Seite wählen
CDR-Check und –Kompass: Arbeitsmaterialien zum Download

CDR-Check und –Kompass: Arbeitsmaterialien zum Download

Digitale Verantwortung entwickelt sich aktuell parallel zur Digitalisierung. Dies erfolgt in den Unternehmen in einzelnen Projekten, iterativ und experimentell. Doch um das volle digitale Potenzial eines Unternehmens zu heben, ist es notwendig, die gesellschaftliche Wirkung mir ihren Chancen und Risiken zu erfassen.

Dafür stehen der Digital Responsibility Check und der Digital Responsibility Kompass zur Verfügung. Sie können genutzt werden und auf die Situation im Unternehmen angewendet werden. Dabei geht es im ersten Schritt um die möglichst objektive Einschätzung der aktuellen Leistungsfähigkeit in den  15 Verantwortungsclustern der Corporate Digital Responsibility. Im zweiten Schritt werden die Verantwortungscluster in die digitale Agenda des Unternehmens eingeordnet und bewertet. Für einen schnellen Check kann diese Bewertung im Unternehmen durchgeführt werden. Später empfehle ich dann die Aufnahme relevanter Themen in eine Wesentlichkeitsanalyse.

In meinem Buch „Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility. Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeitsmanagement im Digitalzeitalter“ beschreibe ich die 15 Verantwortungscluster der Corporate Digital Responsibility, die aus meiner Sicht zentral sind, detailliert. Dort werden Digital Responsibility Check und der Digital Responsibility Kompass beschrieben und  als einen ersten Schritt zur Beschäftigung mit Corporate Digital Responsibility im Unternehmen. Einige der Abbildungen sind als Arbeitsmaterialien gestaltet, die hier zum Download und zur Nutzung im Unternehme angeboten werden.

Die Arbeitsmaterialien hier zum kostenfreien Download nach Eingabe von Name und E-Mail-Adresse. Wir nutzen diese Angaben, um Missbrauch zu vermeiden und nicht für Marketingzwecke. Sie erhalten einen Download-Link per E-Mail.


Das PDF besteht aus fünf Arbeitsblättern, die in CC BY-NC-ND 4.0 Lizenz zur Verfügung gestellt werden.

CSR News 10/2019: Digitales Verantworten – Die 15 Handlungsfelder der Corporate Digital Responsibility im Überblick

CSR News 10/2019: Digitales Verantworten – Die 15 Handlungsfelder der Corporate Digital Responsibility im Überblick

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahrzehnten einen revolutionären Wandel in nahezu allen Bereichen unseres Lebens bewirkt. Mit ihren vielfältigen Möglichkeiten und Chancen hat sie eine immense Dynamik entfacht und neue Wege des Arbeitens, Kommunizierens und Konsumierens eröffnet. Doch neben den zahlreichen Vorteilen birgt die Digitalisierung auch Risiken und Herausforderungen für Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen und die Chancen der Digitalisierung im Einklang mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit zu nutzen, sind gezielte Maßnahmen und Handlungsfelder erforderlich. Im Zentrum steht dabei das Konzept der Corporate Digital Responsibility (CDR), das Unternehmen dazu aufruft, ihre digitale Transformation verantwortungsbewusst zu gestalten und Nachhaltigkeitsaspekte in ihre Geschäftsstrategien zu integrieren.

Die nachfolgenden Handlungsfelder der CDR bieten einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Bereiche, in denen eine nachhaltige Digitalisierung vorangetrieben werden kann. Von der Förderung digitaler Mündigkeit und Vielfalt bis hin zur Dematerialisierung und dem Einsatz von Technologie für die Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) – jedes Handlungsfeld spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung einer digitalen Zukunft, die sowohl ökologisch als auch sozial gerecht ist.

Im Folgenden werden wir die einzelnen Handlungsfelder genauer betrachten, ihre Bedeutung erläutern und mit Beispielen aus der Praxis ergänzen. Dabei soll verdeutlicht werden, wie Unternehmen, Organisationen und Individuen in diesen Bereichen aktiv werden können, um einen positiven Wandel zu bewirken.

Die nachhaltige Digitalisierung erfordert ein ganzheitliches Denken und Handeln. Es geht darum, ökologische Auswirkungen zu minimieren, soziale Gerechtigkeit zu fördern und die Chancen der Digitalisierung für eine nachhaltige Entwicklung zu nutzen. Nur durch gemeinsame Anstrengungen und einen bewussten Umgang mit den Risiken und Chancen der Digitalisierung können wir eine lebenswerte und zukunftsfähige Gesellschaft schaffen.

1. Handlungsfeld: Digitale Mündigkeit
– Beschreibung: Dieses Handlungsfeld bezieht sich auf die Förderung digitaler Bildungsprojekte und die Stärkung der digitalen Fähigkeiten der Gesellschaft. Es geht darum, Menschen den Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen und sie in die Lage zu versetzen, digitale Technologien kompetent zu nutzen.
– Beispiel: Digitale Bildungsinitiativen wie Programmierkurse für Kinder, Schulungen für Senioren zur Nutzung von Online-Diensten oder die Bereitstellung von kostenlosen Online-Lernmaterialien für gering qualifizierte Personen.

2. Handlungsfeld: Digitale Vielfalt
– Beschreibung: Hier geht es um den Ausgleich von Ungleichheiten im Zugang zu digitaler Technologie und den Vorteilen, die sie bietet. Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen von der Digitalisierung profitieren können.
– Beispiel: Initiativen zur Förderung der digitalen Teilhabe von benachteiligten Gruppen wie Menschen mit Behinderungen, Frauen in der Technologiebranche oder Bewohnern ländlicher Gebiete durch den Ausbau der Breitbandinfrastruktur.

3. Handlungsfeld: Neue Ehrbarkeit
– Beschreibung: In diesem Handlungsfeld geht es darum, ethisch und verantwortungsvoll mit der ökonomischen Ausbeutung von Technologie umzugehen. Es beinhaltet die Zahlung fairer Steuern, den Verzicht auf Lobbyarbeit gegen gerechte Besteuerung und die Unterstützung von Transformationsprozessen in Zusammenarbeit mit Politik und Zivilgesellschaft.
– Beispiel: Unternehmen, die transparente Geschäftsmodelle pflegen, ihre Steuerverpflichtungen erfüllen und aktiv Maßnahmen ergreifen, um ihre Auswirkungen auf die Gemeinschaft und die Umwelt zu minimieren.

4. Handlungsfeld: Open up & share
– Beschreibung: Dieses Handlungsfeld befasst sich mit der Förderung sozialer Innovationen und der Schaffung von Möglichkeiten zum Teilen und gemeinsamen Nutzen von Ressourcen. Es geht darum, traditionelle Konsummodelle zu überdenken und alternative Ansätze wie Sharing-Economy, Dezentralisierung und Open-Source zu fördern.
– Beispiel: Plattformen für Peer-to-Peer-Sharing, bei denen Privatpersonen ihre ungenutzten Ressourcen wie Fahrzeuge, Werkzeuge oder Wohnräume mit anderen teilen können.

5. Handlungsfeld: Zähmung der künstlichen Intelligenz
– Beschreibung: In diesem Handlungsfeld geht es um die verantwortungsvolle Nutzung und Kontrolle künstlicher Intelligenz (KI). Es beinhaltet transparente Algorithmen, ethische Richtlinien und die Einbindung von ethischen Bewertungsgremien bei Entscheidungen, die von KI-Systemen getroffen werden.
– Beispiel: Unternehmen, die transparente KI-Algorithmen verwenden und Mechanismen implementieren, um sicherzustellen, dass KI-Entscheidungen nachvollziehbar sind und kein Missbrauch oder Diskriminierung stattfindet.

6. Handlungsfeld: Digitale Nachhaltigkeit
– Beschreibung: Hier geht es darum, das Internet als öffentliches Allgemeingut zu stärken, die Rolle der Nutzer zu stärken und kommerzielle Manipulationen einzuschränken. Es beinhaltet die Förderung von Open-Source-Projekten, die Offenlegung von Wissen und den Schutz der Nutzer vor kommerzieller Ausbeutung.
– Beispiel: Initiativen zur Förderung von Open-Source-Software, die es Nutzern ermöglicht, ihre eigenen Anpassungen vorzunehmen und Wissen frei zu teilen, um eine gemeinschaftliche Nutzung der digitalen Ressourcen zu ermöglichen.

7. Handlungsfeld: Transformation der Arbeitsplätze
– Beschreibung: Dieses Handlungsfeld konzentriert sich auf die Transformation der Arbeitsplätze im Zuge der Digitalisierung. Es beinhaltet den Schutz der Rechte und das Wohlergehen der Arbeitnehmer, die Förderung von flexiblen Arbeitsmodellen und die Ermöglichung von lebenslangem Lernen.
– Beispiel: Unternehmen, die flexible Arbeitsmodelle anbieten, die es den Mitarbeitern ermöglichen, ihre Arbeitszeit und ihren Arbeitsort anzupassen, sowie Weiterbildungsmöglichkeiten für die Entwicklung neuer Fähigkeiten.

8. Handlungsfeld: Persönlichkeitsschutz im Netz
– Beschreibung: Hier geht es um den Schutz der Privatsphäre und der Persönlichkeitsrechte der Nutzer im digitalen Raum. Es beinhaltet den verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten, den Schutz vor Manipulation und den Respekt vor dem offenen Internet.
– Beispiel: Unternehmen, die transparente Datenschutzrichtlinien haben, Nutzern die Kontrolle über ihre eigenen Daten geben und sich gegen die Verwendung von Manipulationstechniken wie Social Engineering oder personalisierte Werbung einsetzen.

9. Handlungsfeld: Customer Empowerment
– Beschreibung: Dieses Handlungsfeld bezieht sich auf den verantwortungsvollen Umgang mit Kundendaten und die Stärkung der Kundenrechte. Es beinhaltet die Transparenz im Umgang mit Daten, den Schutz der Privatsphäre und die Übertragung von digitaler Souveränität an die Kunden.
– Beispiel: Unternehmen, die ihren Kunden die volle Kontrolle über ihre eigenen Daten geben, transparente Datenschutzerklärungen bereitstellen und ihnen Vorteile für den Austausch ihrer Daten bieten, beispielsweise personalisierte Angebote oder Prämienprogramme.

10. Handlungsfeld: Design für mehr Menschlichkeit
– Beschreibung: Hier geht es um die Förderung positiver Online-Interaktionen und die Vermeidung von schädlichen Auswirkungen der digitalen Welt auf das Wohlbefinden der Menschen. Es beinhaltet Maßnahmen zur Bekämpfung von Fake News, Online-Sucht und der Spaltung von Gemeinschaften.
– Beispiel: Plattformen und Initiativen, die positive Online-Interaktionen fördern, beispielsweise durch die Verwendung von Algorithmen, die auf Inhalte mit hoher Qualität und positivem Nutzen abzielen, oder durch die Einführung von Funktionen, die die Zeitbegrenzung für die Nutzung bestimmter Apps oder Websites ermöglichen.

11. Handlungsfeld: Nachhaltiger Konsum
– Beschreibung: Dieses Handlungsfeld bezieht sich auf die Förderung von nachhaltigem Konsum und die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks. Es beinhaltet den Zugang zu grünen und fair produzierten Produkten, den Einsatz von digitalen Plattformen zur Förderung nachhaltiger Angebote und die Sensibilisierung der Verbraucher für nachhaltige Konsumentscheidungen.
– Beispiel: Online-Marktplätze und Plattformen, die nachhaltige Produkte anbieten und Informationen über die ökologischen Auswirkungen von Produkten bereitstellen, sowie Initiativen zur Förderung von Tauschbörsen und gemeinschaftlichem Konsum.

12. Handlungsfeld: Technologie-Einsatz für SDG
– Beschreibung: Hier geht es um den Einsatz von Technologie zur Förderung der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs). Es beinhaltet den Einsatz digitaler Lösungen für Umwelt- und Klimaschutz, Armutsbekämpfung, Bildung und Gesundheitsversorgung.
– Beispiel: Anwendungen und Plattformen, die den Zugang zu Bildung und Gesundheitsdiensten in entlegenen Gebieten ermöglichen, digitale Lösungen zur Überwachung von Umweltauswirkungen oder Plattformen zur Förderung von sozialen Projekten und Spendenaktionen.

13. Handlungsfeld: Ethisches Marketing
– Beschreibung: Dieses Handlungsfeld bezieht sich auf den ethischen Umgang mit Marketingpraktiken im digitalen Raum. Es beinhaltet den Verzicht auf manipulative Techniken, die Förderung von nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen sowie die Reduzierung des Konsumniveaus.
– Beispiel: Unternehmen, die auf Cross- und Upselling-Strategien verzichten, nachhaltige Werbekampagnen durchführen und die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf ethische und umweltfreundliche Produkte lenken.

14. Handlungsfeld: Circular Economy (Zero Waste und Zero Carbon Emission)
– Beschreibung: Hier geht es um die Förderung einer Kreislaufwirtschaft, bei der Abfälle minimiert und Ressourcen effizient genutzt werden. Es beinhaltet die Verwendung recycelter Materialien, die Überwachung der Lieferkette und die Reduzierung von CO2-Emissionen.
– Beispiel: Unternehmen, die Produkte aus recycelten Materialien herstellen, die Reparatur und Wiederverwendung von Produkten fördern und nachhaltige Lieferketten implementieren, um Abfälle zu minimieren.

15. Handlungsfeld: Dematerialisierung
– Beschreibung: Dieses Handlungsfeld bezieht sich auf die Reduzierung des Materialverbrauchs und die Förderung von digitalen Lösungen, um physische Ressourcen zu sparen. Es beinhaltet den Einsatz von digitalen Dokumenten, virtuellen Meetings und anderen digitalen Alternativen.
– Beispiel: Unternehmen, die papierlose Büros implementieren, digitale Dokumentenverwaltungssysteme nutzen und

Ressourcen

Dörr, Saskia (2019) Digitales Verantworten. https://www.csr-news.net/news/2019/10/19/digitales-verantworten-csr-magazin-33/. Veröffentlicht  Oktober 2019 im CSR Magazin

Dörr, Saskia (2020) Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility. Springer Berlin.

CSM Universität Lüneburg 09/2019: „Mein Weg zu 100% digitaler Nachhaltigkeit“

CSM Universität Lüneburg 09/2019: „Mein Weg zu 100% digitaler Nachhaltigkeit“

Zum 15-jähriges Jubiläum des MBA Sustainability Management, Center for Sustainability Management der Leuphana Universität Lüneburg.

Die Verabschiedung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele durch über 150 Nationen stellt eine der großartigsten Errungenschaft unserer Zeit dar. Doch wir wissen: in der Umsetzung hängt die Weltgemeinschaft und auch Deutschland hinterher. Nicht zuletzt deswegen wird aktuell Digitalisierung häufig im Nachhaltigkeitskontext genannt, denn digitale Technologien könnten das Erreichen der SDG beschleunigen. Sogar bis zur Hälfte der CO2-Emissionen, die bis zum Jahr 2030 in Deutschland eingespart werden sollen, könnte die  Digitalisierung bringen, davon geht die Bitkom aus. Weitere Chancen z.B. für Bildung, Gesundheit und Ernährung kommen hinzu.

Aber leider sind die Digitaltechnologien keine „Wunderwaffen“ und der digitale Wandel zeigt bereits eine Reihe bedenklicher „Nebenwirkungen“: Ein Viertel aller Deutschen – immerhin 16 Millionen – sieht sich aufgrund fehlender Kompetenzen im „digitalen Abseits“. Immerhin 33% aller 30- bis 49%jährigen – das Gros gehört zur Generation X – fühlt sich hilflos den Gefahren des Internets ausgesetzt. Nur 11% aller Kinder können programmieren und damit die Welt der Algorithmen und Daten gestalten. Die Dynamik des Wandels vergrößert den „digitalen Graben“ und hängt gesellschaftliche Gruppen in Bezug auf die gesellschaftliche Teilhabe, Vereinfachung des Lebens  oder Jobfähigkeit ab. Die von dem meisten bevorzugten Online Services führen zu innerstädtischem Strukturwandel. Und mit ihrem unendlichen „Energiehunger“ – bereits in diesem Jahr soll die Blockchain 0,6 % des weltweiten Stroms verbrauchen – treibt die Digitalisierung selbst den Klimawandel voran.

Digitalisierung zeigt sich uns heute in beschleunigter Veränderung unserer Lebens- und Arbeitswelt, steigender globale Verflechtung, stärkerer Kommerzialisierung und mehr Alltagskomplexität. Sie steht damit den „vier E“ – Entschleunigung, Entflechtung, Entkommerzialisierung und Entrümpelung – die Wolfgang Sachs als „Merkposten für einen mass-vollen Wirtschaftsstil“ beschrieb, entgegen. Also eher weniger, als nach mehr Nachhaltigkeit?

Dennoch: Ich persönlich kann mir durchaus eine analog-digital integrierte Gesellschaft vorstellen, die smarter, fairer und umweltfreundlicher ist! Aber für einen gemeinwohlorientierten digitalen Wandel benötigen wir Engagement in Politik, öffentlichen Organisationen, Stiftungen und weiteren Teilen der Zivilgesellschaft. Und verantwortungsvolle Unternehmer, die nicht alles ausreizen, was geht. Diese Handlungslücke der Nachhaltigkeit zu schließen, ist für mich eine der ganz großen Herausforderungen der nächsten Dekade.

Wie sich die Entwicklung der Digitaltechnologien beschleunigen würde, habe ich im Jahr 2012 als ich meine Masterarbeit über „Wertsteigerung durch Nachhaltigkeitsintegration bei Telekommunikationsunternehmen“ verfasste, wahrlich nicht kommen sehen.  Durch die „digitale Revolution“ scheinen die Beobachtungen von damals wie unter einem Vergrößerungsglas und zeigen nun Bedeutung für unsere gesellschaftliche Zukunft. Sowohl das Digital-Know-How aus meiner langjährigen Laufbahn in der Telekommunikationsbranche als auch meine Nachhaltigkeitsexpertise sind jetzt bei der Beratung von Verwaltung, Organisationen und Unternehmen zu Digitalisierung für Mensch und Gemeinwohl gefordert.

Ich empfinde es als Privileg, dass ich auch durch den MBA Sustainability Management am CSM in Lüneburg auf diese Weise an der Gestaltung der Zukunft beteiligt sein kann. Der MBA-Studiengang hat mein Leben beruflich wie persönlich im besten Sinne „disruptiert“ und ich danke Prof. Stefan Schaltegger, Dr. Holger Petersen, Dr. Charlotte Hesselbarth und dem ganzen wunderbaren CSM-Team für die Begleitung durch eine nicht immer einfache Zeit. Herzlichen Glückwunsch zum 15ten!

„Mein Weg zu 100% digitaler Nachhaltigkeit“

Veröffentlicht  im September 2019 auf sustainament.de

Werte & Wandel 05/2019: „Design Thinking – auf den Punkt!“

Werte & Wandel 05/2019: „Design Thinking – auf den Punkt!“

Design Thinking – auf den Punkt! Interview von Elita Wiegand, Werte und Wandel

Design Thinking wurde zunächst an der Stanford University entwickelt, um kreative Ideen zu fördern. Die amerikanische Innovationsagentur IDEO hat Design Thinking übernommen und über das Hasso-Plattner-Institut ist es auch längst bei uns angekommen. Doch was genau verbirgt sich eigentlich hinter der Methode?

Saskia Dörr: Design Thinking ist die Anwendung eines „Denkens wie Designer“ für eine allgemeine Problemlösung. Design hat mit Innovation, Kreativität und Sinngebung zu tun. Im Fokus stehen die Nutzer. Design Thinking ist eine Methode, dies im Unternehmensumfeld umzusetzen. Dabei geht es um das „Machen“ – um die sofortige Umsetzung einer Idee bis hin zu einem Prototypen.

Doch wie erklären Sie sich den Hype um den Prozess, warum ist Design Thinking in aller Munde?

Saskia Dörr: Design Thinking wird bei vielen Startups des Silicon Valley für Innovationsprozesse eingesetzt. Auch die Großen der Netzökonomie, wie Google oder Apple schwören auf Design Thinking. Offenbar mit großem Erfolg. Mit „Industrie 4.0“ schauten sich auch deutsche Unternehmen und Manager den erfolgversprechenden Ansatz ab, um ähnlich erfolgreich zu werden.

Die erfolgreiche Methode steht auch oft im Kontext der Digitalisierung. Was steckt dahinter?

Saskia Dörr: Digitalisierung bedeutet immer auch eine dynamische Veränderung, intensive Technologie- und Geschäftsmodellinnovation und steigende Komplexität. Das ist die Welt mit der Unternehmen jeder Größe heute umgehen müssen. Traditionelle Managementmethoden können mit unsicheren Kontexten nicht umgehen – Design Thinking schon. Ganz besonders hilft sie beim Lösen sogenannter „wicked problems“, Problemsituation, für die es keine Lösungswege gibt, die durch Zweideutigkeit und Unsicherheit charakterisiert sind. Das ist bei der Digitalisierung häufig der Fall.

Sie sind Impulsgeberin bei unseren nächsten WerteSalon zum Thema „Design Thinking“. Wie kamen Sie zu der Methode?

Saskia Dörr: Ich leite seit über 20 Jahre lang Projekte – Innovations-, Produkt-, Kunden-, HR-Projekte, funktions- oder unternehmensübergreifende, internationale etc. Ich kenne alle Probleme und Fallstricke bei der Umsetzung von Projekten aus eigenem Erleben. Als ich dann vor etwa fünf Jahren Design Thinking kennenlernte, war ich aufgrund der unglaublichen Geschwindigkeit der Entwicklungen begeistert. Ich begann zunächst Elemente in Workshops einzusetzen. Heute führe ich selbst Design-Thinking-Seminare durch und begleite Teams im Innovationskontext.

Wann kommen Unternehmen auf Sie zu und wie nutzen sie dann Design Thinking?

Saskia Dörr: Neben der ganz konkreten Umsetzung einer innovativen Idee in kürzester Zeit, nutzen Unternehmen Design Thinking beispielsweise auch, um vorhandenes Potenzial in ihren Teams zu aktivieren, um ein gemeinsames Problemverständnis zu entwickeln, ihre Kundengruppe besser zu verstehen oder um eine offene, agile Unternehmenskultur in Umsetzung zu bringen. Und ganz nebenbei erlebe ich immer wieder den großen Spaß der Beteiligten an dem co-kreativen Prozess!

Sie sind auch Nachhaltigkeitsmanagerin. Was hat Design Thinking damit zu tun?

Saskia Dörr: Nicht nur bei Umgang von Wirtschaft und Gesellschaft mit der Digitalisierung stellen sich „boshafte Probleme“ – erst recht beim Lösen der globalen Probleme, wie Energieversorgung, Klimagerechtigkeit, fairer Zugang zu Bildung, Lebensmittelversorgung oder Artenvielfalt etc. Beim Finden von Wegen für nachhaltige Lösungen, die den Menschen dienen, kann Design Thinking helfen. Das ist für unsere Zukunft von großer Bedeutung.

Das Interview auf Werte und Wandel https://werteundwandel.de/inhalte/design-thinking-auf-den-punkt/

Veröffentlich im Mai 2019 auf Werteundwandel.de

 

Buchbeitrag „SmartCheck für nachhaltige Apps – Fallbeispiel „Schutzranzen” für Kinder“ (2019)

Buchbeitrag „SmartCheck für nachhaltige Apps – Fallbeispiel „Schutzranzen” für Kinder“ (2019)

Für das Buch „MENSCHpunktNULL. Gestaltungsansätze für die digitale Gesellschaft“, herausgegeben von Andreas Seidel und Andreas Schiel, haben Damian Paderta und ich die Methodik des SmartChecks für Nachhaltigkeit entwickelt und auf den „Schutzranzen“, ein Projekt zur Vernetzung von Schulkindern auf dem Schulweg, angewendet.

Der SmartCheck für Nachhaltigkeit kann sinnvoll in nachhaltigkeitsorientierten Unternehmen und Organisationen eingesetzt werden, die an der Entwicklung oder Anwendung von digitalen Vernetzungslösungen im Bereich „Internet der Dinge” (Internet of Things, IoT) im Business-to-Consumer-Segment beteiligt sind (z.B. Smart City, Smart Building, Smart Clothes). Konkrete Einsatzbereiche finden sich in FuE, Produkt- und Innovationsabteilungen, Marketing sowie Einkauf und Anforderungsmanagement.

Das Buch ist als Dialogangebot für alle gemeint, die sich tiefere und nachhaltige Gedanken über die digitale Transformation und ihre (wünschenswerten) Folgen machen möchten. MENSCHpunktNULL enthält Beiträge von: Stefan Birk, Matteo Cagnazzo, Conny Dethloff, Saskia Dörr, Gregor Ilg, Damian Paderta, Andreas Schiel, Andreas Seidel, Helmut Volkmann, Chris Wojzechowski

Quelle: Dörr S Paderta D (2019) SmartCheck für nachhaltige Apps – Fallbeispiel „Schutzranzen” für Kinder. In Schiel A, Seidel A (Hrsg) Menschpunktnull. S 140-165. https://paderta.com/wp-content/uploads/2019/04/MENSCHpunktNULL_1_0_Kapitel_SmartCheck_fuer_nachhaltige_Apps.pdf.   Zugegriffen: 08.06.2019

Veröffentlicht Mai 2019 in  Schiel A, Seidel A (2019) MENSCHpunktNULL. Gestaltungsansätze für die digitale Gesellschaft. https://www.epubli.de/shop/buch/MENSCHpunktNULL-Andreas-Seidel-Andreas-Schiel-9783748538875/86305

Handwerk magazin 02/2019: Digitale Nachhaltigkeitsstrategie: „Unternehmer müssen auch digital verantwortlich handeln“

Handwerk magazin 02/2019: Digitale Nachhaltigkeitsstrategie: „Unternehmer müssen auch digital verantwortlich handeln“

Im Interview mit Sarah Sommer für das handwerk magazin Februar 2019.

Saskia Dörr ist Expertin für Nachhaltigkeitsmanagement im Digitalzeitalter. Mit ihrem Beratungsunternehmen Wiseway unterstützt sie Unternehmen dabei, Digitalisierung verantwortungsbewusst zu gestalten und erklärt, warum das Thema auch für Handwerksunternehmer wichtig ist.

handwerk magazin: Frau Dörr, warum brauchen Unternehmen eine digitale Nachhaltigkeitsstrategie?

Dörr: Durch die Digitalisierung und den Einsatz neuer Technologien in der Produktion und im Kundenkontakt entstehen viele neue, gesellschaftlich relevante und auch umstrittene Fragen. Bei Mitarbeitern und auch Kunden lösen diese Veränderungen oft Ängste und Unsicherheiten aus. Sie sind unsicher, wem sie in dieser veränderten Wirtschaftswelt vertrauen können.

….

Das gesamte Interview auf https://www.handwerk-magazin.de/digitale-nachhaltigkeitsstrategie-unternehmer-muessen-auch-digital-verantwortlich-handeln/150/30218/383615

Veröffentlicht  Februar 2019 im Handwerk Magazin

Webinar-Video: Digitales Business mit Verantwortung (2018)

Webinar-Video: Digitales Business mit Verantwortung (2018)

WOMAN SPEAKER FOUNDATION. Live-Webinar durchgeführt am 26.10.2018

„Die digitale Welt – smarter, fairer und umweltfreundlicher? Das muss keine Utopie bleiben!“, sagt Dr. Saskia Dörr. Digitalisierung verspricht uns eine „bessere Welt“. Aber die Zweifel werden größer: die verantwortungslose Auswertung von Kundendaten, die undurchschaubaren Manipulationsmöglichkeiten, die massiven Veränderungen der Jobs und die Angst vor dem „abgehängt werden“ sowie der „Energiehunger“ der Digitaltechnik führt zu Druck auf die (globale) Gemeinschaft und das Wohlbefinden des Einzelnen.

Dr. Saskia Dörr zeigt auf, wie Unternehmen in sechs Schritten CSR- und Nachhaltigkeitsmanagement innovativ auf die neuen Herausforderungen des Digitalzeitalters ausrichten und sie so die Chancen der „Corporate Digital Responsibility“ für den Unternehmenserfolg nutzen.

Aufzeichnung des Webinars auf Youtube https://www.youtube.com/watch?v=RvQZp21Kjtk

Veröffentlicht im  Dezember 2018 auf youtube

Konferenz Bits & Bäume 11/2018: „Jenseits digitaler Kurzsichtigkeit“

Konferenz Bits & Bäume 11/2018: „Jenseits digitaler Kurzsichtigkeit“

Workshop: Jenseits „digitaler Kurzsichtigkeit“. Verantwortung von Unternehmen für Digitalisierung mit „Corporate Digital Responsibility“. Bits & Bäume Konferenz Berlin. Workshop durchgeführt am 18.11.2018.

Heute und hier stellen Unternehmen die Weichen, wie Digitaltechnologie und Daten in Produkte und Services integriert werden, die unser Leben in Zukunft beeinflussen. Strategisches Management der gesellschaftlichen Wirkungen von Digitalisierung spielt aktuell noch eine untergeordnete Rolle: es scheint eher um die Erprobung des technisch Machbaren in einer Art „digitalen Kurzsichtigkeit“ für Mensch, Gesellschaft und den Planeten zu gehen. Dabei kann „Corporate Digital Responsibility“ zum Unternehmenserfolg beitragen. Im Workshop werden die Handlungsfelder einer Unternehmensverantwortung im Digitalzeitalter diskutiert sowie die Möglichkeiten und Grenzen als Beitrag für eine verantwortliche nachhaltige Entwicklung. Eigene Handlungsansätze werden reflektiert.

Weitere Infos zum Workshop https://fahrplan.bits-und-baeume.org/events/97.html

Veröffentlicht im  November 2018 auf der Website der Bits & Bäume Konferenz

tbd.community 10/2018: „Vom „Wilden Westen“ zur Digitalisierung mit Verantwortung. Corporate Digital Responsibility entwickelt sich.“

tbd.community 10/2018: „Vom „Wilden Westen“ zur Digitalisierung mit Verantwortung. Corporate Digital Responsibility entwickelt sich.“

Wir sprechen dieser Tage viel von Ethik: Ethik der Daten, Ethik von Algorithmen und Ethik der Digitalisierung (siehe Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier). Ethik definiert, was zum Guten und zum Bösen zählt. (Für ein unterhaltsames mehr – siehe Was ist Ethik? Philosophisches Kopfkino (3sat)). Doch diese Unterscheidung hat sich mit der Digitalisierung nicht geändert. Unsere Werte – wie Solidarität, Humanität und Verantwortung – sind gleich geblieben. Vielmehr geht es darum, diese Werte im Kontext der digitalen Produkte, der App-Anwendungen, der Tracker, der Online-Plattformen, der KI-basierten Smart Services etc. anzuwenden.

Wir leben aktuell im „digitalen Wilden Westen“

Bislang kann man den Eindruck gewinnen, dass wir aktuell in einer Art „digitalem Wilden Westen“ leben. Unternehmen geht es darum, „aus dem Hinterhalt“ möglichst viele Daten zu erbeuten und zu Geld zu machen (siehe z.B. Facebook und Cambridge Analytica Skandal). Oder durch neue Formen des menschenunwürdigen Arbeitens ihren Profit zu mehren (siehe z.B. Film über Clickworker in Manila). Oder uns wichtige Auswirkungen der Digitalisierung auf den Energieverbrauch und damit auf das Klima „zu verschweigen“ (z.B. „Eine einzige Berechnung von einem Block in dieser Blockchain ist ungefähr zehntausend Mal so energieintensiv wie eine Kreditkarten-Transaktion.“, sagt Tillmann Santarius im Interview mit dem BR.).

Unternehmerische Verantwortung bietet neue Geschäftschancen

Vielen Unternehmen ist inzwischen klar, dass sich diese Phase der „Freibeuterei“ dem Ende nähert. Europäische Unternehmen verfolgen eigene, gesellschaftlich getragene Visionen der Digitalisierung – jenseits des „Silicon Valley“. Sie überdenken daher ihre Geschäftsmodelle in Bezug auf mehr Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung im Digitalzeitalter. Möglicherweise entscheidet die gesellschaftliche Verantwortung im Geschäftsmodell sogar über das Überleben (vgl. Arbeit 2028: Trends, Dilemmata und Chancen). Denn mehr Nachhaltigkeit bietet Geschäftschancen: 12 Billionen US-Dollar Umsätze und Kosteneinsparungen könnten im Jahr 2030 durch die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele („Sustainable Development Goals“, SDG) mittels Digitaltechnologie erzielt werden. Auf diese atemberaubenden Summen kommt der „UN Global Compact“ – die Wirtschaftsorganisation der United Nations – zusammen mit renommierten Partnern in ihrem Report 2030 Vision. Dabei geht es beispielsweise um eine klima-resiliente Landwirtschaft mittels Wettersensoren, um „Smarte Mobilität“ mittels autonomer Fahrzeuge oder um personalisierte Medizin, in der „Wearables“ relevante medizinische Daten aufzeichnen und es damit Ärzten ermöglichen Patienten von der Ferne aus zu begleiten.

Auch die „unerwünschten Nebenwirkungen“ im Blick behalten

Wenn das Ziel eine digitale Welt ist, die die Menschen im Fokus hat und gut für den Planeten ist, dann dürfen jedoch die „unerwünschten Nebenwirkungen“ der Digitalisierung nicht außer Acht gelassen werden. Es bestehen bereits heute eine Reihe von Risiken, mit denen wir als Gesellschaft und ganz individuell umgehen, z.B.

  • die Lücke digitaler Fähigkeiten, z.B. sieht sich heute ein Viertel aller Deutschen – immerhin 16 Millionen – aufgrund fehlender Kompetenzen im „digitalen Abseits“,
  • die „unethische“ Nutzung von Kundendaten und Korruption der digitalen Selbstbestimmung,
  • der ökologischer Fußabdruck der Digitaltechnik,
  • der ungleiche Zugang zu Digitaltechnologie und ihren Vorteilen und damit das Entstehen weiterer sozialer Ungerechtigkeiten,
  • der Druck auf Gemeinschaft und Wohlbefinden, z.B. durch einen „Kollaps der Realität“ in Sozialen Medien, und
  • eine intransparente digitale Welt, deren Regeln von der Gemeinschaft nicht kontrolliert werden können, z.B. die Funktionsweise von Künstlicher Intelligenz.

Es geht also in gleicher Weise um die Nutzung von Chancen und das Abwenden von Risiken.

Corporate Responsibility weitet sich zur Corporate Digital Responsibility

Unternehmerische Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung weitet daher den Blick hin zu den Veränderungen, die Cyberspace und Industrie 4.0 bringen (vgl. Video zu Corporate Digital Responsibility von Deloitte am Tag der Deutschen Industrie, 09.10.2018)

„Corporate Digital Responsibility“ (CDR) bezieht sich auf die Unternehmensverantwortung in der digitalen Gesellschaft und kann als „Unternehmerische Digitalverantwortung“ übersetzt werden. Der Begriff meint die freiwillige Selbstverpflichtung zum nachhaltigen Wirtschaften von Unternehmen, das die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen durch die Digitalisierung mit berücksichtigt (vgl. CSR News).

Es geht darum, die Digitalisierung zu einem Win-Win für Unternehmen und Gesellschaft zu gestalten. Wir dürfen gespannt sein. Wir dürfen uns als Verbraucher*innen, Bürger*innen, Manager*innen und Unternehmer*innen einmischen und gestalten!

Der gesamte Artikel hier https://www.tbd.community/de/a/vom-wilden-westen-zur-digitalisierung-mit-verantwortung

Veröffentlicht im  Oktober 2018 auf Tbd*-Community Blog

Nachhaltigkeitsmanagement in der Telekommunikation (2012)

Nachhaltigkeitsmanagement in der Telekommunikation (2012)

Wertsteigerung durch Nachhaltigkeitsintegration bei Telekommunikationsunternehmen? Eine anwendungsorientierte Analyse am Beispiel der Deutschen Telekom.

Der Telekommunikations-(TK)-Branche wird ein hohes ökonomisches Potenzial durch Nach-haltigkeit (NH) bescheinigt. Zum einen bestehen Kostenpotenziale durch Verbesserung der Energieeffizienz – die Informations- und Kommunikationstechnik verursacht weltweit ähnlich viele Kohlendioxid-(CO)-Emissionen wie die Luftfahrt. Zum anderen bestehen Umsatzpotenziale durch Innovationen, die Kunden dabei helfen ״grün“ zu werden. Ein hoher gesellschaftlicher Beitrag beim Wandel zur klimafreundlichen Gesellschaft wird dadurch erwartet: Die Nutzung digitaler Technologien soll zu 23 % der von Deutschland angestrebten C02- Einsparung ggü. ״Business as usual“ führen (vgl. Global e-Sustainability Initiative 2009). Voraussetzung dafür ist, dass Corporate Sustainability (CS) in das Kerngeschäft integriert ist, d. h. Produkte entsprechend gestaltet werden.

Nachhaltigkeitsintegration in ein Unternehmen ergibt sich durch Umsetzung einer auf Internalisierung einer Extemalität ausgelegten CS-Strategie: Sechs organisatorische Entwicklungsstufen geben ein Maß dafür. Eine Analyse des CS-Reportings von sieben TK-Unternehmen im deutschen Markt, zeigte, dass cs von den ״Global Playern“ auf einer ״Effizienz“-Stufe zur Verbesserung von Prozessen und Öko-Effizienz genutzt wird. Diese Unternehmen haben sich nachhaltiges Produkt-Design zum Ziel gemacht, Stehen jedoch vor dieser organisatorischen Transformation. Das größte gesellschaftliche Nutzenpotenzial der (I)TK beim Wandel zur klimafreundlichen Gesellschaft liegt noch brach.

Hemmnisse bei der Umsetzung von cs sind u. a. gegenläufige strategische Prioritäten und fehlende Beziehungen zu Werttreibem insbesondere bei finanzziel-gesteuerten Geschäftsfel- dem von Konzernen. Eine Sustainability Balanced Scorecard (SBSC) kann im Performance Management CS-Aspekte in eine Ursache-Wirkungsbeziehung setzen. Die SBSC-Methode nach Hahn & Wagner (2001) wurde mit diesem neuen Fokus betrachtet und vor allem reduziert. Die vereinfachte SBCS-Methode soll der Rationalisiemng dienen und Chancen bzw. Risiken von cs dem Management zugänglich machen.

Die Wirkzusammenhänge der Telekom-weiten CS-Strategie auf die Geschäftsziele des nationalen TK-Betreibers, Telekom Deutschland GmbH (TDG) wurden in einer qualitativen theoretischen Analyse untersucht. Das Ergebnis zeigt: CS stärker in das Kerngeschäft zu integrieren, kann für die TDG bereits heute zum Finanzziel beitragen, um Kostenrisiken bei steigenden Energie- und C02-Emissionspreisen zu mindern. ״Business Cases“ für Klimafreundlichkeit könnten bereichsübergreifend berechnet und umgesetzt werden. Weitere CS-Aspekte adressieren Umsatzpotenziale durch vor allem ökologisches Produkt-Re-Design in der TDG; hier bestehen hohe Risiken.

Dem Management wird empfohlen, den Transformationsprozess durch bereichsübergreifende Programme zu C02־Effizienz/Klimafreundlichkeit zu unterstützen. Dies fördert den Aufbau von CS-Kompetenzen vor allem in Produktmanagement und Marketing, der Voraussetzung für die Integration nachhaltiger Innovationen wäre. Aufgrund der geringen Innovationskompetenz der TK-Branche könnten Kooperationen zur nachhaltigen Branchenentwicklung beitragen, die den Wandel zur klimafreundlichen Gesellschaft fördert.

Quelle: Dörr S (2012) Wertsteigerung durch Nachhaltigkeitsintegration bei Telekommunikationsunternehmen? Eine anwendungsorientierte Analyse am Beispiel der Deutschen Telekom. Universität Lüneburg, Center for Sustainability Management.

Bestellbar unter https://www.grin.com/document/437105

Veröffentlicht im August 2018 auf grin.com