinsame Sache“

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Bye-bye, Cowboys!

Im „digitalen Wilde Westen“ werden Daten aus dem Hinterhalt erbeutet und zu Geld zu gemacht. Es gilt das „Recht des Stärkeren“ – der globalen Konzerne – und es wird ohne Rücksicht auf Verluste (von Nutzern, Kunden und Bürgern) vorgegangen (vgl. z.B. Facebook und Cambridge Analytica Skandal).

Vielen Unternehmen ist inzwischen klar, dass sich diese Phase der „Freibeuterei“ dem Ende nähert. Europäische Unternehmen verfolgen eigene, gesellschaftlich getragene Visionen der Digitalisierung – jenseits des „Silicon Valley“. Sie überdenken daher ihre Geschäftsmodelle in Bezug auf mehr Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung im Digitalzeitalter. Aktuell entwickelt sich gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen zu „Corporate Digital Responsibility“. Dazu schreibe ich in meinem Artikel „Vom „Wilden Westen“ zur Digitalisierung mit Verantwortung: Corporate Digital Responsibility entwickelt sich“ auf der tbd*, dem „digitalen Zuhause für Menschen, die die Welt verbessern möchten“. Den vollständigen Artikel findet ihr hier.

Zudem sind alle Nachhaltigkeitsmanager, -interessierte und sonstige Changemaker, die sich für dieses noch junge Gebiet des Nachhaltigkeitsmanagements interessieren, herzlich zu meinem

Webinar „Innovatives CSR- & Nachhaltigkeitsmanagement“ “ am 26. Oktober 2018, 12:00 bis 13:00,

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DFLA18: 400 Digitalexpertinnen „onstage“

Awards sind so eine Sache, finde ich. Man könnte den Eindruck bekommen, dass es in diesen Zeiten der individuellen Nabelschau für die geringsten Nichtigkeiten einen Award gibt, bei dem es vor allem um Selbstvermarktung geht.

Und trotzdem bin ich im Moment stolz darauf, beim „Digital Female Leader Award 2018“, dem DFLA18, nominiert zu sein!

Denn es geht bei diesem Award um keine Nichtigkeit. Sondern um die Rolle von Frauen im Zuge dieses globalen und allumfassenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels, vor dem wir stehen – der Digitalisierung. Ich bin keine Feministin, aber ich erlebe heute in Deutschland immer noch, dass Macht gerne in den „Boy´s networks“ bleibt – und Frauen (wie alle anderen, die anders sind) stehen eben außen vor.

Der DFLA18 zeigt: „Hey, Jungs, es gibt keine Ausrede für eine reine „Männerrunde“ bei der nächsten Podiumsdiskussion, dem Line-up der Top-Konferenz oder dem Expertendialog zu Digitalisierung. Es steht eine Vielzahl von Expertinnen, Entrepreneurinnen und Managerinnen zur Verfügung!“

Ich meine, dass neue Perspektiven außerhalb der Machtzentren jedem demokratischen Wandel gut tun. Insbesondere diesem digitalen Wandel, der die Gefahr in sich trägt, weitere gesellschaftliche Segregation und Unfairness zu befördern. Minderheiten – auch Frauen – Chancen auf Augenhöhe zu bieten, ist auch eine Frage von „Corporate Digital Responsibility“.

Daher freue mich, neben 399 tollen Frauen in der Kategorie „Social Hero“ dabei zu sein. Beim Audience Award geht es darum, für wen das Herz der Community schlägt – noch bis zum 14. August 2018 ist eine Abstimmung möglich. Ich freue mich, wenn ihr Eure Stimme den „Digital Female Heroines“ gebt. Und falls ihr mich wählen wollt, auch sehr ;-) Hier geht es zum Voting!...   Weiterlesen >

Corporate Digital Responsibility

Um erfolgreich zu sein, braucht digitales Business eine neue Ethik und Verantwortung, die „Digital Responsibility“. Aufgrund des tiefgreifenden digitalen Wandels, der alle Branchen umfasst, ist sie nicht nur für Digital-, IT- oder ITK-Branche relevant, sondern für alle Unternehmen mit (teilweise) digitalem Geschäftsmodell.

Für CSR News durfte ich den Wissensbeitrag „Corporate Digital Responsibility“ (CDR) – der Unternehmensverantwortung in der digitalen Gesellschaft – verfassen. Mein Ziel war es dabei, den Begriff und seine Bedeutung für Management und Gesellschaft zu bestimmen und als Referenzpunkt zu dienen. Ein Auszug des Beitrags anbei:

„Corporate Digital Responsibility (CDR) meint die freiwillige Selbstverpflichtung zum nachhaltigen Wirtschaften von Unternehmen, das die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen durch die Digitalisierung mit berücksichtigt.

Sie beginnt mit der Notwendigkeit, gesetzliche Anforderungen und Standards zu erfüllen – für den Umgang mit Kundendaten, geistiges Eigentum usw. – aber sie erstreckt sich auch auf umfassendere ethische Überlegungen und die grundlegenden Werte, nach denen ein Unternehmen arbeitet.“ (Global Intelligence for the CIO 2017, eigene Übersetzung)

CDR bezieht sich einerseits auf die Beachtung digitaler Nachhaltigkeit (d. h. die Nachhaltigkeit von Daten und Algorithmen“, vgl. Stuermer et al. 2017, Smart Data Begleitforschung 2018) und anderseits auf Berücksichtigung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Wirkungen digitalen Unternehmenshandelns in der Welt (vgl. Esselmann & Brink 2016, Jänig & Mühlner im Druck, Thorun 2017).“

Der gesamte Text ist auf CSR News nachzulesen https://www.csr-news.net/news/2018/06/20/corporate-digital-responsibility/

Corporate Digital Responsibility wird als Begriff nach meinen Recherchen erst seit 2016 verwendet. Das gesamte Thema steht also erst in seinen Anfängen, aber die Forderungen an eine „Ethik“ von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, Datenökonomie etc. sind mehr und mehr zu hören. Daher freue ich mich auf eine weitere Ausgestaltung in der sozial-ökologischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Forschung, der Entwicklung von CDR-Selbstverpflichtungen und vor allem auf die Umsetzung von Digitalverantwortung in Unternehmen und Organisationen.

Ich aktualisiere den Beitrag auf CSR News dann auch gerne :-).

Verzeichnis der verwendeten Quellen

Accenture (2016): The Corporate Digital Responsibility Gap.  (>> Link, Zugriff am 15.6.2018)

Charta der digitalen Vernetzung (2018): Die Charta im Wortlaut.  (>> Link, Zugriff am 19.01.2018)

Bitkom (2018): Empfehlungen für den verantwortlichen Einsatz von KI und automatisierten Entscheidungen. Corporate Digital Responsibility and Decision Making. (>> Link, Zugriff am 10.6.2018)

BMZ (2018): Technologien für nachhaltige Entwicklung nutzen.  (>> Link, Zugriff am 19.01.2018)

Esselmann, F., & Brink, A. (2016): Corporate Digital Responsibility: Den digitalen Wandel von Unternehmen und Gesellschaft erfolgreich gestalten. Spektrum 12, 1, S. 38–41.

Global e-Sustainability Initiative (2016): System Transformation. Summary Report. (>> Link, Zugriff am 15.6.2018)

Global Intelligence for the CIO (2017): The rise of corporate digital responsibility.  (>> Link, Zugriff am 15.6.2018)

Hildebrandt, A. & Landhäußer, W. (Hrsg.) (2017): CSR & Digitalisierung. Berlin: Springer.

Jänig, J.-R. & Mühlner , J. (im Druck): Corporate Digital Responsibility: Verantwortung in der digitalen Gesellschaft. Gebundene Ausgabe. Frankfurt: Frankfurter Allgemeine Buch.

Knaut. A. (2017): „Corporate Social Responsibility verpasst die Digitalisierung“, in: Hildebrandt, A. & Landhäußer, W. (Hrsg.): CSR & Digitalisierung. Berlin: Springer, 51-59.

Lange, S. & Santarius, T. (2018): Smarte grüne Welt? Digitalisierung zwischen Überwachung,  Konsum und Nachhaltigkeit. Berlin: oekom.

Nachhaltig.digital (2018): Nachhaltig.digital. Kompetenzplattform für Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Mittelstand. https://nachhaltig.digital/ (Zugriff am 15.6.2018)

Porter, M. & Kramer, M.R. (2006): “Strategy & Society. The Link Between Competitive Advantage and Corporate Social Responsibility”, in: Harvard Business Review, 12.

Schaltegger, S. & Petersen, H. (2017): Die Rolle des Nachhaltigkeitsmanagements in der Digitalisierung. B.A.U.M. e.V. Jahrbuch 2017 Digitalisierung und Nachhaltigkeit. S. 17-20.

Schaltegger, S.; Windolph, S.E. & Harms, D. (2010): Corporate Sustainability Barometer. Wie nachhaltig agieren Unternehmen in Deutschland? PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Hrsg.).

Schäuble, W. (2017): Grußwort, , in: Hildebrandt, A. & Landhäußer, W. (Hrsg.): CSR & Digitalisierung. Berlin: Springer, XXV-XXVIII

Schmidtpeter, R. (2017): Digitalisierung – die schöpferische Kraft der Zerstörung mit Verantwortung managen. In Hildebrandt, A. & Landhäußer, W. (Hrsg.) (2017): CSR & Digitalisierung. Berlin: Springer. S. 595- 602.

Smart-Data-Begleitforschung (2018): Corporate Digital Responsibility. Fachgruppe Wirtschaftliche Potenziale & gesellschaftliche Akzeptanz. (

>> Link

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Vhs-DozentInnen als Wegbegleiter des digitalen Wandels?

Wir reden und lesen ja inzwischen viel über „Digitale Bildung“ und auch „Digitale Kompetenzen“ – aber was das eigentlich für die Lehrerinnen und Lehrer in der Schule oder auch für Dozentinnen und Dozenten in der Erwachsenenbildung bedeutet, darüber ist bisher wenig in Erfahrung gebracht. Von systematischer Umsetzung in der Praxis ganz zu schweigen. Und so bleibt es aktuell den informellen Lernfähigkeiten und den zeitlichen Möglichkeiten des/der Einzelne/n überlassen, sich fit zu machen für das „Lehren im Digitalzeitalter“.

Aber hoffentlich nicht mehr lange!

Nachdem ich im letzten Semester die Werkstattgespräche „Leben 4.0 – Leben in der digitalen Gesellschaft“ in der vhs Bonn durchgeführt habe, bekam ich von Frau Dr. Ingrid Schöll, der Direktorin der hiesigen vhs, die Möglichkeit, einen Vortrag im Rahmen des turnusmäßigen Dozententreffens  zu diesem Thema zu halten.

Ich lege dabei folgende Schwerpunkte, um die Herausforderungen des Digitalen Wandels in diesem Umfeld zu skizzieren:

  • Die Nutzung von digitalen Tools ist bereits mitten in unserer Gesellschaft angekommen. Individuelles Lernen ist unabhängig von Zeit und Raum möglich.
  • In der Digitalgesellschaft von morgen Durchdringen sich digitale und physische Welt. Wir sind Teil des Netzes.
  • Durch die Digitaltechnologien, die jetzt am Start sind, ergeben sich neue Fragen zu gutem Leben in der Digitalgesellschaft.

Der digitale Wandel bedeutet die Notwendigkeit neue Fähigkeiten für den Einzelnen und in der Gesellschaft aufzubauen. In diesem Umfeld sind wir alle Lernende. Es gibt keine Blaupause zur Beantwortung der Fragen. Wichtig ist mir hierbei, dass sich diese neuen Fähigkeiten nicht nur auf den Umgang mit digitalen Tools oder der IT beschränkt bleiben. Vielmehr bewegen sie sich im Spannungsfeld zwischen „Gutem Umgang mit digitalen Tools“ und „Gut leben und arbeiten in der digitalen Welt“. Daraus ergeben sich drei Kompetenzbereiche, die es auszugestalten gilt (vgl. Seufert 2017):

  • Digitale „Alphabetisierung“: Verständnis und Umgang mit Medien & Technologie,
  • „Digitale Staatsbürgerschaft“: Sozio-ökonomische Bedeutung von Technologie und
  • „Persönlichkeitsentwicklung in der Digitalgesellschaft“: Kritisches Denken, Kreativität & Empathie – komplementäre Kompetenzen zu den Fähigkeiten der Maschinen!

Ich gebe Beispiele, was darunter zu verstehen ist. Es wird eine Sache der nächsten Jahre sein, hier zu verstehen, welche Anliegen die Privatpersonen, Eltern, BürgerInnen, ArbeitnehmerInnen dabei genau haben.

Aus diesen Kompetenzen leite ich acht Ideen ab, welche Aufgaben und Rollen vhs-DozentInnen als Wegbegleiter im digitalen Wandel für Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der vhs einnehmen können. Natürlich kann das nur ein Anfang sein….

Wer mehr wissen möchte, muss morgen zum Vortrag kommen ;-) Ich freue mich darauf!

 

Weiterführendes:

Facebook-Gruppe „Leben 4.0 – Leben in der digitalen Gesellschaft“ https://m.facebook.com/groups/1726030261026677

We are social (2018): Global digital report 2018.https://digitalreport.wearesocial.com/ (Zugriff am 2.2.2018)

Hart, J. (2017): A Modern Professional Learner’s Toolkit for 2018. http://modernworkplacelearning.com/magazine/modern-professional-learners-toolkit-for-2018 (Zugriff am 2.2.2018)

Game Changer (2017): 10 Emerging Technologies That Will Drive The Next Economy. http://www.game-changer.net/2016/08/29/10-emerging-technologies-that-will-drive-the-next-economy/ (Zugriff am 2.2.2018)

Seufert, S. (2017): Digital competences. Swiss Science and Innovation Council SSIC.

https://www.scil-blog.ch/wp-content/uploads/2017/12/Exploratory_study_3_2017_Excerpt_Digital_Competences_SSIC_EN.pdf

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Die neue digitale Verantwortung von Unternehmen: Mein Rückblick auf das „Jahr der Digitalisierung“

Viele Unternehmen machten 2017 Digital-Readiness-Checks, führten Pilotprojekte mit Digitaltechnologien durch und erprobten neue „digitale“ Geschäftsmodelle. Ziel ist es, die Umwälzungen der Branchen, die die neuen Technologien mit sich bringen, zum Vorteil des eigenen Unternehmens zu nutzen und im globalen Marktgeschehen die Nase vorne zu haben.

2017 war definitiv das Jahr der „Digitalisierung“ in Deutschland  – deutlich auch in der Trendanalyse der Internetsuche bei Google zu sehen (und nicht nur in meiner Filterblase ;-))

Aber auch das war Realität: Hacks, geleakte Daten, unkontrollierte Big-Data-Analysen, mangender digitaler Verbraucherschutz, Angst vor Kontrollverlust an unmenschliche künstliche Intelligenzen, Angst vor Überwachung und Freiheitsverlust, fehlender Digitalkompetenz von Mitarbeitern und Nutzern, Abscheu vor Pflegerobotern, Smartphonesucht, Fake News etc. pp.

Wir sehen damit: Digitaltechnologien erweitern die gesellschaftlichen Chancen und Risiken. Ein Überblick in den Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales findet sich in beigefügter Tabelle.

Mit neuen gesellschaftlichen Chancen und Risiken verändert sich auch die Verantwortung von Unternehmen, die diese Digitaltechnologien für Prozesse und Produkte nutzen.  Es entsteht eine neue Verantwortung von Unternehmen.

 

„Corporate Digital Responsibility ist eine freiwillige Selbstverpflichtung. Sie beginnt mit der Notwendigkeit, gesetzliche Anforderungen und Standards zu erfüllen – für den Umgang mit Kundendaten, vertraulich, geistiges Eigentum usw. – aber sie erstreckt sich auch auf umfassendere ethische Überlegungen und die grundlegenden Werte, nach denen ein Unternehmen arbeitet.“

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Wie wird er sein – unser zukünftiger Alltag mit KI, Robotern, Drohnen?

Meine lapidare Antwort auf diese Frage: Es kommt darauf an, wie wir ihn uns wünsche und wie wir ihn gestalten!

Nicht nur die Medien und Unternehmensberater befeuern den „Hype“ des Digitalen Wandels, sondern auch Philosophen wie Richard David Precht und Soziologen wie Jeremy Rifkin  sprechen von den großen Veränderungen, die Digitaltechnologien für uns alle sich bringen werden.

In der Gestaltung einer guten Welt von morgen sind wir alle gefordert. Aber wo anfangen in einer VUCA-Welt? Eine Möglichkeit sind die Werkstattgespräche der vhs Bonn. Herzliche Einladung zum nächsten Termin!

Leben 4.0 – Welche neuen Digitaltechnologien gibt es und wie können sie wirken? am 19.09.17 19-21 h, veranstaltet von der vhs Bonn

Dort nehmen wir uns in kleiner Runde gemeinsam Zeit, geben dem Thema eine Ordnung und schauen genauer hin. Das Ziel ist es, einen ausgewogenen Blick auf die sich entwickelnden Digitaltechnologien (wie z.B. Blockchain, Robotics) zu erhalten. Wir wollen jenseits der „Buzz-Words“ die Grundlagen der Entwicklung zu erkennen und die Geschäftsideen zu verstehen, die heute bereits in der Entwicklung sind. Das sind die Produkte und Services von morgen mit Potenzial unseren Alltag zu verändern.

Hier geht es zur Buchung auf der Seite der vhs Bonn (Es sind Stand heute noch Plätze frei!). Es ist kein Vorwissen oder Vorkenntnisse notwendig, nur Interesse an der Thematik und Offenheit für einen Austausch.

Ich freue mich sehr,  dass ich gemeinsem mit der vhs Bonn diese neue Veranstaltungsreihe entwickeln und anbieten darf! Insgesamt werden wir ab September bis November 2017 fünf Werkstattgespräche „Leben 4.0 –

Alltag in der digitalen Gesellschaft gestalten

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Neue Deutsche #Nachhaltigkeitsstrategie: Perspektive #Digitalisierung

Am  11. Januar 2017 wurde die aktualisierte Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2016 veröffentlicht – sie wurde seit der ersten Fassung 2002 mit dieser Version deutlich überarbeitet. Insbesondere wird darauf eingegangen, wie Deutschland zur Umsetzung von 17 Sustainable Development Goals (SDG) 2015-2030 der United Nations beitragen möchte.

In diesen Tagen bewegt uns in der Wirtschaft und Gesellschaft die exponentiell fortschreitende Entwicklung der Digitaltechnologie. Es wird davon ausgegangen, dass eine „vierte industrielle Revolution“  bevor steht, die unsere Gesellschaft tiefgreifend verändert. Da liegt es nahe, zu schauen, wie die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie dieses Thema aufgreift.

Zunächst: Gleich am Anfang – im Kapitel „Nichts bleibt, wie es ist“ (S. 18) – wird die massive Veränderung durch die Digitalisierung gewürdigt. Da heißt es: „Ohne technischen Fortschritt wird sich global keine nachhaltige Entwicklung erreichen lassen. Aber nachhaltige Entwicklung lässt sich auch nicht allein oder primär durch technischen Fortschritt erreichen. Es bedarf eines kulturellen Wandels, um die Haltung und das Verhalten des Einzelnen, sozialer Gruppen und der Gesellschaften im Ganzen nachhaltig auszurichten.“

Nun kann man zwei grundsätzlich unterschiedliche Perspektiven zur Beziehung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit einnehmen. Die eine sieht Digitalisierung als Instrument zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung. Die andere erkennt die notwendige Veränderung des Begriffs der nachhaltigen Entwicklung bzw. seiner Prinzipien -– Gerechtigkeit, Globalismus, Anthropozentrismus – bei seiner Anwendung in einer datenvernetzte Informationsgesellschaft.

Welche Perspektive nimmt die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie auf die Digitalisierung ein?

Die Analyse zeigte: Digitalisierung wird als Instrument zur Unterstützung der Nachhaltigkeitsziele in Deutschland beschrieben. Folgende Nachhaltigkeitsziele sollen dadurch befördert werden:

  • Digitalisierung als Innovationsmotor für Gründungen (SDG 8, 123)
  • Ausbau der digitalen Infrastruktur zur Sicherung Zukunftsfähigkeit von Deutschland als High-Tech-Standort  (SDG 9, 143)
  • Digitalisierung für mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung (SDG 4, S. 87)
  • Digitalisierung als Treiber von Dematerialisierung und damit Klimafreundlichkeit durch Veränderungen im Verkehr (SDG 11, S. 166) (dies aber nur in einem Zusatzabsatz erwähnt)

Insgesamt nimmt der Digitale Wandel eine Nebenrolle im umfänglichen Nachhaltigkeitsprogramm der Bundesregierung ein. (Weitere mögliche Unterstützungsleistungen der Digitaltechnologie, wie z.B. einer inklusiven Bildung, Verbesserung der Gesundheitsversorgung, Verringerung von Verkehrstoten, Optimierung der landwirtschaftlichen Produktion, werden nicht angesprochen (siehe mein Blogbeitrag  http://wiseway.de/kann-digitalisierung-die-sdg-zielerreichung-unterstuetzen/ sowie die dort besprochene Studie der „Global e-Sustainability Initiative“).  Ist hier wirklich kein weiterer Optimierungsbedarf in Deutschland?)

Die weitere mögliche Position dem Digitalen Wandel Rechnung zu tragen und die nachhaltige Entwicklung im Licht einer sich verändernden Gesellschaft zu sehen – diese Perspektive findet sich in der aktuellen Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie nicht.

Im Folgenden einige Argumente, wieso es sinnvoll sein könnte, diese Perspektive einzunehmen.

Die rasante technologische Veränderung kann Angst machen und man muss kein Visionär sein, um das Risiko der Verstärkung weiterer sozialer Ungerechtigkeiten oder auch dem Verlust der eigenen Souveränität  in einer vollvernetzten Umwelt zu sehen. Es gilt eine Zukunftsvision zu gestalten, die den Menschen in den Mittelpunkt dieser Veränderung rückt.  Das alles berührt Fragen der Nachhaltigkeit.

Der Nutzen der Digitalen Wandels – insbesondere für die Wirtschaft – hat als Vorbedingung die gesellschaftliche Akzeptanz. Es ist zu zeigen, dass neben ökonomischem Nutzen ein (größerer) gesellschaftlicher Nutzen im Sinne der Nachhaltigen Entwicklung entsteht. Diesen Shared Value untersucht die Gruppe „Digital Transformation Initiative“ des Weltwirtschaftsforums. Hier geht es um Nachhaltigkeit.

Und schließlich: Welchen Nachhaltigkeitsherausforderungen muss sich die „Daten-, Informations- und Wissensgesellschaft“  durch das exponentiell ansteigende digitale Wissen und die Vernetzung stellen? Was bedeutet in diesem Sinne Fairness gegenüber den anderen Menschen auf der Erde und den nachfolgenden Generationen?

 „Die Art und Weise, wie der Umgang mit Wissen und Information organisiert wird, entscheidet genauso, wie wir den Umgang mit den natürlichen Ressourcen organisieren, über unsere gegenwärtigen Chancen, uns kreativ weiterzuentwickeln, erst recht über die Chancen zukünftiger Generationen, das Wissen der Vergangenheit zur Kenntnis nehmen und daraus Nutzen ziehen zu können.“ (Kuhlen 2002b, 66)

Vielleicht wäre es sogar adäquat die Dimensionen der Nachhaltigkeit „Umwelt“, „Mensch“ und „Wirtschaft“ um „Wissen“ ergänzen, wie es aus dem Umfeld der Digitalen Nachhaltigkeit gefordert wird?

Wären das Themen für eine Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie?

Quellen:

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/2017/01/2017-01-11-nachhaltigkeitsstrategie.pdf

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Wie #AR unsere Welt verändert: Von #PokemonGo zur #Digitalverantwortung

Mit „Pokémon Go“ konnten wir 2016 erleben, welche Faszination von Augmented Reality (AR) ausgeht: Binnen weniger Wochen spielten 45 Millionen Menschen dieses Spiel – täglich! Durch AR wird die Wahrnehmung – vor allem visuell – computergestützt ergänzt: reale und virtuelle Welt vermischen sich. Der Markt  wird auf 90 Milliarden Dollar im Jahr 2020 prognostiziert..

Nur welcher der Nutzer weiß, auf was er sich wirklich einlässt: technisch und rechtlich? Es braucht Experten, wie z.B. bei Stiftung Warentest, um das Datensendeverhalten der App, die Nutzungs- und die Datenschutzbedingungen zu prüfen. Gegen einige der Klauseln wurde nach Klage im Oktober eine verbindliche Unterlassungserklärung erwirkt. So lange hat sicherlich keiner der begeisterten Teenies gewartet. Und die Gesamteinschätzung lautete: „kritisch, aber nicht sehr kritisch“. Die Empfehlung: Mit falschen persönlichen Daten als Profil anmelden.

Ich verstehe das so:

  • Ich kann das Spiel unter meinem Namen spielen, aber die Daten über mich könnten von Dritten gelesen werden und ich gebe sie an die Firma Niantic, die jenseits deutschen Rechtsrahmens auf bedenkliche Art damit umgehen kann.
  • Ich kann das Spiel mit falschem Profil spielen und verstoße gegen die Nutzungsbedingungen, wohl aber nicht gegen geltendes deutsches Recht.
  • Ich kann es nicht spielen, aber mir entgeht Spaß, soziale Zugehörigkeit und ein bisher unbekanntes Erlebnis.

Es gibt offenbar im Moment keine Möglichkeit einerseits „Souverän“ der eigenen Daten zu sein, nicht selbst zu betrügen und andererseits an den technologischen Neuerungen teilzunehmen. Das sind schlechte Voraussetzungen für den Weg in die „Digitale Gesellschaft“.

Glücklicherweise handelt es sich bei diesem konkreten Beispiel „nur“ um ein Spiel, das ich einfach sein lassen konnte. Aber schnell werden für jeden von uns relevante Anwendungen entstehen: im Job, als Kunden, als Patienten, als Lernende, als Reisende etc.. IKEA, Converse, Lego haben bereits AR-Apps heraus gebracht. (Um eine Vorstellung vom AR-Potenzial zu gewinnen, sei das Werbevideo von Microsoft Hololens empfohlen https://youtu.be/aThCr0PsyuA).

Und was, wenn es erst AR-Dating-Anwendungen gibt? Das Thema, das Facebook nach Börsenwert zum größten Internetunternehmen weltweit gemacht hat? Das zeigt der visionäre und empfehlenswerte Kurzfilm „Sight“ von Eran May-raz und Daniel Lazo.

Spooky, oder?

Viele unserer gesellschaftlichen Grundlagen müssten sich geändert haben: unsere Vorstellung von sozialen Beziehungen, von Realität, von Freiheit, Selbständigkeit, Persönlichkeitsrechten und Privatheit. Wir würden uns neuen gesellschaftlichen Risiken oder sogar Krankheitsbildern gegenüber sehen, wie Überforderung der Wahrnehmung und der neuronalen Verarbeitung, Abhängigkeit und Sucht, Isolation oder Ungerechtigkeiten zwischen den „Amplified“ und „Non-Amplified“.

Ob nun ganz real bei „Pokémon Go“ oder fiktiv bei „Sight“: es zeigt sich ein weiteres wichtiges Feld der Verantwortung für Unternehmen, die Digitalverantwortung. Insbesondere betroffen sind jene Unternehmen, die diese Lösungen entwickeln, jene, die sie einsetzen, sowie die Kapitalgeber und Investoren.

Was kann Digitalverantwortung bedeuten? Beispielsweise

  • Nutzern und ihren Daten Sicherheit, Schutz, Transparenz und Kontrolle zu geben,
  • Nutzer als „Prosumenten“ und Erzeuger der Daten fair zu behandeln und an der Wertschöpfung zu beteiligen,
  • gemeinschaftlich gewonnene Daten der Gemeinschaft zu überlassen und
  • Digitale Inklusion zu fördern.

Diese Verantwortung kann nur auf einem gesicherten Rechtsrahmen fußen, der in Deutschland auf Basis der neuen europäischen Datenschutzgrundverordnung umgesetzt werden soll. Ich hoffe, dass nicht die ökonomischen Interessen überhand gewinnen, sondern vor allem das Prinzip der Nachhaltigkeit mit den konstituierenden Elementen Gerechtigkeit, Globalismus und Anthropozentrismus maßgeblich ist.

Zwischen 2030 und 2040 wird AR zum Mainstream gehören. Ich werde dies (rein statistisch) noch während meines aktiven Berufslebens erleben. Ich bleibe dran!

Quellen:

http://www.quantumrun.com/prediction/your-addictive-magical-augmented-life-future-internet-p6

http://www.spiegel.de/netzwelt/games/pokemon-go-verliert-millionen-nutzer-der-erfolg-bleibt-a-1109247.html

http://www.digi-capital.com/news/2016/01/augmentedvirtual-reality-revenue-forecast-revised-to-hit-120-billion-by-2020/#.WG-ZFX2kHIk

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Über diesen Blog

Saskia Dörr, Unternehmensberaterin & WiseWay-Gründerin, schreibt zu Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Corporate Digital Responsibility.

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