Deutschlandfunk: „Sklaveneinsatz für das neue Handy“

Deutschlandfunk: „Sklaveneinsatz für das neue Handy“

Die BWL-Professorin beschreibt in ihrem Buch die Hintergründe globalen Supply Chain Managements und kritisiert die unmenschlichen und unfairen Bedingungen für die produzierenden Arbeiter. Sie ruft jedoch nicht nach dem Staat, sondern sieht jeden Einzelnen der Konsumenten in der Pfllicht.

Ein provozierendes Werk nicht nur für Nachhaltigkeitsbewegte. Mehr dazu beim Deutschlandfunk. http://www.deutschlandfunk.de/moral-und-globalisierung-sklaveneinsatz-fuer-das-neue-handy.1310.de.html?dram%3Aarticle_id=358462

Buchinfos:
Evi Hartmann: „Wie viele Sklaven halten Sie? Über Globalisierung und Moral“, 224 Seiten, Campus Verlag, Preis: 17,95 Euro

Faire Smartphones – noch ein weiter Weg zu gehen

Faire Smartphones – noch ein weiter Weg zu gehen

Mit dem Kauf von Smartphones bekommt jeder Konsument ungewollt einen erheblichen ökologischen und sozialen „Rucksack“. Verbraucher wollen Fairness auch bei ihren wichtigsten elektronischen Begleitern (siehe dazu auch Studie FAIR – von der Nische zum Mainstream).

Eine Veränderung in diesem Markt, brachte das Fairphone. Und kein Wunder, wenn große Consumer Electronic Hersteller ebenfalls auf den Zug aufspringen. So lässt Samsung seine Smartphones – wie z.B. das Galaxy S4 – von TCO Development zertifizierten. Um den steigenden Teil der Verbraucher, denen Fairness wichtig ist, zu erreichen.

Doch in Sachen sozialer Nachhaltigkeit unterscheiden sich diese Smartphones nicht von nicht zertifizierten. So die Ergebnisse der von Südwind vorgelegten Studie zur sozialen Nachhaltigkeit „fairer“ Smartphones, die das niederländische Forschungsinstitut SOMO durchgeführte. (Übersetzung der Zusammenfassung und Empfehlungen der SOMO-Studie “TCO Certified Smartphones versus Fairphone”auf Deutsch hier.)

Die Studie empfiehlt: Umfassende Transparenz bezüglich der verwendeten Materialien sowie der von ihnen ausgehenden Gefahr über den gesamten Lebenszyklus. Zudem Förderung der Sicherheit der Arbeiter durch Schulungsprogramme. Auch der seit langem bekannte kritische Abbau der Mineralien ist mit einzubeziehen. Kurz: Es geht um Fairness in der gesamten Wertschöpfungskette.

Ich frage mich: Wie wäre diese Studie wohl beim Apple iPhone ausgefallen, das einmal wieder für rekordhafte Gewinne bei Apple sorgt?

Nachhaltigkeits-Gipfel 2013: Konferenz zu Nachhaltigkeit in der Lieferkette

Insgesamt eine gelungene Veranstaltung, mit engagierten und kompetenten Rednern, der Nachhaltigkeits-Gipfel am  17. September 2013 in Wiesbaden. Ca. 25 Teilnehmer, insbesondere aus dem Handel, tauschten sich zu Corporate Social Responsibility aus. Eine der Fragen war: Kann man Nachhaltigkeit entlang der Lieferkette überhaupt garantieren und den Überblick behalten?

Rezzo Schlauch Rechtsanwalt, Parl. Staatssekretär a.D., stellte damit die gesellschaftlichen Ansprüche dar. Er forderte im ersten Vortrag die Unternehmen dazu auf, ihren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten und nicht auf der Ebene der PR zu verbleiben.

Von den vielen Rednern – der Tag war voll gepackt – hier nur einige Highlights.

Andrea Weber, Head of Sustainability, Metro Cash & Carry (Metro AG) gab Einblicke zum CSR-Management bei Metro Cash & Carry. Insbesondere stellte sie die Frage Wie passen lokale Wertschöpfung und globales Sourcing zusammen? Neu für mich war, dass die METRO GROUP Lieferanten in zahlreichen Ländern unterstützt, international anerkannte Standards zu erfüllen. Und dies in Kooperation mit verschiedenen öffentlichen und privaten Partnern, wie z. B. Unido, Bayer, giz.

Dr. Philipp G. Inderhees, Leiter Nachhaltigkeitsmanagement, Deutsches Milchkontor GmbH beeindruckte mich mit dem Vortrag zu „Fünf Bereichen eines erfolgreichen Aktionsplans“. Die systematische Analyse der Situation, konsequenten Umsetzung und Monitoring der Nachhaltigkeitsleistung über Kennzahlen zeigte die Grundlagen des Nachhaltigkeitsmanagements par excellence.

Ulf Wenzig, Sustainability Manager Retail, IKEA Germany, fragte “ Kann eine Weltmarke wirklich nachhaltig sein? Er stellte den IWAY – Nachhaltiges Supply-Chain Management bei IKEA dar. Dieses basiert auf der ILO, sowie den UN-Konferenzen zur nachhaltigen Entwicklung. Ziel von IKEA ist es, 100% aller Zulieferer diesem Standard entsprechen. Dieses Ziel ist bereits weitgehend erfüllt: Sichergestellt wird es von ca. 80 interne Auditoren in 29 Ländern.

Bemerkenswert ebenfalls Maurice Stanszus, Founder and CEO, der „WeGreen“ vorstellte – ein „Ranking“-Algorithmus für nachhaltige Produkte.

Was nehme ich mit: Den Eindruck, dass Nachhaltigkeit in diesen Unternehmen bereits sehr systematisch gemanaged wird. Es bestehen bereits etablierte Netzwerke und stabile Dienstleisterbeziehungen. Nachhaltigkeit goes mainstream!

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