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Jahresrückblick 2018: Digitalisierung ist kein Technik-Thema …

… und fällt auch nicht vom Himmel. Diese Erkenntnis ist inzwischen mitten in der Gesellschaft angekommen. Und doch fehlt es noch an vielen Stellen an zukunftsgestaltenden Aktivitäten – aber nicht überall in diesem Lande! Meine Highlights dazu im Rückblick aur das vergangene Jahr:

Neujahrsgruß

Techies und Ökos machen „gemeinsame Sache“

Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen zu denken – dieser Schnittmenge wurde viel Aufmerksamkeit im zurückliegenden Jahr gezollt. Befördert wurde dies durch das vielgelobte Buch „Smarte grüne Welt“ von Tilman Santarius und Steffen Lange (s.a. die Buchrezeption bei oekom). Beide Autoren waren auch Mit-Initiatoren der „Bits & Bäume“, der ersten Konferenz von Ökos und Techies in Deutschland, die im November in Berlin stattfand.  Sehenswert sind die Key Notes von Tilman Santarius und Lorenz Hilty in der Eröffnungs-Session. Wertvoll für mich waren zum einen die Aufbruchstimmung zur gemeinsamen Zukunftsgestaltung, zum anderen die guten Gespräche am Rande der Konferenz. „Tonspur N“ präsentiert eine schöne hörbare Zusammenfassung der Konferenz.

Die Forderungen, die aus der Konferenz hervorgegangen sind, sind für zukunftsgerichtete deutsche und europäische Politik bedeutsam und gleichzeitig stellen sie auch Ansprüche an das Handeln von Wirtschaft und Unternehmen. So z.B. Software-Haftung von Herstellern in Bezug auf IT-Sicherheit, reparierbare und langfristig instand gehaltene Software und reparierbare und recyclebare elektronische Geräte.

Pionierunternehmen handeln verantwortlich jenseits „digitaler Kurzsichtigkeit“

In meiner Session auf der „Bits & Bäume“ ging es um unternehmerisches Handeln „jenseits digitaler Kurzsichtigkeit“. Mit den TeilnehmerInnen konnte ich die grundlegenden Handlungsfelder für eine „Corporate Digital Responsibility“ diskutieren. Mehr und mehr Unternehmen sind darin aktiv. Für die Mehrheit im Workshop handelt es sich um eine zeitgemäße Erweiterung des Nachhaltigkeitsmanagements, die einen Beitrag zur ökologischen und fairen Digitalisierung leistet. Besonders in den Handlungsfeldern zum ökologischen Fußabdruck von Digitaltechnik, der unethischen Nutzung von Nutzerdaten und bei Manipulation und Überwachung herrscht Handlungsbedarf und es bestehen auch hohe Erwartungen an die Unternehmen.

Mehr zu Corporate Digital Responsibility von mir ist, z.B. in meinem Artikel auf tbd* oder meinem Webinar „Innovatives CR- & Nachhaltigkeitsmanagement“ bei der „Woman Speaker Foundation“ zu finden. Zudem habe ich meine Erkenntnisse zur Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements auf CSR-News und Wikipedia veröffentlicht, um eine breitere Expertendiskussion zu ermöglichen.

BonnerInnen eröffnen Diskussions- und Experimentierraum zu „digitaler Mündigkeit“

Zur Zukunftsgestaltung gehört auch Sensibilität für die Veränderung, die die Digitalisierung mit sich bringt. „Ein kritischer und emanzipatorischer Umgang mit digitaler Technik soll Teil von digitaler Bildung sein“, ist eine der Forderungen der „Bits & Bäume“. Und gerade dieser kritische und emanzipatorische Teil blieb in der 2018er Diskussion um „digitale Bildung“ aus meiner Sicht weitestgehend unbeachtet. Es ging häufig um technische Ausstattung von Schulen, „Bandbreite“ und um Coding-Kompetenz von Jugendlichen. Das ist selbstverständlich wichtig, aber eben nicht ausreichend.

Ich bin daher stolz, Teil eines “Graswurzel-Ansatzes” in Bonn – gemeinsam mit Akteuren der Bonner Verwaltung, der Schulung und gesellschaftlichen Vertretern – zur aktiven Gestaltung von Bildung im digitalen Wandel zu sein. Wir haben damit begonnen einen gemeinsamen Diskussions- und Experimentierraum mit der Frage zu eröffnen, welches konkrete Wissen und welche Kompetenzen überhaupt nötig sind, um Leben und Arbeiten in der Digitale Gesellschaft gut zu bewältigen. Wir nennen dies „digitale Mündigkeit“ und es geht darum, sich übergreifend über unterschiedliche Multiplikatorengruppen hinweg auszutauschen und voneinander zu lernen. Bonn stellt dafür einen „Mikrokosmos“ dar, der große Potenziale bietet.

Ich freue mich auf 2019: Ich werde mich weiter für eine kritische, aber chancenorientierte Haltung gegenüber der Digitalisierung einsetzen und ManagerInnen und EntscheiderInnen  systematisch dabei unterstützen, die Chancen der Digitalisierung in verantwortungsvolles Unternehmenshandeln zu integrieren. Zudem möchte ich den Nachhaltigkeitsverantwortlichen in Unternehmen und Organisationen den Weg zur innovativen Corporate Responsibility im Digitalzeitalter „ebnen“ – das wird ein größeres Projekt… mehr verrate ich jetzt noch nicht ;-)

Allen FreundInnen, Partnern, Engagierten und LeserInnen meines Blogs wünsche ich einen entspannten Jahresausklang und einen guten Start in ein gelingendes 2019! Ich freue mich auf weitere Austausche im neuen Jahr! Ihre und Eure, Saskia

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