Mittelstand goes CDR

Mittelstand goes CDR

Die Online-Regionalkonferenz des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Bremen am 25.11.2020 war dem Thema „Mit Digitalisierung eine nachhaltige Zukunft gestalten“ gewidmet. Ich durfte ich in ein Impuls-Interview zum Thema “Ökonomisch, ökologisch, sozial – so geht unternehmerische Verantwortung im Digitalzeitalter” geben sowie bei der interaktiven Diskussion auf dem Panel dabei sein. Die Aufnahmen zu beiden Beiträgen sind hier verlinkt. Alle Videos der gesamten – sehr gelungenen – Veranstaltung finden sich unter https://kompetenzzentrum-bremen.digital/rk2020/.

Ökonomisch, ökologisch, sozial – so geht unternehmerische Verantwortung im Digitalzeitalter. Lisa-Maria Röhling im Gespräch mit Dr. Saskia Dörr, Expertin für Digital Responsibility.

Interaktive Diskussionsrunde.„Wie wir Nachhaltigkeit im Unternehmen voranbringen. Moderation: Prof. Dr. Sven Herrmann, PrologInnovation. Teilnehmer*innen: Yvonne Bonventre (BLG), Anna-Catherine Senge (Allos), Amadou Jaiteh (Greenyard Fresh), Johannes Berg (Digital Hub Logistics Hamburg), Frank Glanert (Codyo) und Dr. Saskia Dörr (WiseWay).

Vielen herzlichen Dank an Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Bremen, dass ich dabei sein durfte!

Verantwortlich digitalisieren: So geht´s!

Verantwortlich digitalisieren: So geht´s!

Die Debatte um eine wünschenswerte Digitalisierung in Europa läuft und die Wirtschaft sind gefordert, innovative Lösungen für Mensch, Gemeinschaft und den Planeten beizutragen. Die entstehen unternehmensindividuelle Strategien und Leitlinien zur  „Corporate Digital Responsibility“ (CDR), der unternehmerischen Verantworung im Digitalzeitalter. Wie aber kann eine digitale Agenda mit Verantwortung praktisch umgesetzt werden?

Die Umsetzung einer digitalen Agenda mit Verantwortung ist voller Herausforderungen

Es mangelt bei der Umsetzung von CDR nicht an Herausforderungen: Einerseits wird mit CDR strategisches Neuland innerhalb der Organisation betreten. Es handelt sich um ein junges Managementgebiet mit noch wenig „harter“ wissenschaftlicher Erkenntnis zu unternehmerischen oder gesellschaftlichen Erfolgfaktoren. Die bestehenden Pionierbeispiele müssen langfristig ihren Erfolg noch beweisen. Andererseits befinden sich die Rahmenbedingungen der Digitalisierung in Bezug auf die technologischen Möglichkeiten, den Stakeholder-Ansprüchen und den regulatorischen Anforderungen in einer dynamischen Entwicklung. All dem muss bei der Umsetzung von CDR Rechnung getragen werden.

Daraus entstehen Anforderungen an das Digital-Responsibility-Management

Daraus entstehen eine Reihe von Anforderungen an ein CDR-Management. Sie können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Kompetenzen der Corporate Digital Responsibility sowie der Wechselwirkungen von Nachhaltigkeit und Digitalisierung aufbauen
  • Innovative CDR-Handlungsfelder explorativ erkunden
  • Im Sinne eines „fail fast, fail early“ eine iterative Umsetzungsmethodik einsetzen
  • Das Vorgehen an aktuelle Informationen bzw. veränderte Anforderungen flexibel anpassen
  • Unsicherheit und Umsetzungsbarrieren als „Normal“ integrieren
  • Auf Wirkung und Wirksamkeit für das Unternehmen und digitale Gesellschaft abzielen

Diese Anforderungen werden in dem Vorgehensmodell „In sechs Schritten zur Corporate Digital Responsibility“ aufgegriffen (siehe Abb.).

Das Vorgehensmodell in sechs Schritten unterstützt eine agile Umsetzung

Das Vorgehensmodell wurde entwickelt, um die Funktionen und Aufgaben von CR zu CDR weiterzuentwickeln und damit auch die Rolle und Perspektiven der CR-/Compliance-/Digital-Experten zu erweitern (vgl. Dörr 2020). Es ist ein Innovationszyklus, der von der agilen Vorgehensweise im Design Thinking inspiriert ist. Mit der Anordnung im Kreis und der Verbindung wird deutlich gemacht werden, dass es sich um einen iterativen, wiederholt zu durchlaufenden Prozess handelt. der auch abgekürzt werden kann. Mit dieser Vorgehensweise kann die Komplexität aus der Schnittmenge von Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Unternehmen gehandhabt werden. Weiterhin fügt sie sich in agile Organisationsstrukturen ein: CDR-Themen können somit als agile Innovationsprojekte umgesetzt werden.

Die einzelnen Schritte zur Corporate Digital Responsibility im Detail

Die einzelnen Schritte des Vorgehensmodells werden im  „Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility“ detailliert und erläutert. Sie bilden gleichzeitig die einzelnen Kapitel des Leitfadens.

„Know-How!“ Was sich im Digitalzeitalter verändert: Ziel ist es, einige grundlegende (digital-) technologische Entwicklungen, die die Digitalisierung kennzeichnen, sowie ihre Wirkung auf Wirtschaft und Unternehmen darzustellen. Danach wird begründet, wieso diese Entwicklung eine Veränderung der Unternehmensverantwortung nach sich zieht und wie ich CR zu CDR, weiterentwickelt. CDR wird definiert und bestehende CR-Konzepte auf CDR bezogen.

„Watch it!“ Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen denken: Digitaltechnologie birgt Chancen und Risiken für die Nachhaltigkeit. Diese werden in den drei Dimensionen in der Übersicht dargestellt. Danach wird erläutert, welche positiven gesellschaftlichen und Nachhaltigkeitsbeiträge Digitalisierung haben kann und welche „unerwünschten Nebenwirkungen“ auf Gesellschaft und Nachhaltigkeit sich bereits heute zeigen. Auf jedes der Themenfelder wird im Detail eingegangen, denn es handelt sich um zum Teil neu entstehende oder an Bedeutung gewinnende gesellschaftliche Anforderungen, die an digitale oder sich digitalisierende Unternehmen heran getragen werden.

„Zoom in!“ Digital Responsibility im eigenen Unternehmen bestimmen: In diesem Schritt wird vorgeschlagen, den aktuellen Stand der CDR im Unternehmen zu bestimmen. Es wird eine Vorgehensweise vorgestellt, der sog. „Digital Responsibility Check“, der dabei in Bezug auf Reifegrad und Ganzheitlichkeit unterstützen kann. Er basiert auf einem Modell aus 15 Verantwortungs-Clustern der CDR, die aus den „unerwünschten Nebenwirkungen“ der Digitalisierung hergeleitet wurden. Für jedes Handlungsfeld wird dargestellt, welche unternehmerischen Chancen und Risiken sich ergeben.

„Just do!“ Umsetzung im Unternehmen anpacken: Hier geht es um das Kennenlernen von Methoden zur Umsetzung von CDR im Unternehmen bearbeiten. Zunächst geht es um eine strategische Einordnung aus Top-Management-Perspektive und die Bestimmung der Potenziale für das Unternehmen durch CDR. Danach wird darauf eingegangen wie bestehende CR-Instrumente, wie Global Compact, OECD Leitlinien oder DIN/ISO 26000 für CDR genutzt werden können. Vorschläge zur Anpassung von Stakeholder- und Wesentlichkeitsanalyse werden unterbreitet. Weiterhin werden beispielhaft 12  „digitale“ Selbstverpflichtungen für Unternehmen vorgestellt, die genutzt werden können, um CDR in einem ersten Schritt auch außerhalb des Unternehmens zu zeigen. Schließlich wird dargestellt, wie „digitale Innovationen“ mit Verantwortung durch Innovationsmethoden und Geschäftsmodellentwicklung gefördert werden können.

“Mind the Gap!” Herausforderung in der Praxis meistern: Bei der Umsetzung von CDR ist mit zahlreichen Herausforderungen zu rechnen, die in der Praxis gemeistert werden müssen. Dabei ist es hilfreich, mögliche Stolperfallen zu kennen. Sie entstehen zum einen aus der Komplexität und Unsicherheit der Nachhaltigkeits-Herausforderungen in der VUCA-Welt und zum anderen durch konkrete CDR-Umsetzungsbarrieren im Unternehmen. Es werden Ansätze vorgestellt, wie mit diesen Stolperfallen umgegangen werden kann. Sie werden durch praktische Tipps ergänzt, wie Partner und Verbündete unternehmensintern und -extern zu finden sind, die beim „Betreten des Neulands“ helfen können. Im Anschluss werden sieben CDR-Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Unternehmen Deutschlands – auch einigen DAX-Konzernen –  vorgestellt. Sie zeigen wie die Unternehmen CDR übernehmen und die Herausforderungen meistern. Sie dienen als „Best Practices“ zur Entwicklung eigener Maßnahmen.

„Go for Impact! Wirkung zeigen“: Es wird darauf eingegangen, wieso Wirkung eingefordert wird und welche Risiken ein „Ethisches Theater“ für CDR-Vorhaben darstellt. Danach wird aufgezeigt, wie eine Wirkung von digitaler Verantwortung zu erzielen ist. Dabei wird auf die fünf Stufen der Internalisierung von Verantwortung in das Unternehmen und die Organisation eingegangen. Nur wenn Handlungen in das strategische Management aufgenommen sind, kann man von CDR im engeren Sinne sprechen. Das Unternehmen zielt dann mit CDR-Aktivitäten auf die Erhöhung des Unternehmenswerts sowie auf die Erhöhung des gesellschaftlichen Werts durch einen „Business Case“ ab. Es werden Beispiele dargestellt, wie digitale Verantwortung gemessen werden könnte. Aufgrund des jungen Themengebiets besteht bisher keine etablierte Wirkungsmessung oder Reporting Standards für CDR und es wird auf Entwicklungen verwiesen.

Verbindung von Corporate Digital Responsiblity mit „digitalem Mindset“

Dieses Vorgehensmodell verbindet Corporate Responsibility und Nachhaltigkeitsmanagement mit agilen Arbeitsmethoden. CDR im Unternehmen wird methodisch mit Lern- und Experimentierräumen der Digitalisierung verknüpft. Möglichkeiten des Innovation unter dynamischen Rahmenbedingungen werden geschaffen und ein „digitales Mindset“ weiter ausgebaut.

Quelle: Dörr, Saskia (2020) Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility. Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeitsmanagement im Digitalzeitalter. Wiesbaden: Springer Gabler.

Corporate Digital Responsibility: 9 Kernaspekte im Überblick

Corporate Digital Responsibility: 9 Kernaspekte im Überblick

Was ist Corporate Digital Responsibilty und was macht sie aus? Diese 9 Kernaspekte beschreiben wesentliche Elemente einer Corporate Digital Responsibility (CDR). Sie können als Einstieg in dieses neue Fachgebiet der Unternehmensverantwortung dienen und Ausgangspunkt für die weitere Auseinandersetzung mit einzelnen Elementen darstellen.

  1. CDR ist freiwillig und geht über gesetzliche Verpflichtungen hinaus.
  2. CDR kann politische Verantwortung ergänzen, nicht ersetzen.
  3. CDR entwickelt Corporate Responsibility weiter und kann sich auf ihre Methoden und Erkenntnisse abstützen.
  4. 15 Handlungsfelder der CDR dienen als praktische Basis für die Entwicklung von Aktivitäten.
  5. CDR-Strategien sind vielfältig und beruhen auf unternehmerischer Initiative.
  6. Unternehmen prägen durch ihre CDR-Aktivitäten ihr Umfeld.
  7. CDR bringt Wettbewerbsvorteile.
  8. CDR für den Mittelstand ist in Entwicklung – noch gibt es keine Standards.
  9. CDR ist ein Beitrag zur technologischen Souveränität Europas.

D´accord oder regt sich Widerstand? Ich freue mich über Ihre Rückmeldungen dazu! Sehr gerne stehe ich für den Know-How-Aufbau in Ihrer Organisation oder Ihrem Unternehmen für Geschäftsführung, Führungskräfte oder Fachabteilungen zur Verfügung – selbstverständlich auch online.

8 Gründe für eine Corporate Digital Responsibility

8 Gründe für eine Corporate Digital Responsibility

Diese acht Gründe zeigen auf, weshalb sich Corporate Digital Responsibility jetzt für Unternehmen lohnt. Es handelt sich um Zahlen und Fakten aus aktuellen Studien. Sie zeigen die Chancen eines Wettbewerbsvorteils als Arbeitgeber, als Geschäftspartner und als „good corporate citizen“. Mit enormem Potenzial für Gesellschaft und Nachhaltigkeit. Was für ihr Unternehmen erfolgsversprechend ist, dazu berate ich Sie gerne!Zahlen und Fakten zu Corporate Digital Reponsibility

  1. 76% Der CEOs  sind der Meinung, Vertrauen ist ein kritischer T reiber für Wettbewerbsfähigkeit. (1)
  2. 79 % der KI-Entwickler*Innen sorgen sich um die gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Arbeit. (3)
  3. 53 % der Bürger*Innen meinen, Unternehmen kommen ihrer digitalen Verantwortung (eher) nicht nach. (5)
  4. Nur 25 % der Unternehmen arbeiten bisher an ausformulierten Leitlinien zur digitalen Ethik und Verantwortung. (2)
  5. 10% aller Jobs in Europa sind bedroht durch Automatisierung & COVID-19 verdrängt zu werden. (4)
  6. 61% der Deutschen würden aufhören bei einem Unternehmen zu kaufen, dass ihre Daten nicht adäquat schützt. (6)
  7. 4 % der weltweiten Treibhausgasemissionen gehen auf das Konto der Digitalisierung. (7)
  8. 12  Billionen US Dollar  neue Umsätze und Kosteneinsparung durch  Tech für Nachhaltigkeit in 2030. (8)

Quellen

(1) United Nations Global Compact (2020) Leadership for the decade of action. Russel Raynolds Associates.
(2) PricewaterhouseCoopers (2020) Digitale Ethik.
(3) Miller C Coldicutt R(2019) People, Power and Technology. The Tech workers view.  London: Doteveryone.
(4) McKinsey Global Institute (2020) The future of work in Europe.
(5) Thorun C, Kettner SE, Johannes Merck J (2018) Ethik in der Digitalisierung. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn.
(6) Veritas (2018) Global Data Privacy Consumer-Studie.
(7) Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2020): Umweltpolitische Digitalagenda.
(8) SustainAbility (2017) 2030 Vision Full Report. 2030Vision Global Goals Technology Forum.

NRW startete mit KMU in die digitale Verantwortung

NRW startete mit KMU in die digitale Verantwortung

Über 130 Interessierte nahmen am CSR.digital Online-Frühstück am 2. Juli zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Erfolgskriterien teil. Das zeigt, auf welch große Resonanz das Thema stösst! Eine Kurzumfrage zu Anfang ergab: Für 80 % der TeilnehmerInnen ist digitale Verantwortung eine Nutzung der Digitalisierung für Nachhaltigkeit. Gefolgt von Datensicherheit und Qualiifzierung von Mitarbeitenden für jeweils 65% der TeilnehmerInnen. Eine so enge Verknüpfung von digitaler Verantwortung mit Nachhaltigkeit hätte ich nicht erwartet. Andererseits war dies sicherlich auch die Antwort, die am umfassendsten unterschiedliche Aspekte einer digitalen Verantwortung berührte.

Im Folgenden fasse ich die Veranstaltung mit dem Fokus auf meine Position und Präsentation zusammen. Begrüßt wurden die TeilnehmerInnen durch eine Videobotschaft von Professor Andreas Pinkwart, Wirtschafts- und Digitalminister des Landes NRW. Er wies auf die positiven wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Effekte der Digitalisierung hin, aber auch auf ihre Nebenwirkungen. Es gehe auch darum, diese im Blick zu behalten. Aufgrund des technischen Fortschritt sei dies eine „Daueraufgabe“. (Sobald das Video online ist, werde ich es hier verlinken.)

Einen tieferen Einstieg in das Thema gaben Wolfgang Trefzger von der IHK NRW sowie Professor Barbara Weißenberger von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Beide Institutionen sind Partner des CSCP in diesem Projekt. Dabei wurde betont, dass es bei Digitalisierung zwar zum einen um das Geschäftsmodell und die Produktangebote gehe, aber zum anderen auch um die Art und Weise des Wirtschaftens. Für Unternehmen sei eine veranwortungsvolle Wirtschaftsweise ein wesentliche Voraussetzung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Es gehe um eine strategische Ausrichtung des Unternehmens vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Zukunftsentwurfs.

Im Anschluss gab es eine von Patrick Bottermann, CSCP, moderierte Diskussion mit den Experten Dr. Myriam Jahn, CEO Q-loud und Expertin für Internet of Things, Roland M. Schüren, Inhaber von „Ihr Bäcker Schüren“, Stephan Grabmaier, Experte für New Work, Innovation und Nachhaltigkeit und meiner Wenigkeit als Expertin für Digital Responsibility.

Meine Position in aller Kürze:

  • Das Konzept der „Corporate Digital Responsibility“ (CDR) bildet einen Handlungsrahmen für Unternehmen, den Anforderungen von Digitalisierung für Nachhaltigkeit systematisch zu begegnen.
  • Es handelt sich um freiwillige Aktivitäten zum Wohle von Mensch, Gemeinschaft und unserem Planeten – aber auch mit dem Ziel eines Mehrwert für Unternehmen, einem positiven Business Case für digitale Nachhaltigkeit.
  • Corporate Digital Responsibility fragt einerseits nach neuen Chancen und andererseits nach den Wirkungen der Digitalisierung in den vier Handlungsfeldern der CSR: Gemeinwohl, Mitarbeitende, Markt & Kunden, Umwelt & Klima.
  • Mit den dargestellten Leitfragen können sich KMU einer Digitalisierung mit Verantwortung annehmen.
  • Durch die Dilemmata und Zielkonflikte zwischen wirtschaftlichem, gesellschaftlichem und umweltschonendem Handeln entsteht Innovationspotenzial, dass auf einen europäischen Weg der Digitalisierung einzahlt..
  • Mehr und mehr Unternehmen erkennen das und integrieren Corporate Digital Responsibility in ihr unternehmerisches Handeln.

Dazu hatte ich einige Praxisbeispiele mitgebracht (siehe Slideshare Präsentation).

Durch die sehr unterschiedlichen Hintegründe und Perspektiven der vier Panelisten wurde das Thema sehr breit diskutiert. Es war mir eine große Freude, dass ich dabei sein durfte und ich hoffe, dass mehr KMU Interesse an diesem Thema gewinnen. Dazu wird in den nächsten Jahren auch das Kompetenzzentrum csr.digital beitragen. Auf die weiteren Angebote von CSR.digital darf man gespannt sein!

Auftakt CSR.digital: Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Erfolgskriterien – Online Frühstück am 2. Juli

Auftakt CSR.digital: Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Erfolgskriterien – Online Frühstück am 2. Juli

Zu Beginn des Jahres 2020 hat das neu gegründete Zentrum für Wirtschaft und digitale Verantwortung „CSR.digital“ seine Arbeit aufgenommen. Es wird nun mit der Auftaktveranstaltung erstmals am 2. Juli 2020 öffentlich sichtbar. Expertenimpulse und Austausch zu einer digitalen Transformation mit Verantwortung. Und ich darf auch dabei sein :-). Jetzt zum Online-Frühstück anmelden!

Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Erfolgskriterien – Online Frühstück am 2. Juli von 09.00 bis 10.30 Uhr

Folgende Themen stehen im Mittelpunkt:

  • Digital und dezentral: Virtuelles Arbeiten in Zeiten der Krise und Herausforderungen für die Mitarbeiterführung!
  • Langfristige Digitalisierungspotenziale heben: Kann es gelingen, die Krise als Chance zu nutzen?
  • Nachhaltigkeit: Vom Kostentreiber zum Erfolgsfaktor

Melden Sie sich jetzt online an: Registrierung Online-Frühstück

Es nehmen folgende Expertinnen und Experten teil:

  • Dr. Myriam Jahn, CEO Q-loud und Expertin für Internet of Things
  • Roland M. Schüren, Inh. Ihr Bäcker Schüren
  • Stephan Grabmaier, Experte für New Work, Innovation und Nachhaltigkeit
  • und ich darf als Expertin für Digital Responsibility ebenfalls Impulse geben.

Die vollständige Agenda findet sich hier.

Ich freue mich sehr über reges Interesse und interessierten Austausch zum Thema!

Schon jetzt ist CSR.digital an Meinungen und Erfahrungen interessiert, bitte beteiligen Sie sich deshalb an der folgenden Umfrage, die Sie nur wenige Minuten in Anspruch nimmt: Hier geht’s zur Umfrage

Folgende Themen stehen bei der Arbeit des Zentrums im Fokus: Welche Rolle spielen Digitalisierung und Nachhaltigkeit für die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen in NRW? Wie können die beiden Megatrends dazu beitragen, dass Unternehmen gestärkt aus der Covid19-Krise hervorgehen? Welche neuen Risiken und Herausforderungen entstehen und wie können sie adressiert werden? Wie verändern sich Arbeitsalltag und Führung? Diese und weitere Fragen adressiert das landesweite Zentrum für Wirtschaft und digitale Verantwortung CSR.digital. Das Zentrum ist einaus EU-Mitteln gefördertes Kollaborationsprojekt zwischen dem WuppertalerCollaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP), der IHK NRW und dem Lehrstuhl für Controlling und Accounting an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger).Zusammen mit einem breiten Netzwerk von Partnern unterstützt CSR.digital KMU auf ihrem Weg zu nachhaltiger Wettbewerbsfähigkeit.

Kundenprojekt: Digitale Transformation mitarbeiter­orientiert gestalten

Kundenprojekt: Digitale Transformation mitarbeiter­orientiert gestalten

Jobs und Arbeitsweise verändern sich mit der Digitalisierung. Es ist eine Aufgabe der Digital Reponsibility die digitale Transformation von Beschäftigten mitgestalten zu lassen und so ihre Souveränität zu stärken. Ich freue mich sehr, dass ich bei einer mittelständischen Steuerkanzlei ein solches Transformationsprojekt über mehrere Monate als externe Prozessberaterin erfolgreich begleiten durfte. Ein absolutes Lieblingsprojekt!

Ich durfte einen „Lern- und Experimentierraum“ nach der Methode „UnternehmensWert:Mensch“ methodisch einführen und die pilothafte Umsetzung durch zahlreiche weitere Projektmanagement-, agilen Arbeitsmethoden sowie Coaching ergänzen. Ziel war es die Kompetenzen für agiles Arbeiten und Selbstmanagement der Beschäftigten weiter zu entwickeln sowie ein konkretes methodisches Rahmenwerk zu nutzen. So wurde die Basis für eine kollaborative Organisation gelegt, die anpassungsfähig auf weitere Veränderungen von außen reagieren kann.

Die ganze Geschichte findet sicht hier.

Case | Digitale Transformation einer Steuerkanzlei

 

Lohnt sich Corporate Digital Responsibility?

Lohnt sich Corporate Digital Responsibility?

Mehr und mehr Unternehmen verbinden Digitalisierung mit nachhaltigem Wirtschaften und digitaler Ethik zur Corporate Digital Responsibility. Sie tragen mit digitaler Verantwortung dazu bei, digitale Gesellschaft positiv zu gestalten. Aber lohnt sich CDR eigentlich für ein Unternehmen?

Für die „Mutter“ der CDR, die Corporate Responsibility, ist dies gut belegt. Ja, gesellschaftliches Engagement kann den Unternehmenserfolg steigern. Ihre Vertrauenswürdigkeit als Geschäftspartner, als langfristiges Investment, als Arbeitgeber wächst. Sie sind robuster gegenüber Veränderungen von außen. Das sind insbesondere im digitalen Wandel beachtliche Vorteile.

Dieser Erfolg für das Unternehmen ist jeodch  abhängig von der Art und Weise, wie Corporate Digital Responsibility im Unternehmen verfolgt wird. Denn es gibt mehrere „Arten“ von CDR.

  • Das ökonomische und rechtliche Engagement („passiv“)
  • Das „Social Sponsoring“  („gesellschaftlich“)
  • Als Teil der Wertschöpfung („strategisch“)
  • Das Unternehmen als proaktiver politischer Gestalter („transformativ“)

Die Leistung der CDR nimmt mit jeder Stufe zu – abhängig von der Intensität des Engagements oder besser von dem Investment. Und gleichzeitig steigt das Erfolgspotenzial, je mehr sich ein Unternehmen für CDR engagiert. Vereinfacht gesagt: Je mehr an Zeit und Ressourcen investiert wird, umso enger ist das Engagement mit dem Geschäftsmodell des Unternehmens verbunden und umso mehr wirkt sich dies auf die Glaubwürdigkeit und den Erfolg des Unternehmens. Es entsteht ein positiver Business Case für Unternehmen und Gesellschaft. Aber: Wenn mehr und mehr investiert wird, führt dies nicht mehr zu mehr Leistung oder Erfolg. Der Business Case erreicht sein Optimum.

Der Unternehmer bzw. die Geschäftsführung entscheidet, wie stark sich ein Unternehmen für CDR engagiert und welche Art von CDR am besten zum Unternehmen passt. Die konkreten Erfolgspotenziale für Unternehmen sind bezogen auf die oben angegeben Arten der CDR:

  • Risikobeherrschung durch Einhaltung von Gesetzen und ökonomisch nachhaltigem Wirtschaften
  • Förderung der Reputation bzw. Marke durch Geld-, Sachmittel für gesellschaftliche Akteure
  • Ein positiver Wertbeitrag, z.B. Kundenvertrauen, Mitarbeitermotivation, Kapitalzugang, Nachhaltigkeitsinnovation
  • Mit-Gestaltung  des Unternehmensumfelds, z.B. branchenweite Selbstverpflichtungen

Bei diesen Erfolgspotenzialen handelt es sich um Wettbewerbsvorteile, die Unternehmen dabei unterstützen können, eine einzigartige Position im Markt zu erreichen bzw. zu erhalten. Das zeigt: CDR ist ein unternehmerisches Konzept, das von der Geschäftsführung in das Unternehmen hineingetragen wird. Es integriert die Belange unterschiedlicher Abteilungen und Funktionen und geht weit über IT-, den CR-oder Umweltbereich hinaus.

Weiterführende Quellen:

Dörr, Saskia (2020) Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility. Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeitsmanagement im Digitalzeitalter. Springer Gabler, Berlin. S. 48 ff. und S. 194ff. Bestellbar als eBook oder Softcover im Springer Nature Shop.

2020, das Jahr der Corporate Digital Responsibility? Eine Akteursübersicht

2020, das Jahr der Corporate Digital Responsibility? Eine Akteursübersicht

Neue Verantwortungsbereiche von Unternehmen zum Umgang mit Daten, Künstlicher Intelligenz etc. entstehen, die in Politik und Wirtschaft aufgegriffen werden. Dieses Fachgebiet wird „Corporate Digital Responsibility“ (CDR) genannt. Der Begriff wurde 2016 von Frank Esselmann und Alexander Brink in die deutsche Diskussion eingebracht. Aktuell passiert richtig viel auf diesem Gebiet. Wird 2020 das Jahr der Digital Responsiblity – trotz oder sogar wegen der Coronakrise?

Hier ein erster Überblick über die Akteurslandschaft in Deutschland (den ich gerne bei Hinweisen erweitere). Wer macht was in Sachen CDR?

Politik Bund:  CDR wurde von Katharina Barley als Justizministerin 2018 auf die politische Agenda gehoben und die Corporate-Digital-Responsibility-Initiative mit großen Unternehmen unterschiedlicher Branchen ins Leben gerufen. Seit dem Weggang von Katharina Barley ist hier wenig passiert.

Politik in den Ländern: In NRW geht die Entwicklung weiter. Hier wird im Juni 2020 das erste Zentrum für Digital Responsibility in Deutschland vom „Center for Sustainability Production and Consumption“ gestartet. Es ist gefördert durch das Wirtschaftsministerium NRW und den europäischen EFRE Font. Hier sollen KMU bei der Umsetzung durch Workshops und einen Massive Open Online Course (MOOC) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf bei der Umsetzung von Digital Responsibility gefördert werden. In Bayern bietet die Themenplattform Verbraucherbelange in der Digitalisierung im Zentrum Digitalisierung Unternehmen Unterstützung bei der Berücksichtigung von CDR in Geschäftsmodellen oder Produkten.

Gesellschaftliche Organisationen und Stiftungen: Die gesellschaftliche Diskussion wird CDR von bedeutenden wirtschaftsnahen Akteuren wie der D21-Iniative und der Bertelsmann-Stiftung. Die D21-Initiative hat im April 2020 das Online-Magazin zu CDR gelauncht und die Bertelsmann-Stiftung hatte bereits 2019 einen „Booksprint“ dazu gestartet. Das Buch mit mehreren Dutzend Beiträgen, die CDR aus sehr unterschiedlichen Perspektiven beleuchten, steht kurz vor Veröffentlichung im Frühjahr 2020.

Wissenschaft: Bisher gibt es meines Wissens nach keinen Lehrstuhl an deutschen Hochschulen zu CDR. Von Prof. Lara Lobschat und Kollegen von der Universität Münster, dem Karlsruher Institut für Technologie, der LMU München sowie weiteren internationalen Co-Autoren wurde im November 2019 ein Paper als Entwurf publiziert, dass wissenschaftliche Grundlagen zu CDR legt. Die erste Studie für den Bedarf einer CDR legte Prof. Christian Thorun, Quadriga Hochschule Berlin, 2018 vor.

Wirtschaftsverbände: Von den Wirtschaftsverbänden positioniert sich der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. zu CDR als ein wesentliches Themenfeld. Im April 2020 erschien das Positionspapier, das mit neun Unternehmensbeispielen zu einem „verantwortungsvollen Weg in die digitale Transformation“ informieren und inspirieren möchte. Der Verband möchte seine „Mitglieder, die Wirtschaft im Allgemeinen und auch die Politik dazu animieren, sich für CDR starkzumachen“. Bitkom, der größte Digitalverband Deutschlands, hat bisher ein Diskussionspapier zu CDR im Kontext von Künstlicher Intelligenz veröffentlicht und verfolgt das Thema aktuell eher nachgelagert in seinem Arbeitskreis „Public Affairs„.

Unternehmen: In Deutschland wird CDR bisher systematisch von einer Reihe Unternehmen aufgegriffen und  umgesetzt – allen voran die Tech-, IT- und Telekommunikationsunternehmen. Sieben unterschiedliche Praxisbeispiele habe ich in meinem  Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility. Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeitsmanagement im Digitalzeitalter„, der im März 2020 im Springer Gabler Verlag erschienen ist, dargestellt. Unternehmen aus Handel, der Softwarebranche, dem Agenturbereich, der Industrie,  der Telekommunikations- oder Finanzbranche, die CDR strategisch aufgreifen, finden sich im Positionspapier des BVDW.

Ich plane einen Überblick über Engagements von Unternehmen in Deutschland zu Corporate Digital Responsibility. Gerne nehme ich Hinweise zu Unternehmen sowie Ergänzungen zu relevanten Akteueren entgegen. Bitte schreiben Sie an Saskia.doerr@wiseway.de.

GlobeScan-Studie zu Unternehmensverantwortung in der Coronakrise

GlobeScan-Studie zu Unternehmensverantwortung in der Coronakrise

Für 94% der Teilnehmer des Online-Forums von GlobeScan stellt die Corona-Krise eine Chance für Unternehmen dar, Vertrauen gegenüber der Gesellschaft zu gewinnen. Viele Unternehmen in Deutschland und international zeigen bereits in zum Teil bewundernswerter Weise Engagement, um bei der Bewältigung zu unterstützen. Doch nutzen alle diese Chance für Vertrauen bereits ausreichend? Wo gibt es Handlungsbedarfe, um sinnhafte Führungsverantwortung in Zeiten der Krise zu zeigen?

Nun stellte GlobeScan  die (meines Wissens nach) erste Studie vor, die sich systematisch mit dem gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen in der Corona-Krise befasst und fachlich aus Corporate-Responsibility-Sicht bewertet. Ich nahm an dem am 2. April 2020 veranstalteten Webinar ‘Purposeful Leadership in a Time of Crisis’ („Sinngerichtetes Führen in einer Zeit der Krise“) teil und stelle Kernergebnisse im Folgenden zusammen.

Ergebnis der GlobeScan-Studie zu CR und Covid-19 bzw. Coronokrise

Im Webinar wurde eine Studie von 200 globalen Initiativen zur nachhaltigen Führungsrolle von Unternehmen in der Krise vorgestellt. Dazu gab es  Best-Practice-Beispiele und Informationen zu zielgerichtete, sinnhafte Führung. Seit vielen Jahren lese ich regelmäßig die Updates von GlobeScan und nehme an den Webinaren von teil. Das Forschungsunternehmen untersucht international und global die Entwicklungen zu Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility mit ihrer Wirkung auf Vertrauen, z.B. auf Marken. Die Studien sind mit größter Expertise erstellt und werden hochkarätig kommentiert und eingeordnet.  Die Veranstaltung hatte mit 300 Teilnehmern aus 47 Ländern eine beachtliche Resonanz.

Das Ergebnis der Studie zeigte unterschiedliche Klassen der Unternehmensinitiativen in der Corona-Krise (vgl. Abb.  „Corporate Response – The Trend“):

  1. Ebene „Unternehmensanpassung“. Anpassung des Unternehmens an das „neue Normal“, um die kurzfristigen Herausforderungen zu adressieren und die Wirkung der Krise zu minimieren. Dazu gehören beispielsweise die Fürsorge um die Gesundheit der Mitarbeiter, Angebote zur Versorgung der Kinder von Angehörigen oder auch die kurzfristige Einrichtung von Home Office oder Anpassung der Produktionszeiten.
  2. Ebene „Philanthropie“. Stiftungen von Unternehmen und einflussreiche Führungspersonen versprechen monetäre und  Ressourcenunterstützung. Darunter sind beispielsweise Hilfsaktionen für Krankenhauspersonal, wie z.B. die Unterstützung mit Essen, Süßigkeiten, oder auch die Beschaffung oder Produktion von fehlenden medizinischen Materialien, wie Schutzmasken oder Respirationsgeräte, zu verstehen.
  3. Ebene „Kollaborativ“. Gleichgesinnte Unternehmen und Stakeholder kommen zusammen für das übergeordnete Wohl. Hier sind gemeinsamen Initiativen von Unternehmen subsummiert, die Arbeitnehmer an andere Branchen überlassen bzw. aufnehmen, um keine Entlassungen zu riskieren oder gemeinsame Aktivitäten von Unternehmen mit Gemeinwohlorganisationen für gefährdete Personengruppen.
  4. Ebene „Shared Value“. Unternehmen nutzen ihre wesentlichen Stärken, um sicherzustellen, dass ihre Stakeholder nicht wirtschaftlich oder sozial beeinträchtigt werden. Hier geht es darum, die Verantwortung des Unternehmens auf Partner, Lieferanten, Anrainer etc. auszudehnen. Negatives Beispiel, das in Deutschland entsprechend öffentlich bewertet wurde, war das Einstellen von Mietzahlungen durch Schuh- und Bekleidungshandel/-produzenten.

Die unterschiedlichen Klassen können auch als „Evolutionsstufen“ verstanden werden, da das Engagement immer stärker transformatorisch wirkt.

Bewertung der Führungsrolle von Unternehmen in der Krise

Die untersuchten Initiativen  wurden von GlobeScan in Bezug auf die „Trusted Leadership“ bewertet (vgl. Abb. „Trusted Leadership: Purpose, Performance, and Participation“).

Positiv wurde bewertet, dass die Aktivierung der Unternehmen durch Produkte, Services und Marken bereits stark ist. Ebenso das interne und externe Engagement und die Kollaboration. Handlungsbedarfe sieht GlobeScan bei der Entwicklung einer verbindenden Idee und Vision, dem Executive Leadership  und der Verantwortung für alle Stakeholder. Bisher weniger zu erkennen sind Initiativen, die einen systematischer Veränderung der Situation zum Ziel haben.  Die Gründe dafür sind vielfältig und sollen an dieser Stelle außen vor bleiben.

Veränderte Erwartungen an Unternehmen nach der Coronakrisa

Wie verändern sich die Erwartungen an die Unternehmensführung nach der Krise? Eine der wichtigsten Botschaften der Diskussion war: Weg von ehrgeizigen Versprechungen hin zu Maßnahmen in dringenden Fragen. Und: Das Zeigen der Wirkung der Maßnahmen wird stärker denn je im Vordergrund gehen, wenn es um das Vertrauen der Verbraucher geht.

Die Auswirkungen auf Unternehmen können in drei Bereichen zusammengefasst werden:

  • Den Zweck in den Mittelpunkt stellen: Es wird ein größeres Bedürfnis bestehen, den Zweck zu verstehen, zu artikulieren und strategisch zu planen, da er für die Geschäftsstrategie noch wichtiger wird. Und die Verbraucher werden eine größere Nachfrage nach Unternehmen haben, die einen relevanten gesellschaftlichen „Purpose“ verfolgen.
  • Fokus auf Nachhaltigkeit: Unternehmen werden von den Interessengruppen einer genaueren Prüfung unterzogen, um sicherzustellen, dass sie nachhaltig sind – ökologisch, wirtschaftlich und sozial. Dies wird eine Gelegenheit für Unternehmen sein, eine Führungsrolle in Sachen Nachhaltigkeit zu übernehmen, insbesondere in Ländern, in denen dies bisher eine weniger bedeutungsvolle Rolle eingenommen hat.
  • Mehr Zusammenarbeit: Die Entstehung und/oder Bedeutung der vorwettbewerblichen Zusammenarbeit innerhalb der Branchen wird zunehmen. Der Schwerpunkt wird auf kollektiven Auswirkungen liegen, um gemeinsame Herausforderungen zu lösen.

Abschließend und stellvertretend ein Zitat aus der Online-Diskussion, das die Hoffnung nach einer stärker vernetzten Wahrnehmung von Unternehmensverantwortung ausdrückt (eigene Übersetzung):

„Ich würde mir wünschen, dass CEOs einen Ökosystemansatz für ihre Organisation und ihre Stakeholder verfolgen, das das Unternehmen mit der Welt verbindet. Was bedeuten die Entscheidungen unserer Organisation für die Biodiversität und die Ökosystemtreiber in welchen Regionen der Welt? Wie und wo beeinflussen unsere Entscheidungen Einzelpersonen und Gemeinschaften? “

Globescan, Purposeful Leadership in a Time of Crisis | Research, Webinar, and Online Forum. Best Practices on Business Responses to COVID-19, 02. April 2020

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