Nackt in die digitale Zukunft: Shoshana Zuboff und Margrethe Vestager im Dialog zu Big Tech, Europa und Demokratie

Nackt in die digitale Zukunft: Shoshana Zuboff und Margrethe Vestager im Dialog zu Big Tech, Europa und Demokratie

„Wir gehen nackt in die digitale Zukunft“, sagt Shoshana Zuboff, Autorin des Bestsellers “Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ im Gespräch mit Margarete Vestager, Geschäftsführender Vizepräsidentin der EU und Kommissarin für Digitales.  Auf die Frage, wo die EU auf ihrem Weg in die digitale Zukunft stehe, antwortet Margarete Vestager mit Augenzwinkern: „Es tut mir leid, wir haben aktuell nur einen Stringtanga.“ Es war das erste öffentliche Gespräch der beiden großen Vordenkerinnen von digitaler Verantwortung – eine wirklich Sternstunde und absolut sehenswert!

Der Dialog wurde von der IDA Engineering Society organisiert und am 16.06.20 geführt. Das Video ist hier abrufbar. In 60 Minuten sprechen die beiden in Kopenhagen und Maine (USA) über die Bedeutung des Überwachungskapitalismus für Demokratie und über den europäischen Weg in das Digitalzeitalter (versus USA und China). Es geht im Ausgangspunkt um die Marktmacht der Big-Tech-Giganten Google, Facebook, Amazon und Co.., denen es in der aktuellen digitalen Ökonomie gelingt menschliches Empfinden und Verhalten in einen „Rohstoff für Profit“ zu verwandeln.

Einige Aussagen von Shoshana Zuboff, die eine Menge Sprengkraft haben:

  • Uns fehlen bisher in der demokratischen Welt die Regularien, Gesetze, Rechte und Institutionen, die eine digitale Zukunft mit Autonomie, Freiheit und Demokratie ermöglichen.
  • Die häufige im privaten Kontext getroffen Aussage „Ich habe nichts zu verbergen“ folgt aus ihrer Sicht einer autoritären Propaganda. Die Privatheit des inneren Erlebens des Einzelnen und die Rückzugsmöglichkeit in das Private ist die Grundlage demokratischer Systeme. Ohne Privatheit ist keine Freiheit und keine Demokratie möglich.
  • Wir haben darin als „westliche Staaten“ (sie meint damit EU und schließt USA mit ein) versagt, eine Vision für eine digitale demokratische Zukunft zu entwickeln. China entwickelt dahingegen seit Jahrzehnten geführt von der Kommunistischen Partei ein System für eine digitale Zukunft.
  • In der Krise nach 9/11, den Terroranschlägen am 11. September 2001, wurde die Frage der Sicherheit priorisiert und mit ihr die der Überwachung zur Vermeidung von Terror. Der Umgang mit dem Ereignis bahnte daher den Weg in den „Überwachungskapitalismus“, wie wir ihn heute erleben.
  • Wir als „NutzerInnen“ von Big Tech haben den Eindruck, dass unser innerstes Erleben privat sein sollte. Dies ist jedoch bisher nicht in Gesetzen abgebildet. Wir sprechen zu viel über Daten – sie sind nur eine sekundäres Phänomen.

Einige Aussagen von Margareta Vestager zum Europäischen Weg:

  • Die EU hat begonnen, z.B. beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz, beim Angebot von sicherem Speicherplatz für Daten und auch der Verabschiedung der DSGVO – aber es ist noch eine sehr weiter Weg zu gehen.
  • Die Fokussierung auf „Digital Responsibility“ – und damit auf eine regulierte Digitalisierung – ist aus ihrer Sicht ein Treiber für Innovation. Regulierung und Innovation als Gegensätze zu sehen, sei einfach falsch. Das zeige die Vergangenheit z.B. auch im Umweltschutz.
  • Wir gehen in Europa einen Weg der Balance – wie auch in der Vergangenheit beim Umweltschutz. Wir erlauben Pestizide, aber nur so weit, dass sie Biodiversität  und Wasserqualität nicht mindern. So entwickelten sich weniger schädliche Pestizide und andere landwirtschaftliche Praktiken. Diese Art von Balance muss nun für Technologie und digitalen Fragen entwickelt werden
  • Neue verantwortliche Grenzen, die durch Politik und Regulierung gesetzt werden, provoziert Innovation. Andere Innovation, als die Innovation, die sich um nicht „schert“. Wir als EuropäerInnen sind dafür verantwortlich, welche Art von Gesellschaft wir wollen.
  • Auf die Frage, wo die EU auf dem Weg starten soll, sagte sie, sie sei in Bezug auf Interoperabilität zurückhaltend geworden, da dies zu „jahrzehntelangen Gerichtsverfahren“ führen könnte. Stattdessen setzt sie die „Identität“ des Einzelnen als BürgerIn in den Mittelpunkt. Diese Identität müsse nicht errungen werden, sondern „sei da“  und mit ihr wären Rechte verbunden, beispielsweise der eigenen Daten als Eigentum.

Es ist kein Streitgespräch, sondern der Austausch einer der größten Vordenkerinnen zur Freiheit- und Demokratiefeindlichkeit der derzeitigen Mechanismen von Big Tech und einer Politikerin, die diese Impulse aufgreift und in ihre Europapolitik integriert. Man merkt dem Dialog an, dass die beiden Panelistinnen sich kennen, vertrauen und schätzen. Das macht die Atmosphäre in diesem virtuell geführten Austausch bei aller Expertise, Professionalität und Ernsthaftigkeit in der Sache locker und angenehm zu folgen. Das Gespräch wurde pointiert und kenntnisreich durch Mikkel Flyverbom, Professor an der Copenhagen Business School, geführt.

Quelle: IDA Engineering Society (2020) Shoshana Zuboff meets Margrethe Vestager. Shoshana Zuboff meets Margrethe Vestager: A conversation about a future digital Europe. Webinar vom 19.06.2020.  https://ida.dk/viden-og-netvaerk/videoer-fra-ida/shoshana-zuboff-meets-margrethe-vestager-a-conversation-about-a-future-digital-europe Zugriff am 20.06.2020)

GIZ techDetector: Technologie-Scouting für Nachhaltige Entwicklung

GIZ techDetector: Technologie-Scouting für Nachhaltige Entwicklung

An der 49. Socialbar Bonn nahm ich – wie alle anderen – aufgrund der Corona-Pandemie erstmals von zu Hause aus virtuell mittels der Videokonferenz und via Facebook teil. Es gab dennoch die obligatorische Hashtag-Runde und Breakout-Sessions sorgten für die Interaktion der Teilnehmer. Was nicht alles geht in diesen Zeiten! Später stellte Elke Matthaei den techDetector der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) vor. Das Tool hat mich sofort begeistert und ich habe es mir dann genauer angeschaut.

Digitale Technologien und Innovation spielen eine zentrale Rolle, um die Sustainable Development Goals zu erreichen. Auf diese Themen bin ich in meinem Blog schon häufiger eingegangen und auch im „Praxisleitfaden“ habe ich dies vertieft. Dabei stellt sich auch die Frage für verantwortungsvoll handelnde Unternehmen, inwieweit eine entwickelte oder eingesetzte Technologie Potenzial hat, einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten.

Mit dem GIZ techDetector soll der Entwicklungsstand und die Nachhaltigkeitswirkung einer Technologie bewertet und mit einem Blick erfassbar sein. Er soll zur Erreichung der SDG beitragen. Bisher wurden bisher 245 emerging technologies identifiziert.

Beispiele sind

  • Deep Fake Detection Tool
  • Emergency Citizen Responder
  • Adversial machine Learning
  • 3D Printing
  • Mobility-as-a-Service (MaaS)
  • Delivery Drone
  • Upcycled Co2 Concrete
  • Citizen-drive Platform
  • GovCoud

Diese werden nach entwicklungspolitischen Handlungfeldern geclustert: Economy & Employment; Climate Change, Environment, Natural Resources Management; Social Development; Rural Development & Agriculture; State & Democracy; Sustainable Infrastructure: Water, Energy & Transportation; Security, Reconstruction and Peace.

Die Basis für die Bewertung ist das Technology Readiness Level, der NASA-Standard für den Reifegrad von Technologien, welcher zwischen verschiedenen Stadien unterscheidet. Die Nachhaltigkeitswirkung jeder einzelnen Technologie wird über eine offene crowd-sourced Survey ermittelt und auf einer Skala von -2 bis +2 bewertet. Jeder Interessierte kann an diesem Survey teilnehmen. Das Tool wurde im Oktober 2019 gelauncht und ist frei unter https://viz.envisioning.io/giz/ zugänglich. Es soll die Entwicklungs-Community und Tech-Industrie miteinander verbinden.

Mir war bei der Nutzung unklar, aus welchen Gründen Technologien in den GIZ techDetector aufgenommen werden (oder eben nicht). Die Methodik der Bewertung des Nachhaltigkeits-Impact ist leider nicht nachvollziehbar. Dadurch ist es nicht möglich, selbst Interpretationen anzustellen oder auch nur nachzuvollziehen, wieso es zu dieser Bewertung kam. Hier kann sicherlich noch mehr Nutzerunterstützung erfolgen, indem konkrete Interpretationsbeispiele einzelner Technologien beigefügt werden oder Experten ihre Einschätzung dazu mitliefern. Wichtig wäre die Publikation der Bewertungsmethodik zur Entwicklung des Nachhaltigkeits-Impact.

Aus meiner Sicht bietet der GIZ techDetector auch relevante Einsichten für nachhaltigkeitsorientierte Unternehmen in der digitalen Transformation. Die Prüfung von im Unternehmen eingesetzten Technologien mit dem GIZ techDetector und der Abgleich mit der Bewertung aus der Nachhaltigen Entwicklung könnte neue Einsatzszenarien eröffnen, den Beitrag zu einzelnen SDG verdeutlichen und damit die Digital Responsibility Agenda unterstützen.

Gitta Sender, Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), 06. April 2020

Bye-bye, Cowboys!

Bye-bye, Cowboys!

Im „digitalen Wilde Westen“ werden Daten aus dem Hinterhalt erbeutet und zu Geld zu gemacht. Es gilt das „Recht des Stärkeren“ – der globalen Konzerne – und es wird ohne Rücksicht auf Verluste (von Nutzern, Kunden und Bürgern) vorgegangen (vgl. z.B. Facebook und Cambridge Analytica Skandal).

Vielen Unternehmen ist inzwischen klar, dass sich diese Phase der „Freibeuterei“ dem Ende nähert. Europäische Unternehmen verfolgen eigene, gesellschaftlich getragene Visionen der Digitalisierung – jenseits des „Silicon Valley“. Sie überdenken daher ihre Geschäftsmodelle in Bezug auf mehr Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung im Digitalzeitalter. Aktuell entwickelt sich gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen zu „Corporate Digital Responsibility“. Dazu schreibe ich in meinem Artikel „Vom „Wilden Westen“ zur Digitalisierung mit Verantwortung: Corporate Digital Responsibility entwickelt sich“ auf der tbd*, dem „digitalen Zuhause für Menschen, die die Welt verbessern möchten“. Den vollständigen Artikel findet ihr hier.

Zudem sind alle Nachhaltigkeitsmanager, -interessierte und sonstige Changemaker, die sich für dieses noch junge Gebiet des Nachhaltigkeitsmanagements interessieren, herzlich zu meinem Webinar „Innovatives CSR- & Nachhaltigkeitsmanagement“ “ am 26. Oktober 2018, 12:00 bis 13:00, eingeladen. Weitere Infos und Anmeldung hier.

Hoffnungsvoll bezüglich des Endes dieser unrühmlichen Phase der globalen Wirtschaft stimmt mich auch, dass es prominente Mitstreiter gibt: Der „Vater“ des World Wide Web, Tim Berners-Lee, tritt höchstpersönlich an, um mit einem neuen Startup die Idee des Internet zu „retten“ und den Nutzern die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zurück zu geben!

Design Thinking mit Nachhaltigkeit: So geht´s!

Design Thinking mit Nachhaltigkeit: So geht´s!

„Werte und Wandel“: „Saskia Dörr, Sie sind Nachhaltigkeitsmanagerin. Was hat Design Thinking damit zu tun?“

Ich:„ Nicht nur bei Umgang von Wirtschaft und Gesellschaft mit der Digitalisierung stellen sich „boshafte Probleme“ – erst recht beim Lösen der globalen Probleme, wie Energieversorgung, Klimagerechtigkeit, fairer Zugang zu Bildung, Lebensmittelversorgung oder Artenvielfalt etc. Beim Finden von Wegen für nachhaltige Lösungen, die den Menschen dienen, kann Design Thinking helfen. Das ist für unsere Zukunft von großer Bedeutung.“  Das ganze Interview „Design Thinking – auf den Punkt!“ auf Werte und Wandel  (Danke, liebe Elita Wiegand!).

Die Innovationsmethode des „Silicon Valley“, die der SAP-Gründer Hasso Plattner nach Deutschland brachte, ist bestens geeignet, um auch nachhaltige, faire und grüne Lösungen zu entwickeln. Das liegt daran, dass sich mit Design Thinking „wicked problems“ (übersetzt als „boshafte Probleme“) angehen lassen. D.h. Probleme, die bisher gar nicht genau definiert oder beschrieben werden können und unklare Lösungswege haben. In der Disziplin der Logik, ist Design Thinking eine Anwendung der„Abduktion“ –  das ist ein hypothetischer Schluss vom Einzelnen und einer Regel auf eine Regelmäßigkeit (mehr dazu im Vortrag „Innovationsmethode Design Thinking“ von Prof. Oliver Kretzschmar). Dieses Vorgehen unterscheidet Design Thinking von anderen Innovationsmethoden.

Wir alle wissen, dass wir anders wirtschaften und konsumieren müssen, um die Ressourcen des Planeten zu schützen und nicht weiter zu übernutzen. Viele Unternehmen haben es sich zur Aufgabe gemacht Produkte und Services umweltfreundlicher, ressourcenschonender und fairer  anzubieten und lassen sich z.B. von Zero Waste, SoLaWi oder Fairem Handel inspirieren. Denn: auch Konsumenten achten inzwischen auf Nachhaltigkeit.

Um in Sachen Innovation die Nase vorn zu behalten, nutzen nachhaltigkeitsorientierte Unternehmen, Umweltmanager, „Ecopreneure“ und Green Startups daher Design Thinking. Aber wie kommt die Nachhaltigkeit in das Design Thinking? Wie gestaltet sich ein Design-Thinking-Prozess für Nachhaltigkeitsinnovation?

Leider reicht es nicht aus, einfach mit einem Design-Thinking-Workshop loszulegen. Es müssen ein paar Voraussetzungen gegeben sein, um mit Design Thinking nachhaltige Services und Produkte zu gestalten. Dazu zählen beispielsweise:

  • Die Teammitglieder, denen Nachhaltigkeit besonders am Herzen liegt
  • Der Moderator, der für Nachhaltigkeit steht, und sie in den Workshop „einwebt“
  • Der nachhaltige Unternehmenskontext

Im Folgenden möchte ich diese Punkte genauer beleuchten.

Teammitglieder

Design Thinking lebt von der Heterogenität der Teammitglieder und ihrer Bereitschaft, ihre unterschiedlichen Ideen zu teilen. Es geht  nicht darum, für das Nachhaltigkeits-Design-Thinking „Ökos“ zu versammeln. Aber die Teammitglieder sollten Erfahrungen mit der Nutzung nachhaltiger Produkte haben und auch den Wunsch haben, sich für Nachhaltigkeit einzubringen. Je nach Challenge ist es wichtig ExpertInnen für Nachhaltigkeit, Energieeffizienz etc. dabei zu haben. Wichtig ist daher auch das entsprechende Briefing des Teams: „Dare to be wild for sustainability!“ – Traue Dich wild für Nachhaltigkeit zu sein! Damit geht es schon mal in die richtige Richtung.

Design-Thinking-Moderator mit Nachhaltigkeitskompetenz

Impulse für Nachhaltigkeit können an verschiedenen Stellen im Design Thinking eingebracht werden.  Sei es beim WarmUp, bei der Gestaltung der Persona, im Brainstorming oder beim Nutzer-Feedback. Der Moderator und Coach sollte diese Nachhaltigkeitsimpulse bereits in der Vorbereitung des Workshops und die Arbeitsunterlagen integrieren, damit sie einen festen Bestandteil im Workshop haben. Dafür muss der Moderator entsprechende Kompetenz in Sachen Nachhaltigkeit haben und das Thema auch sicher einflechten können. Das erleichtert die Akzeptanz im Team und ermöglicht einen erfolgreichen Verlauf.

Ich habe für WiseWay ein „Sustainability Design Lab“ –  ein Design Thinking für Nachhaltigkeit – entwickelt. Dabei webe ich an verschiedenen Stellen Nachhaltigkeitsaspekte ein. Beispielsweise lasse ich die Persona nach Aspekten eines nachhaltigen Lebensstils entwickeln, bringe zukunftsorientierte Lebensstile ein und gestalte das Brainstorming so, dass Assoziationen zu gesellschaftlichen Herausforderungen geweckt werden. In der Umsetzung nutze ich ein Business Model Canvas, das neben wirtschaflichen auch soziale und ökologische Perspektiven einnimmt.

Nachhaltiger Unternehmenskontext

Ein Design-Thinking-Workshop ist keine „Stand alone“-Maßnahme – es sei denn es handelt sich um einen „Schnupper-Workshop“ oder ein Training. Für alle Beteiligten ist es daher unabdingbar zu verstehen, auf welches Unternehmensziel das Design Thinking abzielt und welche Ressourcen zur Verfügung stehen, um das Produkt oder die Lösung zu entwickeln. Für Nachhaltigkeitsinnovationen ist es wichtig, den Design-Thinking-Prozess in die Nachhaltigkeitsprinzipien und -werte des Unternehmens einzubetten. Nicht zu unterschätzen ist dabei auch die ganz unmittelbare Wirkung des Workshop-Raums, der einen Bezug zur Natur widerspiegeln und inspirieren kann.

So kann Design Thinking auch angewendet werden, um die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens durch mehr Engagement der Beschäftigten Realität werden zu lassen. Es entsteht eine Win-Win-Situation, denn Mitarbeitende wünschen sich, ihre Nachhaltigkeitsorientierung in höherem Maß als bislang möglich am Arbeitsplatz einzubringen  (Informationen zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen dazu finden sich hier).

Aktuell hat ein Wissenschaftlerteam  (u.a. mit TU Berlin und der Alanus Hochschule aus dem Rhein-Sieg-Kreis) eine Methode zur Entwicklung von Nachhaltigkeitsinnovationen durch Mitarbeiter mittels Design Thinking vorgestellt. Viele der Erkenntnisse decken sich mit meinen Erfahrungen aus der Praxis. Gerade auch wegen ihrer Umsetzungsorientierung bringt diese wissenschaftliche Arbeit einen echten Mehrwert für Organisationen und Unternehmen. So werden beispielsweise umfangreichen Templates für die Durchführung von Workshops zur Verfügung gestellt. Weitere Information zu Design Thinking für Nachhaltigkeit finden sich auf dieser Website.  Selbst erfahren kann man die Methode in Workshops, die 2018 angeboten werden – bei Interesse hier entlang.

Mein Fazit: Design Thinking kann der Nachhaltigkeit und den Innovationen für nachhaltige Produkte und Services nutzen. Ich würde mich freuen, wenn wir sehr viel mehr davon sehen würden und stehe gerne zur Verfügung!

Quellen

Hasso-Plattner-Institut (2018): Design Thinking. https://hpi.de/

Kretzschmar, O. (2015): Innovationsmethode Design Thinking. Hochschule der Medien Stuttgart.

Schrader, U. & Harrach, C. (2014): Nachhaltig leben und arbeiten.  TU Berlin. http://nachhaltig-leben-und-arbeiten.de

Schrader, U. et al. (2018): Design Thinking für Nachhaltigkeit. http://www.nachhaltigkeitsinnovation.de/

Werte und Wandel (2018): Design Thinking – auf den Punkt!  Ein Interview mit Dr. Saskia Dörr. https://werteundwandel.de/inhalte/design-thinking-auf-den-punkt/

Ich packe meinen Koffer…

Ich packe meinen Koffer…

…und hätte gerne Eure Meinungen im Gepäck, liebe Freunde, Partner, Vordenker und kritisch-konstruktive Geister! Und zwar Eure Sichtweise auf die Frage:„Digitale Transformation – spaltet oder eint sie unsere Gesellschaft?

Die Digitale Transformation ist einer der Schlüsselfaktoren auf dem Weg in die Zukunft. Daher möchte ich mit Euch darüber sprechen.  Was sind die Einflüsse, Haltungen, Erfahrungen für das eine oder das andere? Wieviel „öffentliche Hand“ sollte es nach Eurer Meinung geben?

Wer ist mit dabei beim Austausch – vielleicht ganz persönlich Face2Face nächsten Dienstag im BonnLAB? Oder virtuell bei einer Skype-Telco Ende Juni?

Mit meinem Koffer fahre ich übrigens nach Berlin. Dort findet am 6. & 7. Juli 2017  die „Zukunftskonferenz“ statt. Gemeinsam soll eine Landkarte für die Zukunft entwerfen. Die Grundlage dafür sind die in einem offenen Prozess entwickelten Szenarien für Deutschland 2030. Am Ende der Konferenz sollen Eckpunkte für ein Memorandum zur Bundestagswahl 2017 verabschiedet werden.  Zur Anmeldung geht´s hier lang.

Initiiert hat das Vorgehen Gunnar Sohn – er rief dazu auf, „Future Hubs“ zu starten, um die Diskussion zu bestimmten Themen zur und nach der Konferenz zu führen und mit zur Konferenz „zu bringen“ (mehr dazu hier).

Überblick D2030 Initiative

Die D2030 Initiative möchte einen unabhängigen Zukunftsdiskurs in Deutschland etablieren. Mir hat ein solcher Diskurs am Rande einer großen Transformation ausgelöst durch disruptive Technologieinnovationen gefehlt. Daher wurde ich auch bereits vor einigen Monaten Botschafterin für die Initiative. Die Initiatoren haben mittels einer etablierten Methode und zwei Online-Befragungen vier Szenarien (und genauer acht Sub-Szenarien) entwickelt, wohin es mit uns in Deutschland gehen kann. Die Szenarien bewegen sich zwischen „Spurtreuer Beschleunigung“ über „Neue Horizonte“ zu „Bewusste Abkopplung“ und „Alte Grenzen“.  (Alle Details zur Methode und zu den Ergebnissen hier.)

Definition „Digitale Transformation“

„Die digitale Transformation beschreibt einen tiefgreifenden Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft. Ihr zugrunde liegt die Digitalisierung aller Lebensbereiche. Sie verändert unsere Art der Kommunikation, unsere Arbeitswelt und bestehende Geschäftsmodelle radikal. Beispielsweise im Handel, den Medien, der Energiewirtschaft oder dem Mobilitätsektor führt sie zu neuen Produkten, Dienstleistungen und Wertschöpfungsprozessen. Die soziale, ökonomische und politische Gestaltung der digitalen Transformation sichern die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, erwarten Politik und Wirtschaft.“ (D2030 (2017): D2030 Initiative – eine Landkarte für die Zukunft. Schlüsselfaktoren und Projektionen. S. 14. https://www.d2030.de/wp-content/uploads/2017/05/D2030_Schlu%CC%88sselfaktoren_20170119.pdf (Letzter Zugriff am 5.6.17))

 

Faire Smartphones – noch ein weiter Weg zu gehen

Faire Smartphones – noch ein weiter Weg zu gehen

Mit dem Kauf von Smartphones bekommt jeder Konsument ungewollt einen erheblichen ökologischen und sozialen „Rucksack“. Verbraucher wollen Fairness auch bei ihren wichtigsten elektronischen Begleitern (siehe dazu auch Studie FAIR – von der Nische zum Mainstream).

Eine Veränderung in diesem Markt, brachte das Fairphone. Und kein Wunder, wenn große Consumer Electronic Hersteller ebenfalls auf den Zug aufspringen. So lässt Samsung seine Smartphones – wie z.B. das Galaxy S4 – von TCO Development zertifizierten. Um den steigenden Teil der Verbraucher, denen Fairness wichtig ist, zu erreichen.

Doch in Sachen sozialer Nachhaltigkeit unterscheiden sich diese Smartphones nicht von nicht zertifizierten. So die Ergebnisse der von Südwind vorgelegten Studie zur sozialen Nachhaltigkeit „fairer“ Smartphones, die das niederländische Forschungsinstitut SOMO durchgeführte. (Übersetzung der Zusammenfassung und Empfehlungen der SOMO-Studie “TCO Certified Smartphones versus Fairphone”auf Deutsch hier.)

Die Studie empfiehlt: Umfassende Transparenz bezüglich der verwendeten Materialien sowie der von ihnen ausgehenden Gefahr über den gesamten Lebenszyklus. Zudem Förderung der Sicherheit der Arbeiter durch Schulungsprogramme. Auch der seit langem bekannte kritische Abbau der Mineralien ist mit einzubeziehen. Kurz: Es geht um Fairness in der gesamten Wertschöpfungskette.

Ich frage mich: Wie wäre diese Studie wohl beim Apple iPhone ausgefallen, das einmal wieder für rekordhafte Gewinne bei Apple sorgt?

Think big and think different! Geschäftsmodell-Innovation für Nachhaltigkeit

Innovationen entstehen nicht durch Pionier-Technologien, komplett neue Ideen und hohe Innovationen in Forschung & Entwicklung. Viele  führende Unternehmen, wie IKEA, Amazon, Ebay haben ihren Erfolg durch Geschäftsmodell-Innovationen erzielt.

Mehr dazu im YouTube Video der Universität St. Gallen zu Geschäftsmodell-Innovationen

Sich heute abzeichnende gesellschaftliche Trends werden zu Anforderungen von Kunden und Verbrauchern in der Zukunft. So zeichnet sich z. B. ab

  • dass das Vertrauen der Verbraucher (an die Marke geknüpft) zum Schlüsselfaktor beim Kauf wird,
  • sich ethischer Konsum ausdifferenziert („bio“ allein genügt zukünftig nicht mehr),
  • eine global wachsenden Ressourceninanspruchnahme Branchen verändern wird,
  • Teilen und Tauschen in einer Smartphone-Gesellschaft völlig neue Möglichkeiten gewinnt,
  • der 3D-Druck die Do-it-yourself-Bewegung beflügelt etc.

Dadurch ergeben sich unternehmerische Chancen zu Geschäftsmodell-Innovation für Nachhaltigkeit. Innovation stärkt die Konkurrenzfähigkeit. Fehlende Innovation kann für ein Unternehmen „tödlich“ sein.

Und wie sieht die Innovation in Ihrem Unternehmen aus? Lernen Sie von anderen? Stellen Sie die Logik Ihrer Branche auf den Kopf?

Starten Sie mit der Innovation Ihres Geschäftsmodells! WiseWay unterstützt Sie gerne bei Innvationsprojekten, die zu verbessertem nachhaltigen Wirtschaften führt.

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