Next Level Unternehmensverantwortung: 5 Thesen für 2021

Next Level Unternehmensverantwortung: 5 Thesen für 2021

Zum Jahresende präsentiere ich fünf Thesen zur nächsten Stufe der Unternehmensverantwortung im Jahr 2021. Für ein kurzes Video habe ich diese Thesen in einer Präsentation aufbereitet. Bei Interesse klicken Sie gerne hier….

Wer keine Lust hat, sich die Thesen im Video anzuschauen – hier zum Nachlesen:

  • Digitalisierung und Nachhaltigkeit bestimmen gemeinsam die Agenda 2021
  • Die digitale Revolution verändert die Art und Weise, wie wir leben und interagieren, aber sie ist weder nachhaltig noch gerecht. Dies rückt 2021 noch stärker in die allgemeine Aufmerksamkeit.
  • Digital mit Verantwortung ist das neue Paradigma. Unternehmen integrieren Verantwortung und Nachhaltigkeit in ihre digitalen Projekte und Strategien.
  • Diese Corporate Digital Reponsibility bringt Wettbewerbsvorteile für die Unternehmen.
  • Zukunftsorientierte Unternehmen nutzen jetzt den Pioniervorteil. Kommen Sie gerne auf mich zu. Ich begleite Unternehmen auf diesem Weg!

In diesem Sinne: Machen Sie etwas daraus!

Ich wünsche allen Fröhliche Weihnachten und ein glückliches und gesundes 2021! Ich freue mich auf ein Wiedersehen im neuen Jahr.

48 Perspektiven auf „Corporate Digital Responsibility“ – eine davon meine…

48 Perspektiven auf „Corporate Digital Responsibility“ – eine davon meine…

Vor Kurzem erschien der erste Sammelband zu „Corporate Digital Responsibility“, herausgegeben von der Bertelsmann Stiftung und dem Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik. Die 48 Beiträge von 83 Autor:innen aus Wissenschaft, Unternehmen und Zivilgesellschaft drehen sich um eine zentrale Frage: „Welche Verantwortung tragen Unternehmen im digitalen Zeitalter?“. Ich freue mich, dass ich ebenfalls eine „Antwort“ zur Diskussion beitragen durfte. Herzliche Empfehlung für alle, die sich zum heutigen Zeitpunkt mit dem Wissenstand und den pluralen Perspektiven auf das Thema vertraut machen möchten!

Der Sammelband  „Unternehmensverantwortung im digitalen Wandel: Ein Debattenbeitrag zu Corporate Digital Responsibility“ kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Mehr denn je, wird aktuell über eine wünschenswerte digitale Zukunft in Deutschland und Europa debattiert. Klar ist bereits, dass die Wirtschaft bei der Entwicklung und der Umsetzung innovativer und nachhaltiger Lösungen gefordert ist. Es ist heute eine unternehmerische Aufgabe hierin Chancen zu erkennen und Zukunft im Sinne von Menschen, globaler Gemeinschaft und Planet mit zu gestalten. Der Sammelband bietet einen facettenreichen Blick auf den aktuellen Stand der Debatte. Er leistet damit einen Beitrag zur Sensibilisierung und zum Know-How-Aufbau innerhalb und außerhalb der Unternehmen.

Das Buch und der Beitrag steht zum kostenfreien Download auf der Seite der Bertelsmann Stiftung zur Verfügung und kann dort als Printausgabe auch kostenpflichtig bestellt werden.

Künstliche Intelligenz als ein wesentliches Thema

Die Weiterentwicklung von Algorithmen zu sog. „Künstlicher Intelligenz“ ist eines der wesentlichen, öffentlich diskutierten Themen der CDR. Daher wundert es nicht, dass sich eine Reihe von Beiträgen mit diesem Thema beschäftigen. So auch mein Artikel mit dem Titel „Künstliche Intelligenz mit CDR »zähmen«: Ansätze zur Umsetzung der Unternehmenspraxis“. Darin fokussiere ich auf die Anwendung von Corporate-Responsibility-Instrumenten beim verantwortlichen Umgang mit Künstlicher Intelligenz in Unternehmen.

Zusammenfassung meines Beitrags

Künstliche Intelligenz (KI) stehen als mächtige digitale Werkzeuge mit hohen wirtschaftlichen Erwartungen im Kern der gesellschaftlichen Diskussion um Nachhaltigkeit, Ethik und Verantwortung der Digitalisierung. Es wird begründet, wieso es unternehmerisch sinnvoll ist, verantwortlich mit KI umzugehen. Weiterhin wird der Frage nachgegangen, wie bestehende Konzepte und Instrumente der Corporate Responsibility, – Wesentlichkeitsbewertung und Stakeholderdialoge, DIN ISO 26000, OECD-Leitlinien und UN Global Compact oder Selbstverpflichtungen –  dafür eingesetzt werden können. Da die Instrumente zwar heute im Ansatz genutzt werden können, aber noch zum Teil wesentliche Entwicklungen ausstehen, wird vorgeschlagen, den Weg von der CR zur CDR im Unternehmen explorativ im Sinne eines agilen Innovationszyklus zu gestalten.

Quelle

„Künstliche Intelligenz mit CDR »zähmen«: Ansätze zur Umsetzung der Unternehmenspraxis“ von Saskia Dörr, erschienen in Bertelsmann Stiftung, Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik (Hrsg.) Unternehmensverantwortung im digitalen Wandel. Ein Debattenbeitrag zu Corporate Digital Responsibility, erschienen Oktober 2020. https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/unternehmensverantwortung-im-digitalen-wandel-all. Zugriff am 20.10.2020

Status quo Corporate Digital Responsibility: Ergebnisse Kurzbefragung

Status quo Corporate Digital Responsibility: Ergebnisse Kurzbefragung

So richtig viele Studien zu Corporate Digital Responsibility gibt es ja noch nicht. Daher freue ich mich mit dieser – nicht repräsentativen – Kurzbefragung von Teilnehmer*Innen in meinem Live-Seminar am 02.09.2020 in der Bitkom-Akademie etwas mehr „Licht ins Dunkel“ bringen zu können.

Die Ergebnisse in Kürze
  • CDR ist nicht oder nicht systematisch in den (teilnehmenden) Unternehmen verankert.
  • Über die Hälfte der Teilnehmenden fängt gerade erst mit CDR an.
  • Es finden sich eine Vielzahl unterschiedlicher Funktionen.

Die Details und Zahlen finden sich in den beigefügten Charts.

Meine Schlussfolgerungen daraus

Zum einen freue ich mich, dass die Seminarbeschreibung offenbar die Zielgruppe angezogen hat, die ich auch anziehen wollte: Führungskräfte und Experten für die CDR noch Neuland ist. 92 % der Teilnehmer*innen fängt gerade erst mit CDR an oder baut das eigene Wissen derzeit auf. Sofern die Pläne zur Umsetzung von Digital-Responsibiltiy-Management umgesetzt werden, kann man davon ausgehen, dass weiterer Trainingsbedarf besteht. Der von CSR.digital geplante Online-Kurs für KMU könnte hier die Lücke füllen. Möglicherweise sollten auch die Bitkom-Akademie und andere Verbände weitere Schulungen und Möglichkeiten zum Know-How-Aufbau aufnehmen.

Das Bild der Umsetzung von CSR in Unternehmen entspricht meiner Erwartung – 52 % haben nocht nicht damit begonnen und immerhin 16 % arbeiten an einer CDR-Leitlinie/ -Strategie. Dies steht jedoch der Aussage entgegen, dass „über 80 Prozent der befragten Unternehmen die verantwortliche Digitalisierung bereits zu einem festen Bestandteil ihrer Geschäftsstrategie oder zumindest zum Gegenstand einzelner Projekte gemacht“ haben (Esselmann et al. 2020, S. 10). Es stellt sich die Frage, ob diese sehr unterschiedlichen Trends  an der Auswahl der Befragten und an Differenzen in der Methodik liegen. Sicher ist, dass eine systematische Entwicklung eines Digital-Responsiblity-Managements bei der Mehrheit der Unternehmen noch aussteht.

Die Heterogenität unter den Funktionen, in denen die Teilnehmenden tätig sind, hatte ich erwartet – aber diese Diversität hat mich doch überrascht. Schade, dass das Tool hier nicht mehr als fünf Antwortoptionen her gab. Das bestätigt die Vielzahl der Zugänge, die ein Unternehmen zu CDR haben kann. Von der IT oder dem Datenschutz/-sicherheit kommend, von CR oder Nachhaltigkeit her, von der Compliance oder der rechtlichen Seite her. Ich hatte gehofft, dass sich mehr Personaler finden, da gerade die Transformation der Arbeitsplätze in der Digitalisierung ein wichtiger Handlungsaspekt in KMU darstellt. Gerne wüsste ich, welche Funktionen sonst noch dabei waren: ich nehme an, dass sich noch eine Reihe von Berater*innen darunter befunden haben. Das werde ich dann beim nächsten Live-Seminar am 14.10. fragen.

Mein Fazit

Corporate Digital Responsibility steht noch am Anfang: beim individuellen Knowhow und innerhalb der Unternehmensorganisation/-strategie. Spannend sind die vielfältigen Zugänge zu dem Thema. Das könnte eine Chance sein, verantwortliche Unternehmensführung noch breiter über Funktionen hinweg in den Unternehmen zu verankern. Ich habe den Eindruck, wir haben es mit einer schnellen Entwicklung des Themas in den Unternehmen zu tun. Jetzt kommt es auf mutige Unternehmer*innen und Führungspersönlichkeiten an, die vor einer Digitalisierung mit Blick auf das Große und Ganze nicht zurückschrecken, sondern eine Chance zur digitalen Transformation des Unternehmens sehen.

Wer beim nächsten Mal dabei sein möchte: Hier geht es zur Anmeldung zum Live-Seminar „Corporate Digital Responsibility: Erste Schritte zu einer digitalen Agenda mit Verantwortung“ am 14.10.20 um 14 Uhr hier auf der Seite der Bitkom-Akademie.

Zur Methode
  • Am 2.9.2020 wurde zwischen 10 und 11 Uhr das Live-Seminar „Corporate Digital Responsibility: Erste Schritte zu einer digitalen Agenda mit Verantwortung“ von Dr. Saskia Dörr, WiseWay, in der Bitkom-Akademie durchgeführt.
  • Die Teilnahme war kostenfrei und wurde vorher über Bitkom-Newsletter und Social Media beworben.
  • Die Teilnehmer wurden innerhalb des Live-Seminars via Kurzbefragung in Goto-Meeting befragt.
  • Die Teilnahme war freiwillig und anonym.
Quellen

Esselmann F, Golle D, Thiel D., Brink A. (2020)  Corporate Digital ResponsibilityUnternehmerische Verantwortung als Chance für die deutsche Wirtschaft. Positionspapier Zentrum Digitalisierung.Bayern.  https://www.bayern-innovativ.de/services/asset/pdf-dokumente/zentrum-digitalisierung-bayern/verbraucherbelange/Positionspapier-Corporate-Digital-Responsibility.pdf (Zugriff am 29.08.2020)

8 Gründe für eine Corporate Digital Responsibility

8 Gründe für eine Corporate Digital Responsibility

Diese acht Gründe zeigen auf, weshalb sich Corporate Digital Responsibility jetzt für Unternehmen lohnt. Es handelt sich um Zahlen und Fakten aus aktuellen Studien. Sie zeigen die Chancen eines Wettbewerbsvorteils als Arbeitgeber, als Geschäftspartner und als „good corporate citizen“. Mit enormem Potenzial für Gesellschaft und Nachhaltigkeit. Was für ihr Unternehmen erfolgsversprechend ist, dazu berate ich Sie gerne!Zahlen und Fakten zu Corporate Digital Reponsibility

  1. 76% Der CEOs  sind der Meinung, Vertrauen ist ein kritischer T reiber für Wettbewerbsfähigkeit. (1)
  2. 79 % der KI-Entwickler*Innen sorgen sich um die gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Arbeit. (3)
  3. 53 % der Bürger*Innen meinen, Unternehmen kommen ihrer digitalen Verantwortung (eher) nicht nach. (5)
  4. Nur 25 % der Unternehmen arbeiten bisher an ausformulierten Leitlinien zur digitalen Ethik und Verantwortung. (2)
  5. 10% aller Jobs in Europa sind bedroht durch Automatisierung & COVID-19 verdrängt zu werden. (4)
  6. 61% der Deutschen würden aufhören bei einem Unternehmen zu kaufen, dass ihre Daten nicht adäquat schützt. (6)
  7. 4 % der weltweiten Treibhausgasemissionen gehen auf das Konto der Digitalisierung. (7)
  8. 12  Billionen US Dollar  neue Umsätze und Kosteneinsparung durch  Tech für Nachhaltigkeit in 2030. (8)

Quellen

(1) United Nations Global Compact (2020) Leadership for the decade of action. Russel Raynolds Associates.
(2) PricewaterhouseCoopers (2020) Digitale Ethik.
(3) Miller C Coldicutt R(2019) People, Power and Technology. The Tech workers view.  London: Doteveryone.
(4) McKinsey Global Institute (2020) The future of work in Europe.
(5) Thorun C, Kettner SE, Johannes Merck J (2018) Ethik in der Digitalisierung. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn.
(6) Veritas (2018) Global Data Privacy Consumer-Studie.
(7) Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2020): Umweltpolitische Digitalagenda.
(8) SustainAbility (2017) 2030 Vision Full Report. 2030Vision Global Goals Technology Forum.

NRW startete mit KMU in die digitale Verantwortung

NRW startete mit KMU in die digitale Verantwortung

Über 130 Interessierte nahmen am CSR.digital Online-Frühstück am 2. Juli zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Erfolgskriterien teil. Das zeigt, auf welch große Resonanz das Thema stösst! Eine Kurzumfrage zu Anfang ergab: Für 80 % der TeilnehmerInnen ist digitale Verantwortung eine Nutzung der Digitalisierung für Nachhaltigkeit. Gefolgt von Datensicherheit und Qualiifzierung von Mitarbeitenden für jeweils 65% der TeilnehmerInnen. Eine so enge Verknüpfung von digitaler Verantwortung mit Nachhaltigkeit hätte ich nicht erwartet. Andererseits war dies sicherlich auch die Antwort, die am umfassendsten unterschiedliche Aspekte einer digitalen Verantwortung berührte.

Im Folgenden fasse ich die Veranstaltung mit dem Fokus auf meine Position und Präsentation zusammen. Begrüßt wurden die TeilnehmerInnen durch eine Videobotschaft von Professor Andreas Pinkwart, Wirtschafts- und Digitalminister des Landes NRW. Er wies auf die positiven wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Effekte der Digitalisierung hin, aber auch auf ihre Nebenwirkungen. Es gehe auch darum, diese im Blick zu behalten. Aufgrund des technischen Fortschritt sei dies eine „Daueraufgabe“. (Sobald das Video online ist, werde ich es hier verlinken.)

Einen tieferen Einstieg in das Thema gaben Wolfgang Trefzger von der IHK NRW sowie Professor Barbara Weißenberger von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Beide Institutionen sind Partner des CSCP in diesem Projekt. Dabei wurde betont, dass es bei Digitalisierung zwar zum einen um das Geschäftsmodell und die Produktangebote gehe, aber zum anderen auch um die Art und Weise des Wirtschaftens. Für Unternehmen sei eine veranwortungsvolle Wirtschaftsweise ein wesentliche Voraussetzung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Es gehe um eine strategische Ausrichtung des Unternehmens vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Zukunftsentwurfs.

Im Anschluss gab es eine von Patrick Bottermann, CSCP, moderierte Diskussion mit den Experten Dr. Myriam Jahn, CEO Q-loud und Expertin für Internet of Things, Roland M. Schüren, Inhaber von „Ihr Bäcker Schüren“, Stephan Grabmaier, Experte für New Work, Innovation und Nachhaltigkeit und meiner Wenigkeit als Expertin für Digital Responsibility.

Meine Position in aller Kürze:

  • Das Konzept der „Corporate Digital Responsibility“ (CDR) bildet einen Handlungsrahmen für Unternehmen, den Anforderungen von Digitalisierung für Nachhaltigkeit systematisch zu begegnen.
  • Es handelt sich um freiwillige Aktivitäten zum Wohle von Mensch, Gemeinschaft und unserem Planeten – aber auch mit dem Ziel eines Mehrwert für Unternehmen, einem positiven Business Case für digitale Nachhaltigkeit.
  • Corporate Digital Responsibility fragt einerseits nach neuen Chancen und andererseits nach den Wirkungen der Digitalisierung in den vier Handlungsfeldern der CSR: Gemeinwohl, Mitarbeitende, Markt & Kunden, Umwelt & Klima.
  • Mit den dargestellten Leitfragen können sich KMU einer Digitalisierung mit Verantwortung annehmen.
  • Durch die Dilemmata und Zielkonflikte zwischen wirtschaftlichem, gesellschaftlichem und umweltschonendem Handeln entsteht Innovationspotenzial, dass auf einen europäischen Weg der Digitalisierung einzahlt..
  • Mehr und mehr Unternehmen erkennen das und integrieren Corporate Digital Responsibility in ihr unternehmerisches Handeln.

Dazu hatte ich einige Praxisbeispiele mitgebracht (siehe Slideshare Präsentation).

Durch die sehr unterschiedlichen Hintegründe und Perspektiven der vier Panelisten wurde das Thema sehr breit diskutiert. Es war mir eine große Freude, dass ich dabei sein durfte und ich hoffe, dass mehr KMU Interesse an diesem Thema gewinnen. Dazu wird in den nächsten Jahren auch das Kompetenzzentrum csr.digital beitragen. Auf die weiteren Angebote von CSR.digital darf man gespannt sein!

Auftakt CSR.digital: Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Erfolgskriterien – Online Frühstück am 2. Juli

Auftakt CSR.digital: Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Erfolgskriterien – Online Frühstück am 2. Juli

Zu Beginn des Jahres 2020 hat das neu gegründete Zentrum für Wirtschaft und digitale Verantwortung „CSR.digital“ seine Arbeit aufgenommen. Es wird nun mit der Auftaktveranstaltung erstmals am 2. Juli 2020 öffentlich sichtbar. Expertenimpulse und Austausch zu einer digitalen Transformation mit Verantwortung. Und ich darf auch dabei sein :-). Jetzt zum Online-Frühstück anmelden!

Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Erfolgskriterien – Online Frühstück am 2. Juli von 09.00 bis 10.30 Uhr

Folgende Themen stehen im Mittelpunkt:

  • Digital und dezentral: Virtuelles Arbeiten in Zeiten der Krise und Herausforderungen für die Mitarbeiterführung!
  • Langfristige Digitalisierungspotenziale heben: Kann es gelingen, die Krise als Chance zu nutzen?
  • Nachhaltigkeit: Vom Kostentreiber zum Erfolgsfaktor

Melden Sie sich jetzt online an: Registrierung Online-Frühstück

Es nehmen folgende Expertinnen und Experten teil:

  • Dr. Myriam Jahn, CEO Q-loud und Expertin für Internet of Things
  • Roland M. Schüren, Inh. Ihr Bäcker Schüren
  • Stephan Grabmaier, Experte für New Work, Innovation und Nachhaltigkeit
  • und ich darf als Expertin für Digital Responsibility ebenfalls Impulse geben.

Die vollständige Agenda findet sich hier.

Ich freue mich sehr über reges Interesse und interessierten Austausch zum Thema!

Schon jetzt ist CSR.digital an Meinungen und Erfahrungen interessiert, bitte beteiligen Sie sich deshalb an der folgenden Umfrage, die Sie nur wenige Minuten in Anspruch nimmt: Hier geht’s zur Umfrage

Folgende Themen stehen bei der Arbeit des Zentrums im Fokus: Welche Rolle spielen Digitalisierung und Nachhaltigkeit für die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen in NRW? Wie können die beiden Megatrends dazu beitragen, dass Unternehmen gestärkt aus der Covid19-Krise hervorgehen? Welche neuen Risiken und Herausforderungen entstehen und wie können sie adressiert werden? Wie verändern sich Arbeitsalltag und Führung? Diese und weitere Fragen adressiert das landesweite Zentrum für Wirtschaft und digitale Verantwortung CSR.digital. Das Zentrum ist einaus EU-Mitteln gefördertes Kollaborationsprojekt zwischen dem WuppertalerCollaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP), der IHK NRW und dem Lehrstuhl für Controlling und Accounting an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger).Zusammen mit einem breiten Netzwerk von Partnern unterstützt CSR.digital KMU auf ihrem Weg zu nachhaltiger Wettbewerbsfähigkeit.

Lohnt sich Corporate Digital Responsibility?

Lohnt sich Corporate Digital Responsibility?

Mehr und mehr Unternehmen verbinden Digitalisierung mit nachhaltigem Wirtschaften und digitaler Ethik zur Corporate Digital Responsibility. Sie tragen mit digitaler Verantwortung dazu bei, digitale Gesellschaft positiv zu gestalten. Aber lohnt sich CDR eigentlich für ein Unternehmen?

Für die „Mutter“ der CDR, die Corporate Responsibility, ist dies gut belegt. Ja, gesellschaftliches Engagement kann den Unternehmenserfolg steigern. Ihre Vertrauenswürdigkeit als Geschäftspartner, als langfristiges Investment, als Arbeitgeber wächst. Sie sind robuster gegenüber Veränderungen von außen. Das sind insbesondere im digitalen Wandel beachtliche Vorteile.

Dieser Erfolg für das Unternehmen ist jeodch  abhängig von der Art und Weise, wie Corporate Digital Responsibility im Unternehmen verfolgt wird. Denn es gibt mehrere „Arten“ von CDR.

  • Das ökonomische und rechtliche Engagement („passiv“)
  • Das „Social Sponsoring“  („gesellschaftlich“)
  • Als Teil der Wertschöpfung („strategisch“)
  • Das Unternehmen als proaktiver politischer Gestalter („transformativ“)

Die Leistung der CDR nimmt mit jeder Stufe zu – abhängig von der Intensität des Engagements oder besser von dem Investment. Und gleichzeitig steigt das Erfolgspotenzial, je mehr sich ein Unternehmen für CDR engagiert. Vereinfacht gesagt: Je mehr an Zeit und Ressourcen investiert wird, umso enger ist das Engagement mit dem Geschäftsmodell des Unternehmens verbunden und umso mehr wirkt sich dies auf die Glaubwürdigkeit und den Erfolg des Unternehmens. Es entsteht ein positiver Business Case für Unternehmen und Gesellschaft. Aber: Wenn mehr und mehr investiert wird, führt dies nicht mehr zu mehr Leistung oder Erfolg. Der Business Case erreicht sein Optimum.

Der Unternehmer bzw. die Geschäftsführung entscheidet, wie stark sich ein Unternehmen für CDR engagiert und welche Art von CDR am besten zum Unternehmen passt. Die konkreten Erfolgspotenziale für Unternehmen sind bezogen auf die oben angegeben Arten der CDR:

  • Risikobeherrschung durch Einhaltung von Gesetzen und ökonomisch nachhaltigem Wirtschaften
  • Förderung der Reputation bzw. Marke durch Geld-, Sachmittel für gesellschaftliche Akteure
  • Ein positiver Wertbeitrag, z.B. Kundenvertrauen, Mitarbeitermotivation, Kapitalzugang, Nachhaltigkeitsinnovation
  • Mit-Gestaltung  des Unternehmensumfelds, z.B. branchenweite Selbstverpflichtungen

Bei diesen Erfolgspotenzialen handelt es sich um Wettbewerbsvorteile, die Unternehmen dabei unterstützen können, eine einzigartige Position im Markt zu erreichen bzw. zu erhalten. Das zeigt: CDR ist ein unternehmerisches Konzept, das von der Geschäftsführung in das Unternehmen hineingetragen wird. Es integriert die Belange unterschiedlicher Abteilungen und Funktionen und geht weit über IT-, den CR-oder Umweltbereich hinaus.

Weiterführende Quellen:

Dörr, Saskia (2020) Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility. Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeitsmanagement im Digitalzeitalter. Springer Gabler, Berlin. S. 48 ff. und S. 194ff. Bestellbar als eBook oder Softcover im Springer Nature Shop.

Ergebnisse Kurzumfrage „Wie wirkt die Coronakrise auf die digitale Verantwortung von Unternehmen?“

Ergebnisse Kurzumfrage „Wie wirkt die Coronakrise auf die digitale Verantwortung von Unternehmen?“

Ja, die Digitalisierung hat die Coronakrise positiv beeinflusst und verändert die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. „Coronathemen“ sind vielfach mit Digitalisierung verbunden und auch allesamt Nachhaltigkeitsthemen. Dennoch ist unklar, ob die Corporate Responsibility dadurch gestärkt wird (oder z.B. aufgrund von Sparmaßnahmen unter Druck gerät). Die Themen der Digital Responsibility geraten jedenfalls auch auf den Radar.

Das ist meine Zusammenfassung einer Kurzumfrage, die vom 25. bis zum 30. April 2020 mit Mentimeter.com durchgeführt und in Nachhaltigkeitsexperten-Communities öffentlich sowie unter den Alumni des Center for Sustainability Management verteilt wurden. 53 Personen beteiligten sich, beantworteten jedoch nicht alle Fragen.

Die Ergebnisse finden sich im Detail auf den Charts anbei.

Folgende aktuelle Themen der Coronakrise standen zur Auswahl:

  • Virtuelles Arbeiten/Home Office
  • Tracking und Tracing durch Gesundheits-Apps
  • Bedingungsloses Grundeinkommen
  • Nachbarschaftshilfe und lokale Solidarität
  • Aufwertung von Sozialberufen
  • Saubere Luft/Umwelt
  • Geringere CO2-Emissionen
  • Rückverlagerung von Produktion
  • Digitalisierung der Schule/Bildung insg.
  • Mündiger/kompetenter Umgang mit digitalen Medien
  • Durch digitale/soziale Medien in Kontakt bleiben
  • Konsumveränderung
  • Mentale Gesundheit bei “Social Distancing”
  • Pandemie zeigt globale Vernetztheit
  • Gesundheit und Wohlbefinden jedes Einzelnen zählt
  • Medienkonsum und Mediensucht

Die Auswahl der Themen erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, sondern ergaben sich in einem Brainstorming aus den Themen, die mir für den Kontext von Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit als relevant erschienen.

Ich freue mich über Kommentare oder Ideen zur Weiterführung! Ich versende die Ergebnisse bei Interesse auch gerne als PDF. Dazu einfach eine Mail an saskia.doerr@wiseway.de.

GlobeScan-Studie zu Unternehmensverantwortung in der Coronakrise

GlobeScan-Studie zu Unternehmensverantwortung in der Coronakrise

Für 94% der Teilnehmer des Online-Forums von GlobeScan stellt die Corona-Krise eine Chance für Unternehmen dar, Vertrauen gegenüber der Gesellschaft zu gewinnen. Viele Unternehmen in Deutschland und international zeigen bereits in zum Teil bewundernswerter Weise Engagement, um bei der Bewältigung zu unterstützen. Doch nutzen alle diese Chance für Vertrauen bereits ausreichend? Wo gibt es Handlungsbedarfe, um sinnhafte Führungsverantwortung in Zeiten der Krise zu zeigen?

Nun stellte GlobeScan  die (meines Wissens nach) erste Studie vor, die sich systematisch mit dem gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen in der Corona-Krise befasst und fachlich aus Corporate-Responsibility-Sicht bewertet. Ich nahm an dem am 2. April 2020 veranstalteten Webinar ‘Purposeful Leadership in a Time of Crisis’ („Sinngerichtetes Führen in einer Zeit der Krise“) teil und stelle Kernergebnisse im Folgenden zusammen.

Ergebnis der GlobeScan-Studie zu CR und Covid-19 bzw. Coronokrise

Im Webinar wurde eine Studie von 200 globalen Initiativen zur nachhaltigen Führungsrolle von Unternehmen in der Krise vorgestellt. Dazu gab es  Best-Practice-Beispiele und Informationen zu zielgerichtete, sinnhafte Führung. Seit vielen Jahren lese ich regelmäßig die Updates von GlobeScan und nehme an den Webinaren von teil. Das Forschungsunternehmen untersucht international und global die Entwicklungen zu Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility mit ihrer Wirkung auf Vertrauen, z.B. auf Marken. Die Studien sind mit größter Expertise erstellt und werden hochkarätig kommentiert und eingeordnet.  Die Veranstaltung hatte mit 300 Teilnehmern aus 47 Ländern eine beachtliche Resonanz.

Das Ergebnis der Studie zeigte unterschiedliche Klassen der Unternehmensinitiativen in der Corona-Krise (vgl. Abb.  „Corporate Response – The Trend“):

  1. Ebene „Unternehmensanpassung“. Anpassung des Unternehmens an das „neue Normal“, um die kurzfristigen Herausforderungen zu adressieren und die Wirkung der Krise zu minimieren. Dazu gehören beispielsweise die Fürsorge um die Gesundheit der Mitarbeiter, Angebote zur Versorgung der Kinder von Angehörigen oder auch die kurzfristige Einrichtung von Home Office oder Anpassung der Produktionszeiten.
  2. Ebene „Philanthropie“. Stiftungen von Unternehmen und einflussreiche Führungspersonen versprechen monetäre und  Ressourcenunterstützung. Darunter sind beispielsweise Hilfsaktionen für Krankenhauspersonal, wie z.B. die Unterstützung mit Essen, Süßigkeiten, oder auch die Beschaffung oder Produktion von fehlenden medizinischen Materialien, wie Schutzmasken oder Respirationsgeräte, zu verstehen.
  3. Ebene „Kollaborativ“. Gleichgesinnte Unternehmen und Stakeholder kommen zusammen für das übergeordnete Wohl. Hier sind gemeinsamen Initiativen von Unternehmen subsummiert, die Arbeitnehmer an andere Branchen überlassen bzw. aufnehmen, um keine Entlassungen zu riskieren oder gemeinsame Aktivitäten von Unternehmen mit Gemeinwohlorganisationen für gefährdete Personengruppen.
  4. Ebene „Shared Value“. Unternehmen nutzen ihre wesentlichen Stärken, um sicherzustellen, dass ihre Stakeholder nicht wirtschaftlich oder sozial beeinträchtigt werden. Hier geht es darum, die Verantwortung des Unternehmens auf Partner, Lieferanten, Anrainer etc. auszudehnen. Negatives Beispiel, das in Deutschland entsprechend öffentlich bewertet wurde, war das Einstellen von Mietzahlungen durch Schuh- und Bekleidungshandel/-produzenten.

Die unterschiedlichen Klassen können auch als „Evolutionsstufen“ verstanden werden, da das Engagement immer stärker transformatorisch wirkt.

Bewertung der Führungsrolle von Unternehmen in der Krise

Die untersuchten Initiativen  wurden von GlobeScan in Bezug auf die „Trusted Leadership“ bewertet (vgl. Abb. „Trusted Leadership: Purpose, Performance, and Participation“).

Positiv wurde bewertet, dass die Aktivierung der Unternehmen durch Produkte, Services und Marken bereits stark ist. Ebenso das interne und externe Engagement und die Kollaboration. Handlungsbedarfe sieht GlobeScan bei der Entwicklung einer verbindenden Idee und Vision, dem Executive Leadership  und der Verantwortung für alle Stakeholder. Bisher weniger zu erkennen sind Initiativen, die einen systematischer Veränderung der Situation zum Ziel haben.  Die Gründe dafür sind vielfältig und sollen an dieser Stelle außen vor bleiben.

Veränderte Erwartungen an Unternehmen nach der Coronakrisa

Wie verändern sich die Erwartungen an die Unternehmensführung nach der Krise? Eine der wichtigsten Botschaften der Diskussion war: Weg von ehrgeizigen Versprechungen hin zu Maßnahmen in dringenden Fragen. Und: Das Zeigen der Wirkung der Maßnahmen wird stärker denn je im Vordergrund gehen, wenn es um das Vertrauen der Verbraucher geht.

Die Auswirkungen auf Unternehmen können in drei Bereichen zusammengefasst werden:

  • Den Zweck in den Mittelpunkt stellen: Es wird ein größeres Bedürfnis bestehen, den Zweck zu verstehen, zu artikulieren und strategisch zu planen, da er für die Geschäftsstrategie noch wichtiger wird. Und die Verbraucher werden eine größere Nachfrage nach Unternehmen haben, die einen relevanten gesellschaftlichen „Purpose“ verfolgen.
  • Fokus auf Nachhaltigkeit: Unternehmen werden von den Interessengruppen einer genaueren Prüfung unterzogen, um sicherzustellen, dass sie nachhaltig sind – ökologisch, wirtschaftlich und sozial. Dies wird eine Gelegenheit für Unternehmen sein, eine Führungsrolle in Sachen Nachhaltigkeit zu übernehmen, insbesondere in Ländern, in denen dies bisher eine weniger bedeutungsvolle Rolle eingenommen hat.
  • Mehr Zusammenarbeit: Die Entstehung und/oder Bedeutung der vorwettbewerblichen Zusammenarbeit innerhalb der Branchen wird zunehmen. Der Schwerpunkt wird auf kollektiven Auswirkungen liegen, um gemeinsame Herausforderungen zu lösen.

Abschließend und stellvertretend ein Zitat aus der Online-Diskussion, das die Hoffnung nach einer stärker vernetzten Wahrnehmung von Unternehmensverantwortung ausdrückt (eigene Übersetzung):

„Ich würde mir wünschen, dass CEOs einen Ökosystemansatz für ihre Organisation und ihre Stakeholder verfolgen, das das Unternehmen mit der Welt verbindet. Was bedeuten die Entscheidungen unserer Organisation für die Biodiversität und die Ökosystemtreiber in welchen Regionen der Welt? Wie und wo beeinflussen unsere Entscheidungen Einzelpersonen und Gemeinschaften? “

Globescan, Purposeful Leadership in a Time of Crisis | Research, Webinar, and Online Forum. Best Practices on Business Responses to COVID-19, 02. April 2020

„Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen denken“ | Beitrag im Magazin Verantwortung

„Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen denken“ | Beitrag im Magazin Verantwortung

Seit kurzem habe ich etwas mit dem Kabarettisten Vince Ebert, der Microsoft-Deutschland-Chefin Sabine Bendiek, dem MdB Konstantin von Notz, der Vorsitzenden des Rats für nachhaltige Entwicklung Marlehn Thieme und Friday-for-Future-Aktivistin Greta Thunberg gemeinsam: wir alle haben einen Beitrag im Magazin „Verantwortung“ mit dem Titel „Digitalisierung – den Wandel gestalten“ (Ausgabe 2/2019) des F.A.Z. Instituts.

Ohne Frage: Das ehrt mich ungemein!

Das schön gestaltete und hochwertige Magazin mit anregenden Beiträgen lässt sich hier bestellen.

Den Text meines Artikels „Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen denken – Vorhandene CSR-Instrumente und neue Handlungsfelder verbinden sich zur Corporate Digital Responsibility“ veröffentliche ich zum Nachlesen an dieser Stelle.

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Digitalisierung und Nachhaltigkeit verfolgen unterschiedliche Utopien: Für die „vierte industriellen Revolution“ bestehen hohe Erwartungen an positive wirtschaftliche Effekte – bis hin zu wahlweise Allmachts- oder Weltuntergangsszenarien. Nachhaltigkeit dahingegen gilt als „moralischer und ökonomischer Imperativ des 21. Jahrhunderts“ und wird von Institutionen wie den United Nations, Kirchen oder den G20 und zivilgesellschaftlichen Bewegungen wie #FridayForFuture unterstützt. Digitalisierung und Nachhaltigkeit gemeinsam ist ihre transformative Wirkung auf die Art und Weise wie wir leben.

„Winde des Wandels, die aus zwei verschiedenen Richtungen wehen, konvergieren zu einem perfekten transformativen Sturm in der globalen Wirtschaft.“  formulieren David Kiron und Gregory Unruh in ihrem Beitrag „The Convergence of Digitalization and Sustainability”.

Daher lohnt es sich ein zukunftsgerichteter Blick auf ihre Wechselwirkung für Unternehmer und Führungspersönlichkeiten.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind die wesentlichen Einflussbereiche für die globale Wirtschaft. Beide Effekte wirken in hohem Maße auf Märkte und Organisation. Beispielsweise beim Thema „saubere Technologie“, bei umweltfreundlicher Produktion oder beim Wandel einer Marke zu einem nachhaltigen Unternehmen. Unternehmen können davon profitieren, wenn sie Nachhaltigkeit Digitalisierung konvergent betrachten, da beide die Markt- und Organisationsbedingungen verändern. Es ergeben sich Chancen für Reputation, Verbrauchervertrauen und Innovation.

Digitalisierung fördert Nachhaltigkeit. Digitale Tools reduzieren den ökologischen Fußabdruck oder können Rohstoffe in einer fairen Lieferkette verfolgen. Manche gehen davon aus, dass nur mit Hilfe digitaler Technologien die „Sustainable Development Goals“ der United Nations (UN) bis 2030 noch erreicht werden können. De-Materialisierung – ein Kernversprechen der Digitalisierung – könnte zum Beispiel die Kohlendioxidemissionen um 20% gegenüber „Business as usual“ reduzieren, so eine Studie der Global e-Sustainability Initiative. Künstliche Intelligenz (KI) kann für Klimaschutz und Biodiversität eingesetzt werden.

Hochrechnungen der UN-Studie „2030 Vision“ gehen von einem Marktvolumen von 12 Billionen US-Dollar durch Kosteneinsparungen und neue Umsätze aus dem Einsatz von Digitalisierung für nachhaltige Entwicklung aus.

Digitalisierung stellt selbst eine Herausforderung für eine faire, gerechte und umweltfreundliche Entwicklung dar. Denn auch Bits & Bytes haben eine materielle Grundlage, wie im Buch „Smarte grüne Welt“ von Steffen Lange und Tillmann Santarius detailliert vorgerechnet wird. Beispielsweise Smartphones werden immer schneller ausrangiert und landen in den ärmeren Regionen der Welt, um dort ohne Gesundheits- oder Umweltschutz entsorgt zu werden: Der „Müllberg“ des Elektroschrotts ist inzwischen weltweit 43 Megatonnen groß. Und obwohl sie immer energieeffizienter werden, führt die Mehrnutzung zu einem Anstieg des Energieverbrauchs, dem sog. „Rebound Effekt“. In Europa trägt Informations- und Kommunikationstechnologie zu 4% zu den unerwünschten Treibhausgasemissionen bei, die „schmutzige“ Luftfahrt nur zu 3 %.

Als zukunftsweisend gilt es, einen „Net Zero Carbon Footprint“, d. h. eine neutrale CO2-Bilanz über den Lebenszyklus von Produkten, zu erzielen, und „Zero Waste“, d.h. „Null Abfall“ beispielsweise durch eine digital-gestützte „Circular Economy“, anzustreben.

Digitales Business zeigt eigene „unerwünschte Nebenwirkungen“ und erzeugt Risiken für Gesellschaft und Unternehmen. Mit der Digitalisierung geht die Sammlung großer Datenmengen von individuellen Nutzern einher. Das bringt wichtige geschäftliche Vorteile und hilft Unternehmen durch Personalisierung Produkte der nächsten Generation zu entwickeln und neue Märkte erschließen.

Dabei entstehen neue Schwachstellen, wie die Angreifbarkeit digitaler Unternehmens-Assets durch Cyberkriminalität oder die Legitimität digitaler Geschäftsmodellen, die die Privatsphäre von Nutzern minimieren. Die Diskussion um die ethischen Grenzen des Einsatzes von Big Data, KI und Co. läuft. Nach einer Studie ConPolicy-Instituts erwartet die Mehrzahl von Bürgerinnen und Bürger Verantwortung für die gesellschaftlichen und kulturellen Folgen der Digitalisierung sowohl von Staat und Politik (83 %) als auch von den Unternehmen (88 %). Aber die meisten sind auch der Meinung, dass dieser Verantwortung bisher nicht ausreichend nachgekommen wird.

Die damit verbundenen Unsicherheiten führen zu einer Krise des Vertrauens gegenüber Unternehmen, dies zeigen eine Reihe Studien zum Beispiel von der Unternehmensberatung Accenture oder dem Verband Bitkom. Kunden fühlen sich verunsichert durch Daten-“Hacks“ und „unethischer“ Nutzung von persönlichen Daten. Sie verlangen aktive Datenkontrolle und eine „Daten-Dividende“, wenn sie Daten kommerziell nutzbar machen sollen. „Personalisierte“ Manipulationen von Kaufverhalten durch Online-Werbung, wirtschaftliche Diskriminierungen durch „Profiling“ oder Überwachung durch KI am Arbeitsplatz korrumpieren das Menschenrecht auf Integrität und Privatsphäre. Es herrscht Misstrauen gegenüber dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Algorithmen.

Mit einer stärkeren Regulierung ist zu rechnen – wie diese aussehen wird, ist heute noch unklar. Zum Erhalt des Vertrauens von Kunden und Öffentlichkeit passen sich Unternehmen heute durch digital-ethisches Handeln den veränderten Erwartungen an: Sie geben bspw. Kunden Kontrolle über die eigenen Daten, steigern deren Vorteile für den Austausch der Daten, stärken das Gemeinwohl, indem sie Datenpools öffnen oder den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unternehmen beschränken bzw. überprüfbar machen.

Dieses verantwortliche Unternehmenshandeln in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft und Gesellschaft wird Corporate Digital Responsibility (CDR) genannt.

Unternehmensverantwortung entwickelt sich zu Corporate Digital Responsibility. CDR bezieht sich einerseits auf die Beachtung digitaler Nachhaltigkeit und anderseits auf Berücksichtigung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Wirkungen digitalen Unternehmenshandelns in der Welt. Dabei handelt es sich um freiwillige unternehmerische Aktivitäten, die über das gesetzlich Vorgeschriebene hinausgehen.

„Corporate Digital Responsibility kann einen wesentlichen Beitrag dafür leisten, für Fairness zu sorgen und die digitale Transformation zum gemeinsamen Vorteil aller sowie einer nachhaltigen Entwicklung auszubalancieren“, so das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz.

Aufgrund des tiefgreifenden digitalen Wandels, der alle Branchen umfasst, handelt es sich nicht nur um ein Verantwortungsgebiet der Digital-, IT- oder ITK-Branche: CDR ist vielmehr für alle Unternehmen mit digitalen Unternehmensprozessen und Geschäftsmodellen von Bedeutung.

Für CDR ist (noch) kein Standard in Unternehmen, sondern bietet Gestaltungsspielraum für Pioniere. Die vorhandenen Erkenntnisse, Instrumente und praktischen Erfahrungen der Corporate (Social) Responsibility bieten eine „Blaupause“. Ökonomisch motiviert werden Alleinstellungsmerkmale gebildet und Wettbewerbsvorteile zu einem Business Case für (digitale) Nachhaltigkeit aufgebaut, von dem sowohl Unternehmen als auch Gesellschaft bzw. Umwelt profitieren.

Zitieren als: Dörr, Saskia „Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen denken – Vorhandene CSR-Instrumente und neue Handlungsfelder verbinden sich zur Corporate Digital Responsibility“, in: Magazin Verantwortung, 02/19, 2019, S. 34-36.

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