„Nachhaltigkeit“ liegt auf dem fünften von sechs Plätzen bei der Frage nach der Gewichtung einzelner Führungswerte. Das ergab die Befragung von 230 Führungskräften. Und 20% sehen das Thema als nicht relevant für Unternehmen an – insbesondere auch junge Führungskräfte sehen das so. Woran liegt´s? Vielleicht daran, dass 70% der Befragten Männer waren? Das wäre doch sehr „Klischee“. Was meinen Sie?
Ich möchte an dieser Stelle den Beitrag von Uwe Schneidewind vom 2. Mai im Rahmen des Evangelischen Kirchentags empfehlen. Seine Äußerungen sind aus meiner Sicht für alle, die im CSR-Kontext tätig sind, bemerkenswert.
Er referierte zu den Fragen:
– Wer ist eigentlich schuld an dem, was wir derzeit an ökologischen und sozialen Missständen unseres Wirtschaftens beobachten?
– Wer hat Verantwortung?
– Was heißt das alles für das individuelle Handeln und Kommunizieren
von Managerinnen und Managern?
Sind Mitarbeiter das Nadelöhr im Change-Prozess zur Umsetzung von Unternehmensverantwortung?
Oder doch eher Mitstreiter, deren Bereitschaft sich für das Unternehmen einzusetzen steigt, je mehr dieses sich für Umwelt und Gesellschaft einsetzt?
Im Rahmen des nawi-Kongresses am 4. September 2013, IHK Frankfurt am Main,
wird dieses Thema im Rahmen des Workshops 3 „Mitarbeiter-Akzeptanz von Nachhaltigkeit: Das Nadelöhr im Change-Prozess“ behandelt.
Zum Hintergrund: Die nawi mit Kongress, Fachausstellung und Award ist das Forum für Nachhaltigkeit im Mittelstand. Hier treffen sich Visionäre und Praktiker – der Nutzen für die Unternehmen steht im Vordergrund.
„Wir haben in Deutschland zum ersten Mal gezeigt, dass Menschen, die privat ökologisch und nachhaltig leben, auch einen entsprechenden Arbeitgeber wollen. Dafür sind sie auch bereit, weniger zu verdienen. Zu Hause öko, auf Arbeit nur Geld verdienen, das trifft nicht zu“, sagt Professor Ulf Schrader, der Leiter der Studie. (Auszug aus dem Artikel)
„Hier zeigen sich vielleicht die größten Defizite bei den Unternehmen bei der Herausforderung das Thema Nachhaltigkeit als Aufgabe der Organisationsentwicklung zu verstehen. Es besteht ein dringender Nachholbedarf. “ Lasst es uns anpacken!
Es geht nicht nur um Vermeidung von Korruption und Betrug. Und auch nicht nur um die Fragen, welchen Beitrag leisten Unternehmen für die Gesellschaft – also wie erwirtschaftetes Kapital (auch) für die Gesellschaft ausgegeben wird, z. B. für soziale Projekte, NGOs oder Kindergärten.
Vielmehr geht es darum, wie Unternehmen ihre Werte erwirtschaften.
Dieses Verständnis von Corporate Social Responsibility (CSR) entspricht dem von WiseWay – wir nennen das Unternehmensnachhaltigkeit. Darum geht es WiseWay.
All dies wird in unterhaltsamen elf Minuten dargestellt.
Das Video stellt die Herkunft und Hintergründe dieses Managementthemaa dar, zeigt die Beziehung zur Wirtschaftsethik auf und macht die Handlungsfelder im Unternehmen bewusst.
Er kann hervorragend als Einstieg dienen, um ein gemeinsames Verständnis im Unternehmen, in einem Training oder einem Ideenworkshop zu Unternehmensnachhaltigkeit zu erlangen.
Gemeinsame Werte tragen dazu bei, dass Mitarbeiter sich besser mit ihrem Arbeitgeber identifizieren können. Bei erfolgreichen Unternehmen bestehen Unternehmensleitbilder und sie sind auch den Mitarbeitern bekannt. Im Durchschnitt aller Firmen kennt sie jedoch nicht einmal jeder Zweite.
Dies zeigte eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft Rochus Mummert unter folgendem Link
Hugo Trappmann, Chef der Limburger Blechwarenfabrik, macht im Dialog im Forum Ressourceneffizienz zum Thema „Ressourceneffizienz – Chefsache oder Mitarbeiterprojekt?“ deutlich, wie wichtig ihm die Mitarbeitereinbindung in Unternehmensnachhaltigkeit ist.
Das zeigt sich an einem Nachhaltigkeitsbericht, der vor allem für die Mitarbeiter geschrieben ist. Mitarbeiter werden vom Unternehmen in den Themen Energiemanagement, Abfallentsorgung, Nachhaltigkeit und Demografie geschult. Auch gibt es Schulungen zum Thema Energie am Arbeitsplatz und im privaten Umfeld.
Nach Abschätzung von Hugo Trappmann machen Nachhaltigkeitsthemen etwa ein Drittel der Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen aus. Damit hat das Engagement der Limburger Blechwarenfabrik Vorbildcharakter beim Thema Mitarbeiter und Nachhaltigkeit im deutschen Mittelstand.
In einer Diskussion an der Karl-Franzens-Universität Graz bezeichnete Christian Kern, Vorstandschef der ÖBB, CSR als „Industrie“, bei der es Unternehmen nur um „Behübschungsaktivitäten“ gehe, die man tunlichst nicht überbewerten solle.
Statt dessen sieht er die moralische Instanz in den Unternehmen bei den Unternehmen selbst und bei den Managern. Bedroht wird diese Moral aus seiner Sicht von der Bilanz, dem Markt sowie dem globalen Wettbewerb (zum Artikel).
Sicherlich spielt gesellschaftliche Verantwortung in Unternehmen heute häufig die Rolle einer „taktischen Kommunikationsmaßnahme“. Doch Nachhaltigkeitsmanagement bedeutet, ökologische und soziale Aspekte in das Geschäft zu integrieren, gesellschaftliche Anforderungen frühzeitig zu bearbeiten und Bedrohungen für das Unternehmen aktiv zu begegnen. Dies führt letztlich zum Vorteil dieser Unternehmen im Markt und im globalen Wettbewerb.
Damit wäre die Moral der Manager nicht nur nicht durch ökonomische Aspekte bedroht, sondern sie würde zur positiven Unternehmenswertentwicklung beitragen. Herr Kern sollte sich seine Argumentation noch einmal überdenken. Vielleicht sieht er ja dann auch Chancen für sein Unternehmen.