Datenschutz für Praktiker 11/20: „Digitale Unternehmensverantwortung für eine nachhaltige Wertschöpfung aus Daten“

Datenschutz für Praktiker 11/20: „Digitale Unternehmensverantwortung für eine nachhaltige Wertschöpfung aus Daten“

Mit der Digitalisierung entstehen wirtschaftsethische Dilemmata mit Daten von Nutzer:innen. Digitalverantwortliche Unternehmen wägen umsichtig und frühzeitig die unterschiedlichen Interessen bei der Gestaltung digitaler Geschäftsstrategien ab. Wie das praktisch aussehen kann, erläutere ich in dem Artikel „Corporate Digital Responsibility: Digitale Unternehmensverantwortung für eine nachhaltige Wertschöpfung aus Daten“ im Magazin „Datenschutz für Praktiker“.

Dörr S (2020) „Corporate Digital Responsibility“: Digitale Unternehmensverantwortung für eine nachhaltige Wertschöpfung aus Daten. Datenschutz für Praktiker 11 2020, S. 8-11. https://desk.forum-verlag.com/#doc/62089/1 (Zugriff am 27.11.2020)

Der Artikel inklusve Fragenset steht hier zum Download zur Verfügung.

Gerade die Datenschutzbeauftragten und -verantwortlichen können über ihre Kernaufgabe hinausgehende Impulse für eine Corporate Digital Responsiblity geben. Daher hoffe ich, dafür Ansatzpunkte geben zu können. Der Artikel hat folgende wesentlichen Inhalte:

  • Wirtschaftsethische Dilemmata mit Daten von Nutzer:innen
  • Corporate Digital Responsibility für Vertrauen als Wettbewerbsvorteil
  • 12 Leitfragen für eine digitale Geschäftsstrategie mit Verantwortung

Das vorliegende Set an Leitfragen soll Pioniere unterstützen. Es bietet, wie eine Reihe weiterer bereits vorliegender Management-Instrumente, eine Handreichung für die Umsetzung von CDR in der Praxis und damit für die Gestaltung einer wünschenswerten digitalen Zukunft.

Datenschutz für Praktiker 11/20: „Digitale Unternehmensverantwortung für eine nachhaltige Wertschöpfung aus Daten“

1E9 Jahreskonferenz 11/20: „Künstliche Intelligenz funktioniert nicht ohne Verantwortung“

Panelteilnahme bei der 1E9-Konferenz 2020 am 11.11.2020. Aufzeichnung der 40-minütigen Diskussion zusammen mit Max Haarich (Gesellschaft für Digitale Ethik), Tarek R. Besold (neurocat GmbH) und Nicolai Andersen (Deloitte) zum Thema „Corporate Digital Responsibility: Künstliche Intelligenz funktioniert nicht ohne Verantwortung“. Moderation Wolfgang Kerler (1E9).

Datenschutz für Praktiker 11/20: „Digitale Unternehmensverantwortung für eine nachhaltige Wertschöpfung aus Daten“

Mittelstand 4.0 Jahreskonferenz 11/20 „Mit Digitalisierung eine nachhaltige Zukunft gestalten“

Im Rahmen der Regionalkonferenz des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Bremen am 25.11.2020 durfte ich in ein Impuls-Interview zum Thema “Ökonomisch, ökologisch, sozial – so geht unternehmerische Verantwortung im Digitalzeitalter” geben sowie bei der interaktiven Diskussion „Wie wir Nachhaltigkeit im Unternehmen voranbringen“ auf dem Panel dabei sein. Die Videos der gesamten – sehr gelungenen – Veranstaltung finden sich hier.

Regionalkonferenz Feedback und Videos

Interview im Video: So geht unternehmerische Verantwortung im Digitalzeitalter

Interview im Video: So geht unternehmerische Verantwortung im Digitalzeitalter

MITTELSTAND 4.0 JAHRESKONFERENZ vom 25.11.2020

Ökonomisch, ökologisch, sozial – so geht unternehmerische Verantwortung im Digitalzeitalter. Lisa-Maria Röhling im Gespräch mit Dr. Saskia Dörr, Expertin für Digital Responsibility (WiseWay). Wir erhalten Einblicke, wie Unternehmen ihre digitale Transformation nachhaltig gestalten können. Kurzweilig und informativ.

Themen sind dabei u.a.:

  • Was hat Nachhaltigkeit mit Digitalisierung zu tun?
  • Was verbirgt sich hinter Corporate Digital Responsibility?
  • Was sind die Risiken, wenn wir die ethische Grenzen bei der Digitalisierung nicht beachten?
  • Bricht mit der Digitaliseirung ein Generationenkonflikt zwischen erfahrenen Mitarbeitern und sogenannten Digital Natives auf?
  • Wie kann ein Unternehmen eine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen? Was ist dabei zu tun?

Aufzeichnung des Impuls-Interviews auf Youtube https://youtu.be/7Ph3Xaqx2pU

Veröffentlicht in November 2020 auf Youtube

Buchbewertungen aus Wissenschaft und Praxis

Buchbewertungen aus Wissenschaft und Praxis

Das haben renommierte Experten aus Wissenschaft und Praxis zu meinem Buch gesagt: „..sehr gut fundiert…“, „…anwendungsorientiert…“, „…hoch willkommen…“, „…wertstiftend…“,  „…wichtig…“, „…hilfreich in der Praxis…“, „…sehr gute Orientierung…“, „…sehr gut lesbar…“, „…sehr gut gegliedert…“, „…auf den Punkt gebracht…“, „…das Zeug für ein Standardwerk…“, „…umfassend…“, „…neue Impulse…“

Darüber freue ich mich unendlich! Ich danke allen herzlich für diese Wertschätzung und die Unterstützung des Praxisleifadens Corporate Digital Responsibility. Und hier nun die vollständigen Bewertungen:

„Wer sich in der Unternehmenspraxis, aber auch in der wissenschaftlichen betriebswirtschaftlichen Arbeit mit dem Thema digitale Verantwortung beschäftigt, kommt an dem Praxisleitfaden von Dr. Saskia Dörr nicht vorbei. Denn in der Echtzeit-Economy ist gelebte digitale Verantwortung oder Corporate Digital Responsibility ein wichtiger Treiber für Wettbewerbsvorteile: Durch den Aufbau von Vertrauenskapital bei Kunden und Mitarbeitern, aber auch durch die damit verbundene zusätzliche Innovationskraft. Digitale Verantwortung, die als zentrales und handlungsleitendes Prinzip auf allen Ebenen der operativen und strategischen Steuerung verankert wird, verbessert die dynamischen Kompetenz von Organisationen, ist also Treiber und keine Bremse für Wettbewerbserfolg und Innovation! Für Manager und Controller in Unternehmen, die auf CDR als Wettbewerbsvorteil setzen wollen, ist dieser sehr gut fundierte und anwendungsorientierte Praxisleitfaden eine wichtige Hilfestellung bei der Implementierung.“ .“ Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger, Lehrstuhl für BWL, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

„Nachhaltige Entwicklung und Digitalisierung fordern Wandel  – in unterschiedlicher Weise, aber von jedem Unternehmen und jeder Person. Wollen wir uns nicht über Spannungsfelder unproduktiv streiten und nicht als Objekt dieser Bewegungen gestoßen werden, so sind wir als „Agenten“ einer Nachhaltigkeitstransformation von Unternehmen, Wirtschaft und Gesellschaft gefordert, Nachhaltige Entwicklung und Digitalisierung konstruktiv zusammen zu denken. Dieser Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility ist hoch willkommen und zeigt Schnittstellen und Wege auf, diese Metatrends gestalterisch und wertstiftend für eine nachhaltige Entwicklung zu nutzen.“ Prof. Dr. Stefan Schaltegger, Centre for Sustainability Management (CSM), Leuphana Universität Lüneburg

„Als Saskia Dörr dieses Buch schrieb, konnte sie nicht erahnen, wie aktuell es unmittelbar nach dem Erscheinen werden sollte. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Digitalisierung der Gesellschaft auf allen Ebenen zumindest eine Linderung der negativen Folgen der Krise bietet. Als die Pandemie mit voller Wucht zuschlug, musste leider festgestellt werden, dass die Digitalisierung in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern in vielen Bereichen zurückstand. Nun soll der Rückstand aufgeholt werden. Und zwar ganz schnell! Die Schnelligkeit muss aber gepaart mit Sorgfalt realisiert werden. Hier hat das Buch ein Schwerpunkt. Das Buch richtet sich zunächst an die Wirtschaft aber die Prinzipien, die hier vorgestellt werden, gelten auch für andere Bereiche der Gesellschaft und Institutionen. Der Untertitel lautet: Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeitsmanagement im Digitalzeitalter. Damit werden zwei wichtige und in der aktuellen Diskussion über die Zeit nach Corona immer wieder benutzten keywords: Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Das Buch bietet den Entscheidungsträger im Unternehmen Handlungsalternativen für die verschiedensten Prozesse im Betrieb im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung im digitalen Zeitalter. Das Buch geht tief in das Beziehungsgeflecht von Unternehmen mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern, Stackholdern, und Anspruchsgruppen aller Art und hebt die Bedeutung des verantwortungsvollen Umgangs mit Daten und Interessen. Das Buch behandelt in sechs Kapiteln die ganze Thematik der Digitalisierung von Unternehmen. Es ist sehr bemerkenswert, dass die Bezeichnung jedes Kapitels mít einer Art Schlachtruf beginnt. Sehr geschickt! Es ist das richtige Buch zum richtigen Zeitpunkt!“ Dr. Ignacio Campino, Vorstand biwina e.V, ehem. Beauftragter des Vorstandes für Nachhaltigkeit und Klimaschutz der Deutschen Telekom AG

“Der Praxisleitfaden hat uns dabei geholfen, das komplexe Thema für kleine und mittlere Unternehmen zu strukturieren. Die aufgezeigten Handlungsfelder bieten eine sehr gute Orientierung, um sich Stück für Stück konkrete Handlungsoptionen zu erarbeiten.” Patrick Bottermann, Projektleiter CSR.digital, Collaborating Center for Sustainable Production and Consumption gGmbH, Wuppertal.

„Saskia Dörr liefert mit diesem Praxisleitfaden einen intensiven und trotzdem sehr gut lesbaren „Rundumschlag“ zu CDR für alle, die sich erst kurz mit dem Thema beschäftigen. Für alle Anderen ist es eine sehr gut gegliederte Zusammenfassung mit auf den Punkt gebrachten Formulierungen, die man künftig sicher noch in vielen Veröffentlichungen zu Corporate Digital Responsibility wiederfinden wird. In meinen Augen hat das Buch das Zeug zum Standardwerk für den Bereich CDR.“ Miriam Reichelt, Referentin Corporate Digital Responsibility & Datenschutz, comspace GmbH & Co. KG, Bielefeld.  

„CDR ist strategisch in der Digital-Vision der Weleda platziert. Insbesondere bei der Ausformulierung der Leitlinie zur Umsetzung im Unternehmen hat mich das Buch von Saskia Dörr inspiriert. Das Kapitel in dem Nachhaltigkeit und Digital gemeinsam gedacht wird, bietet einen umfassenden Blick und gibt Menschen die sich mit dem Thema bereits beschäftigt haben, neue Impulse, um alle Ecken der CDR abzudecken.“ Jakob Wößner, Manager Organizational Development und Digital Transformation, Weleda AG, Schwäbisch Gmünd.

Springer Professional 04/20: „Vertrauen in Transformation schaffen“

Springer Professional 04/20: „Vertrauen in Transformation schaffen“

„Unternehmen müssen Vertrauen in die digitale Transformation schaffen“ Interview auf springerprofessional.de mit Andrea Amerland

„Von Corporate Responsibility zu Corporate Digital Responsibility muss die Reise gehen, sagt Saskia Dörr. Im Gespräch erläutert sie, wie Unternehmen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung für mehr Erfolg unter einen Hut bringen. “ So beginnt der Interviewbeitrag mit mir, der am 13.05.2020 auf springerprofessional.de erschienen ist. Ich freue mich sehr darüber.

Im Interview fragte mich Andrea Amerland zuerst welche unerwünschten Nebenwirkungen der Digitalisierung für Unternehmen besonders schwer wiegen. Dann sprachen wir über die Veränderung der Unternehmensverantwortung durch die digitale Transformation. Ich erläuterte, wie Unternehmen vorgehen können, um den aktuellen Status Quo zu bestimmen. Abschließend ging es um die Frage, wie Unternehmen Digitalisierung und Nachhaltigkeit dabei unter einen Hut bringen können.

Das gesamte Interview ist hier nachzulesen https://www.springerprofessional.de/transformation/corporate-social-responsibility/unternehmen-muessen-vertrauen-in-die-transformation-schaffen/17890420.

3×3 Schlüsselelemente zum Erfolg mit digitaler Verantwortung

3×3 Schlüsselelemente zum Erfolg mit digitaler Verantwortung

Eine Digitalisierung mit Verantwortung wird heute von vielen Unternehmen angestrebt. Doch mit welchen Maßnahmen und Projekten sollten Unternehmen starten? Was sind die Voraussetzungen für den Erfolg mit digitaler Verantwortung? Aus meiner Sicht zeigen sich 3×3 Schlüsselelemente, die sowohl nach innen und außen wirken. Ich stelle sie hiermit in einem Überblick dar.

1. Unternehmenseigene Werte- und Wissens­basis an die digitale Trans­formation anpassen.
  • Ein unternehmens­eigenes Verständnis zu Digitaltechnologie und Datenökonomie entwickeln.
  • Die Werte- und Führungs­prinzipien mit der Digitalisierung mitwachsen lassen.
  • Den Einzelnen im Unternehmen befähigen, digitalverantwortlich zu entscheiden.
2. Produkte & Services digitalverantwortlich gestalten.
  • „Unerwünschten Nebenwirkungen“ von digitalem Business vermeiden.
  • Positive individuelle und gesellschaftliche Potenziale von digitalem Business nutzen.
  • Kunden und Partner in den Dialog zur digitalen Verantwortung einbinden.
3. Kommunikativ nachhaltiges Unternehmens­han­deln zeigen.
  • Mit den Auswirkungen der Digitalisierung transparent umgehen.
  • Eine glaubwürdige Position zu digitaler Verantwortung einnehmen.
  • Positive Narrative zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der Gesellschaft fördern.

Diese Schlüsselelemente entwickeln Unternehmen und die verantwortliche Unternehmens­führung für das Digitalzeitalter weiter. Sie stehen nicht nebeneinander, sondern verstärken sich: Kommunikation von digitaler Verantwortung wirkt nach innen, die interne Diskussion wird gestärkt, die Kompetenzentwicklung angestossen. Diese sorgt wiederum für Impulse bei der Umsetzung von digitaler Verantwortung im Geschäftsmodell, zu Produkt- und Serviceinnovation. Diese Meilensteine können extern am Markt und in die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Sie entfalten dieses Potenzial miteinander. Daher sollte insbesondere geschaut werden, ob eines der Elemente möglicherweise zu gering ausgeprägt ist. Selbstverständlich handelt es sich hier um eine modellhafte Darstellung, die je nach spezifischer Situation eines Unternehmens anzupassen ist.

Mit WiseWay berate ich Unternehmer bei der Konzeption und Umsetzung solcher Schlüsselprojekte. Das modulare Beratungsangebot und die Tools konkretisieren das Vorgehen in den Beratungs­feldern methodisch mit unterschiedlichen Formaten. Weitere Informationen finden sich unter https://wiseway.de/angebot.

Definition „Corporate Digital Responsibility“

Definition „Corporate Digital Responsibility“

Erstmals veröffentlicht im CSR-Lexikon am 20.06.2018; Anpassungen am 01.08.20 und am 17.10.20

„Corporate Digital Responsibility“ (CDR) bezieht sich auf die Unternehmensverantwortung in der digitalen Gesellschaft und kann als „Unternehmerische Digitalverantwortung“ übersetzt werden. Der Begriff meint die freiwillige Selbstverpflichtung zum nachhaltigen Wirtschaften von Unternehmen, das die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen durch die Digitalisierung mit berücksichtigt.

Er kann folgendermaßen definiert werden:

Corporate Digital Responsibility (CDR) gehört als Bereich zu einer umfassenden Unternehmensverantwortung (CR) in einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft und Gesellschaft. Es handelt sich um  „freiwillige unternehmerische Aktivitäten im digitalen Bereich, die über das heute gesetzlich Vorgeschriebene hinausgehen und die digitale Welt aktiv zum Vorteil der Gesellschaft mitgestalten.“ (vgl. Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz 2018, S.1).

CDR bezieht sich einerseits auf die Beachtung digitaler Nachhaltigkeit (d. h. die Nachhaltigkeit von Daten und Algorithmen“, vgl. Stürmer et al. 2017, Smart-Data-Begleitforschung 2018) und anderseits auf Berücksichtigung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Wirkungen digitalen Unternehmenshandelns in der Welt (vgl. Esselmann und Brink 2016, Mühlner 2017, Thorun et al. 2018).

Aufgrund des tiefgreifenden digitalen Wandels, der alle Branchen umfasst, handelt es sich nicht nur um ein Verantwortungsgebiet der Digital-, IT- oder ITK-Branche. CDR ist für alle Unternehmen mit (teilweise) digitalem Geschäftsmodell von Bedeutung.

Bezug zur Unternehmensverantwortung

Der Begriff CDR wird in unterschiedlichen Facetten gebraucht. Er leitet sich in seiner Wortbildung von „Corporate (Social) Responsibility“ (CR, gesellschaftliche Unternehmensverantwortung) ab und wird etwa seit 2016 verwendet (vgl. Accenture 2016). Die vorhandenen Erkenntnisse, Instrumente und praktischen Erfahrungen des CR-Managements bieten eine „Blaupause“ für CDR (vgl. Esselmann & Brink 2016). Die Umsetzungsverantwortung kann im Kompetenzbereich von CR-Beauftragten oder Nachhaltigkeitsabteilungen in den Unternehmen liegen, aber ist dort bislang nicht angekommen (vgl. Knaut 2017, Schaltegger & Petersen 2017).

Gesellschaftliche Bedeutung

Die Digitalisierung bietet Chancen zur Beschleunigung der Umsetzung der 17 „Sustainable Development Goals“ (SDG) und damit zur nachhaltigen Entwicklung (vgl. BMZ 2017, Global e-Sustainability Initiative 2016).

Sie stellt aber auch selbst Herausforderungen für eine faire, gerechte und umweltfreundliche Entwicklung dar (vgl. Lange & Santarius 2018). Kritische Themen sind dabei z. B. digitaler Machtmissbrauch durch Überwachung – ob staatlich oder wirtschaftsgetrieben, ethische Fragen bei Übergabe menschlicher Aufgaben (z.B. Zuspruch, Pflege, Lehre) an Maschinen, Freiheitseinschränkungen durch persönliches Scoring, Profiling oder andere Formen der Netzmanipulation, Verlust von sozialen Vertrauen durch Fake News oder Social Bots, Ängste vor einem Ende der Arbeit für Menschen, einer „Versklavung“ durch Superintelligenzen oder der individuellen Überforderung in einer sich immer schneller verändernden Welt.

Darüber hinaus stellen „digitale Artefakte“ (Algorithmen und Daten) den inzwischen größten Teil des Wissens der Menschheit dar. Es ist damit eine Ressource, die es nachhaltig im Sinne des Gemeinwohls heute und in Zukunft zu gestalten und zu nutzen gilt („Digitaler Nachhaltigkeit“; vgl. Stürmer 2017).

Gesellschaftlich wertvolle Digitalisierung

Ziel von CDR ist die Generierung eines sog. „Shared Value“ digitalen Wirtschaftens für Gesellschaft und Unternehmen, d.h. Nutzung der Chancen und Minderung der negativen Effekte (vgl. Porter & Kramer 2006,  Esselmann & Brink 2016). Nur wenn dadurch ein gesellschaftlicher Wert durch Digitaltechnologien und Vernetzung entstehen, kann eine entsprechende Wertschöpfung in Unternehmen erfolgen.

Dabei sind freiwillige Selbstverpflichtungen essentiell, um die verantwortungsvolle Umsetzung von Digitalisierung in der Gesellschaft zu unterstützen, denn das Regelungsmonopol der Nationalstaaten ist durch die immer weitergehenden Verflechtungen der globalen digitalen Märkte in Frage gestellt. (vgl. Charta der digitalen Vernetzung 2018, Bitkom 2018, Schäuble 2017).

Wettbewerbsvorteile für Unternehmen

Für Unternehmen bedeutet der digitale Wandel neuen Wettbewerb um Innovation und erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle – darüber hinaus aber vor allem Wettbewerb um das Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit. Mit einer nachhaltigen digitalen Unternehmenspolitik könnten Unternehmen das Vertrauen ihrer Stakeholder gewinnen (vgl. Thorun 2017). Unternehmen, die die Stakeholder-Ansprüche frühzeitig erkennen und in geeigneter Weise reagieren, haben die Möglichkeit, strategische Wettbewerbsvorteile zu erzielen und eine einzigartige Marktposition zu erreichen (vgl. z. B. Porter & Kramer 2006; Schaltegger et al. 2010).

Die Aufgabe der CDR besteht in einer systematischen Abwägung sozialer, kultureller, ökologischer sowie wirtschaftlicher Interessen als Frühindikatoren und Treiber von Geschäftschancen und -risiken entlang der digitalen Wertschöpfungskette (vgl. Schmidtpeter 2017, Thorun 2017).

Stand der Umsetzung in Deutschland

Die „Charta der digitalen Vernetzung“, die aus einem IT-Gipfel hervorgegangen ist, bietet Unternehmen in Deutschland eine Plattform für eine freiwillige Selbstverpflichtung (vgl. Charta der digitalen Vernetzung 2018). Bisher haben ca. 80 Unternehmen und Organisationen die Charta mit zehn Grundsätzen unterzeichnet. Allerdings handelt es sich bei den Grundsätzen um unternehmenspolitische Statements; sie bieten keine handlungsorientierten Ansätze für eine managementpraktische Umsetzung. Mit der Kompetenzplattform für Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Mittelstand „nachhaltig.digital“ besteht die Chance für einen weiteren Wissensaufbau und –austausch zu CDR (nachhaltig.digital 2018).

Im Jahr 2020 entwickelten sich zahlreiche weitere Initiativen und Kommunikationsplattformen zu CDR in Deutschland – mehr dazu auf dieser Akteursübersicht.

Seit März 2020 steht der „Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility“ von Saskia Dörr zur Verfügung, der Unternehmen Impulse und Handreichungen zur Umsetzung von CDR indie Praxis gibt.

Quellen

  • Accenture (2016): The Corporate Digital Responsibility Gap.  (>> Link, Zugriff am 15.6.2018)
  • Charta der digitalen Vernetzung (2018): Die Charta im Wortlaut.  (>> Link, Zugriff am 19.01.2018)
  • Bitkom (2018): Empfehlungen für den verantwortlichen Einsatz von KI und automatisierten Entscheidungen. Corporate Digital Responsibility and Decision Making. (>> Link, Zugriff am 10.6.2018)
  • Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (2018): Corporate Digital Responsibility-Initiative:  Digitalisierung verantwortungsvoll gestalten Eine gemeinsame Plattform. (>> Link. Zugriff am 01.02.2019)
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (2018): Technologien für nachhaltige Entwicklung nutzen.  (>> Link, Zugriff am 19.01.2018)
  • Dörr, S (2020) Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility. Unternehmerische Verantwortung und Nach­haltigkeits­manage­ment im Digitalzeitalter. Berlin:: Springer Gabler. (>> Link, Zugriff am 01.08.2020)
  • Esselmann, F., & Brink, A. (2016): Corporate Digital Responsibility: Den digitalen Wandel von Unternehmen und Gesellschaft erfolgreich gestalten. Spektrum 12, 1, S. 38–41.
  • Global e-Sustainability Initiative (2016): System Transformation. Summary Report. (>> Link, Zugriff am 15.6.2018)
  • Global Intelligence for the CIO (2017): The rise of corporate digital responsibility.  (>> Link, Zugriff am 15.6.2018)
  • Hildebrandt, A. & Landhäußer, W. (Hrsg.) (2017): CSR & Digitalisierung. Berlin: Springer.
  • Knaut. A. (2017): „Corporate Social Responsibility verpasst die Digitalisierung“, in: Hildebrandt, A. & Landhäußer, W. (Hrsg.): CSR & Digitalisierung. Berlin: Springer, 51-59.
  • Lange, S. & Santarius, T. (2018): Smarte grüne Welt? Digitalisierung zwischen Überwachung,  Konsum und Nachhaltigkeit. Berlin: oekom.
  • Mühlner J (2017) Corporate Digital Responsibility: Verantwortung in der digitalen Gesellschaft. Forum Europrofession. (>> Link, Zugriff am 24.01.2019)
  • Nachhaltig.digital (2018): Nachhaltig.digital. Kompetenzplattform für Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Mittelstand. https://nachhaltig.digital/ (Zugriff am 15.6.2018)
  • Porter, M. & Kramer, M.R. (2006): “Strategy & Society. The Link Between Competitive Advantage and Corporate Social Responsibility”, in: Harvard Business Review, 12.
  • Schaltegger, S. & Petersen, H. (2017): Die Rolle des Nachhaltigkeitsmanagements in der Digitalisierung. B.A.U.M. e.V. Jahrbuch 2017 Digitalisierung und Nachhaltigkeit. S. 17-20.
  • Schaltegger, S.; Windolph, S.E. & Harms, D. (2010): Corporate Sustainability Barometer. Wie nachhaltig agieren Unternehmen in Deutschland? PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Hrsg.).
  • Schäuble, W. (2017): Grußwort, , in: Hildebrandt, A. & Landhäußer, W. (Hrsg.): CSR & Digitalisierung. Berlin: Springer, XXV-XXVIII
  • Schmidtpeter, R. (2017): Digitalisierung – die schöpferische Kraft der Zerstörung mit Verantwortung managen. In Hildebrandt, A. & Landhäußer, W. (Hrsg.) (2017): CSR & Digitalisierung. Berlin: Springer. S. 595- 602.
  • Smart-Data-Begleitforschung (2018): Corporate Digital Responsibility. Fachgruppe Wirtschaftliche Potenziale & gesellschaftliche Akzeptanz. (>> Link, Zugriff am 15.6.2018)
  • Stuermer, M., Abu-Tayeh, G. & Myrach, T. (2017): „Digital sustainability: basic conditions for sustainable digital artifacts and their ecosystems“. Sustainability Science 12, 247–262.
  • Thorun C. (2018): Corporate Digital Responsibility: Unternehmerische Verantwortung in der digitalen Welt. In: Gärtner C., Heinrich C. (eds) Fallstudien zur Digitalen Transformation., Wiesbaden: Springer Gabler. (>> Link)

Corporate Digital Responsibility

Veröffentlicht im  Juni 2018 auf CSR News