Nackt in die digitale Zukunft: Shoshana Zuboff und Margrethe Vestager im Dialog zu Big Tech, Europa und Demokratie

Nackt in die digitale Zukunft: Shoshana Zuboff und Margrethe Vestager im Dialog zu Big Tech, Europa und Demokratie

„Wir gehen nackt in die digitale Zukunft“, sagt Shoshana Zuboff, Autorin des Bestsellers “Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ im Gespräch mit Margarete Vestager, Geschäftsführender Vizepräsidentin der EU und Kommissarin für Digitales.  Auf die Frage, wo die EU auf ihrem Weg in die digitale Zukunft stehe, antwortet Margarete Vestager mit Augenzwinkern: „Es tut mir leid, wir haben aktuell nur einen Stringtanga.“ Es war das erste öffentliche Gespräch der beiden großen Vordenkerinnen von digitaler Verantwortung – eine wirklich Sternstunde und absolut sehenswert!

Der Dialog wurde von der IDA Engineering Society organisiert und am 16.06.20 geführt. Das Video ist hier abrufbar. In 60 Minuten sprechen die beiden in Kopenhagen und Maine (USA) über die Bedeutung des Überwachungskapitalismus für Demokratie und über den europäischen Weg in das Digitalzeitalter (versus USA und China). Es geht im Ausgangspunkt um die Marktmacht der Big-Tech-Giganten Google, Facebook, Amazon und Co.., denen es in der aktuellen digitalen Ökonomie gelingt menschliches Empfinden und Verhalten in einen „Rohstoff für Profit“ zu verwandeln.

Einige Aussagen von Shoshana Zuboff, die eine Menge Sprengkraft haben:

  • Uns fehlen bisher in der demokratischen Welt die Regularien, Gesetze, Rechte und Institutionen, die eine digitale Zukunft mit Autonomie, Freiheit und Demokratie ermöglichen.
  • Die häufige im privaten Kontext getroffen Aussage „Ich habe nichts zu verbergen“ folgt aus ihrer Sicht einer autoritären Propaganda. Die Privatheit des inneren Erlebens des Einzelnen und die Rückzugsmöglichkeit in das Private ist die Grundlage demokratischer Systeme. Ohne Privatheit ist keine Freiheit und keine Demokratie möglich.
  • Wir haben darin als „westliche Staaten“ (sie meint damit EU und schließt USA mit ein) versagt, eine Vision für eine digitale demokratische Zukunft zu entwickeln. China entwickelt dahingegen seit Jahrzehnten geführt von der Kommunistischen Partei ein System für eine digitale Zukunft.
  • In der Krise nach 9/11, den Terroranschlägen am 11. September 2001, wurde die Frage der Sicherheit priorisiert und mit ihr die der Überwachung zur Vermeidung von Terror. Der Umgang mit dem Ereignis bahnte daher den Weg in den „Überwachungskapitalismus“, wie wir ihn heute erleben.
  • Wir als „NutzerInnen“ von Big Tech haben den Eindruck, dass unser innerstes Erleben privat sein sollte. Dies ist jedoch bisher nicht in Gesetzen abgebildet. Wir sprechen zu viel über Daten – sie sind nur eine sekundäres Phänomen.

Einige Aussagen von Margareta Vestager zum Europäischen Weg:

  • Die EU hat begonnen, z.B. beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz, beim Angebot von sicherem Speicherplatz für Daten und auch der Verabschiedung der DSGVO – aber es ist noch eine sehr weiter Weg zu gehen.
  • Die Fokussierung auf „Digital Responsibility“ – und damit auf eine regulierte Digitalisierung – ist aus ihrer Sicht ein Treiber für Innovation. Regulierung und Innovation als Gegensätze zu sehen, sei einfach falsch. Das zeige die Vergangenheit z.B. auch im Umweltschutz.
  • Wir gehen in Europa einen Weg der Balance – wie auch in der Vergangenheit beim Umweltschutz. Wir erlauben Pestizide, aber nur so weit, dass sie Biodiversität  und Wasserqualität nicht mindern. So entwickelten sich weniger schädliche Pestizide und andere landwirtschaftliche Praktiken. Diese Art von Balance muss nun für Technologie und digitalen Fragen entwickelt werden
  • Neue verantwortliche Grenzen, die durch Politik und Regulierung gesetzt werden, provoziert Innovation. Andere Innovation, als die Innovation, die sich um nicht „schert“. Wir als EuropäerInnen sind dafür verantwortlich, welche Art von Gesellschaft wir wollen.
  • Auf die Frage, wo die EU auf dem Weg starten soll, sagte sie, sie sei in Bezug auf Interoperabilität zurückhaltend geworden, da dies zu „jahrzehntelangen Gerichtsverfahren“ führen könnte. Stattdessen setzt sie die „Identität“ des Einzelnen als BürgerIn in den Mittelpunkt. Diese Identität müsse nicht errungen werden, sondern „sei da“  und mit ihr wären Rechte verbunden, beispielsweise der eigenen Daten als Eigentum.

Es ist kein Streitgespräch, sondern der Austausch einer der größten Vordenkerinnen zur Freiheit- und Demokratiefeindlichkeit der derzeitigen Mechanismen von Big Tech und einer Politikerin, die diese Impulse aufgreift und in ihre Europapolitik integriert. Man merkt dem Dialog an, dass die beiden Panelistinnen sich kennen, vertrauen und schätzen. Das macht die Atmosphäre in diesem virtuell geführten Austausch bei aller Expertise, Professionalität und Ernsthaftigkeit in der Sache locker und angenehm zu folgen. Das Gespräch wurde pointiert und kenntnisreich durch Mikkel Flyverbom, Professor an der Copenhagen Business School, geführt.

Quelle: IDA Engineering Society (2020) Shoshana Zuboff meets Margrethe Vestager. Shoshana Zuboff meets Margrethe Vestager: A conversation about a future digital Europe. Webinar vom 19.06.2020.  https://ida.dk/viden-og-netvaerk/videoer-fra-ida/shoshana-zuboff-meets-margrethe-vestager-a-conversation-about-a-future-digital-europe Zugriff am 20.06.2020)

Auftakt CSR.digital: Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Erfolgskriterien – Online Frühstück am 2. Juli

Auftakt CSR.digital: Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Erfolgskriterien – Online Frühstück am 2. Juli

Zu Beginn des Jahres 2020 hat das neu gegründete Zentrum für Wirtschaft und digitale Verantwortung „CSR.digital“ seine Arbeit aufgenommen. Es wird nun mit der Auftaktveranstaltung erstmals am 2. Juli 2020 öffentlich sichtbar. Expertenimpulse und Austausch zu einer digitalen Transformation mit Verantwortung. Und ich darf auch dabei sein :-). Jetzt zum Online-Frühstück anmelden!

Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Erfolgskriterien – Online Frühstück am 2. Juli von 09.00 bis 10.30 Uhr

Folgende Themen stehen im Mittelpunkt:

  • Digital und dezentral: Virtuelles Arbeiten in Zeiten der Krise und Herausforderungen für die Mitarbeiterführung!
  • Langfristige Digitalisierungspotenziale heben: Kann es gelingen, die Krise als Chance zu nutzen?
  • Nachhaltigkeit: Vom Kostentreiber zum Erfolgsfaktor

Melden Sie sich jetzt online an: Registrierung Online-Frühstück

Es nehmen folgende Expertinnen und Experten teil:

  • Dr. Myriam Jahn, CEO Q-loud und Expertin für Internet of Things
  • Roland M. Schüren, Inh. Ihr Bäcker Schüren
  • Stephan Grabmaier, Experte für New Work, Innovation und Nachhaltigkeit
  • und ich darf als Expertin für Digital Responsibility ebenfalls Impulse geben.

Die vollständige Agenda findet sich hier.

Ich freue mich sehr über reges Interesse und interessierten Austausch zum Thema!

Schon jetzt ist CSR.digital an Meinungen und Erfahrungen interessiert, bitte beteiligen Sie sich deshalb an der folgenden Umfrage, die Sie nur wenige Minuten in Anspruch nimmt: Hier geht’s zur Umfrage

Folgende Themen stehen bei der Arbeit des Zentrums im Fokus: Welche Rolle spielen Digitalisierung und Nachhaltigkeit für die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen in NRW? Wie können die beiden Megatrends dazu beitragen, dass Unternehmen gestärkt aus der Covid19-Krise hervorgehen? Welche neuen Risiken und Herausforderungen entstehen und wie können sie adressiert werden? Wie verändern sich Arbeitsalltag und Führung? Diese und weitere Fragen adressiert das landesweite Zentrum für Wirtschaft und digitale Verantwortung CSR.digital. Das Zentrum ist einaus EU-Mitteln gefördertes Kollaborationsprojekt zwischen dem WuppertalerCollaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP), der IHK NRW und dem Lehrstuhl für Controlling und Accounting an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger).Zusammen mit einem breiten Netzwerk von Partnern unterstützt CSR.digital KMU auf ihrem Weg zu nachhaltiger Wettbewerbsfähigkeit.

Digitaltag 2020 #Wir sind dabei „Corporate Digital Responsibility in der Praxis“

Digitaltag 2020 #Wir sind dabei „Corporate Digital Responsibility in der Praxis“

Praktisch umsetzbar werden Digitalisierung und Nachhaltigkeit für Unternehmen durch die „Corporate Digital Responsibility“. Zum Digitaltag 2020 biete ich dazu einen kostenfreies Webinar für KMU und Unternehmer an, die sich in diesem Thema weiterentwickeln wollen. Jetzt anmelden – die Plätze sind begrenzt!

Wenn Bits auf Bäume treffen: Corporate Digital Responsibility in der Praxis

am 19.06.2020 von 10 bis 11 Uhr via Zoom.

In einer Digitalisierung mit Verantwortung für Mensch, Gemeinwohl und Umwelt bzw. Klima liegt enormes Potenzial für Unternehmen. Im Webinar geht es um Handlungsfelder und Ansatzpunkte in der Praxis zu einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Digitalisierung für KMU.
Wir beginnen mit einem Impuls von meiner Seite und gehen dann über zu Fragen und zum Austausch bestehender Erfahrungen in der Praxis.

Was Sie aus dem Webinar mitnehmen:

  • Sie erfahren, welches Potenzial für Unternehmen in einer digitalen Transformation mit Verantwortung liegt.
  • Sie lernen die Ziele und ausgewählte unternehmerische Handlungsfelder der Corporate Digital Responsibility kennen.
  • Sie lernen Leitfragen kennen, wie Sie Corporate Digital Responsibility im Unternehmen bestimmen können.
  • Sie erfahren von Unternehmensbeispielen.
  • Sie bekommen Tipps für einen Kickstart in Ihrem Unternehmen.

Das Webinar auf der Seite des Digitaltags 2020 hier https://digitaltag.eu/aktion/bits-baeume-treffen-corporate-digital-responsibility-praxis

Direkt zur Anmeldung bei Eventbrite bitte hier entlang.

2020, das Jahr der Corporate Digital Responsibility? Eine Akteursübersicht

2020, das Jahr der Corporate Digital Responsibility? Eine Akteursübersicht

Neue Verantwortungsbereiche von Unternehmen zum Umgang mit Daten, Künstlicher Intelligenz etc. entstehen, die in Politik und Wirtschaft aufgegriffen werden. Dieses Fachgebiet wird „Corporate Digital Responsibility“ (CDR) genannt. Der Begriff wurde 2016 von Frank Esselmann und Alexander Brink in die deutsche Diskussion eingebracht. Aktuell passiert richtig viel auf diesem Gebiet. Wird 2020 das Jahr der Digital Responsiblity – trotz oder sogar wegen der Coronakrise?

Hier ein erster Überblick über die Akteurslandschaft in Deutschland (den ich gerne bei Hinweisen erweitere). Wer macht was in Sachen CDR?

Politik Bund:  CDR wurde von Katharina Barley als Justizministerin 2018 auf die politische Agenda gehoben und die Corporate-Digital-Responsibility-Initiative mit großen Unternehmen unterschiedlicher Branchen ins Leben gerufen. Seit dem Weggang von Katharina Barley ist hier wenig passiert.

Politik in den Ländern: In NRW geht die Entwicklung weiter. Hier wird im Juni 2020 das erste Zentrum für Digital Responsibility in Deutschland vom „Center for Sustainability Production and Consumption“ gestartet. Es ist gefördert durch das Wirtschaftsministerium NRW und den europäischen EFRE Font. Hier sollen KMU bei der Umsetzung durch Workshops und einen Massive Open Online Course (MOOC) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf bei der Umsetzung von Digital Responsibility gefördert werden. In Bayern bietet die Themenplattform Verbraucherbelange in der Digitalisierung im Zentrum Digitalisierung Unternehmen Unterstützung bei der Berücksichtigung von CDR in Geschäftsmodellen oder Produkten.

Gesellschaftliche Organisationen und Stiftungen: Die gesellschaftliche Diskussion wird CDR von bedeutenden wirtschaftsnahen Akteuren wie der D21-Iniative und der Bertelsmann-Stiftung. Die D21-Initiative hat im April 2020 das Online-Magazin zu CDR gelauncht und die Bertelsmann-Stiftung hatte bereits 2019 einen „Booksprint“ dazu gestartet. Das Buch mit mehreren Dutzend Beiträgen, die CDR aus sehr unterschiedlichen Perspektiven beleuchten, steht kurz vor Veröffentlichung im Frühjahr 2020.

Wissenschaft: Bisher gibt es meines Wissens nach keinen Lehrstuhl an deutschen Hochschulen zu CDR. Von Prof. Lara Lobschat und Kollegen von der Universität Münster, dem Karlsruher Institut für Technologie, der LMU München sowie weiteren internationalen Co-Autoren wurde im November 2019 ein Paper als Entwurf publiziert, dass wissenschaftliche Grundlagen zu CDR legt. Die erste Studie für den Bedarf einer CDR legte Prof. Christian Thorun, Quadriga Hochschule Berlin, 2018 vor.

Wirtschaftsverbände: Von den Wirtschaftsverbänden positioniert sich der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. zu CDR als ein wesentliches Themenfeld. Im April 2020 erschien das Positionspapier, das mit neun Unternehmensbeispielen zu einem „verantwortungsvollen Weg in die digitale Transformation“ informieren und inspirieren möchte. Der Verband möchte seine „Mitglieder, die Wirtschaft im Allgemeinen und auch die Politik dazu animieren, sich für CDR starkzumachen“. Bitkom, der größte Digitalverband Deutschlands, hat bisher ein Diskussionspapier zu CDR im Kontext von Künstlicher Intelligenz veröffentlicht und verfolgt das Thema aktuell eher nachgelagert in seinem Arbeitskreis „Public Affairs„.

Unternehmen: In Deutschland wird CDR bisher systematisch von einer Reihe Unternehmen aufgegriffen und  umgesetzt – allen voran die Tech-, IT- und Telekommunikationsunternehmen. Sieben unterschiedliche Praxisbeispiele habe ich in meinem  Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility. Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeitsmanagement im Digitalzeitalter„, der im März 2020 im Springer Gabler Verlag erschienen ist, dargestellt. Unternehmen aus Handel, der Softwarebranche, dem Agenturbereich, der Industrie,  der Telekommunikations- oder Finanzbranche, die CDR strategisch aufgreifen, finden sich im Positionspapier des BVDW.

Ich plane einen Überblick über Engagements von Unternehmen in Deutschland zu Corporate Digital Responsibility. Gerne nehme ich Hinweise zu Unternehmen sowie Ergänzungen zu relevanten Akteueren entgegen. Bitte schreiben Sie an Saskia.doerr@wiseway.de.

Trusted Innovations und die Rolle der CEOs

Trusted Innovations und die Rolle der CEOs

Contra Vertrauensverluste in der Digitalen Transformation

Wie Unternehmen Vertrauen, der „Währung“ des Digitalzeitalters, erlangen oder erhalten können, ist für mich eine der wesentlichen Fragen der digitalen Transformation. Sie stellt sich jenseits der Technik und ist eng verbunden mit der aktuellen Digitalethik-Diskussion.

Thomas Osburg, Professor für Sustainable Marketing und Leadership an der Fresenius Hochschule München, sieht zwei Erschwernisse für den Aufbau von Vertrauen: Zum einen der allgemeine Trend eines schwindenden Systemvertrauens  und damit auch Vertrauen Unternehmen gegenüber (siehe Edelman Trust Barometer), zum anderen die Überforderung der Konsumenten beim Einschätzen von technologischen Lösungen. Das fehlende Verständnis hindert am Kauf.  Um dem entgegen zu wirken entwickelt er zwei Lösungsansätze für mehr Vertrauen: Die Förderung des CEO in seiner Rolle als glaubwürdiger wichtigster Unternehmensvertreter und verantwortlicher Leader. Und die Schaffung von digitalen Innovationen mit einem „Shared Value“ für Unternehmen und Gesellschaft, sog. „Trusted Innovations“. Das positive Potenzial stellt damit einen Beweis für die Vertrauenswürdigkeit der digitalen Innovation dar.

„In Zeiten digitaler Transformation verstehen Kunden die Technologie immer weniger. Gleichzeitig sehen wir eine Erosion des institutionellen Vertrauens. Beides zusammen kann neue Geschäftsmodelle signifikant behindern. Die Rolle und Glaubwürdigkeit von CEOs sowie die Schaffung von Trusted Innovations können Auswege aus diesem Vertrauensverlust sein.“

Damit verändern die „Trusted Innovations“ das Spiel vollständig: Der gesellschaftliche Wert digitaler Innovationen wär die Voraussetzung (!) für den unternehmerischen Wert.  Mit dieser Erkenntnis wäre die Perspektive auf Nachhaltigkeit und Social Impact keine Option, sondern ein Muss für alle Unternehmen, die ja auf Vertrauen von Kunden, Mitarbeiter, Partnern oder anderen Stakeholdern angewiesen sind.

Thomas Osburg, CSR-Magazin Nr. 34 Nachhaltig – im digitalen Dialog, März 2020

Voilà, der „Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility“!

Voilà, der „Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility“!

„Wenn ich gewusst hätte, was es für ’ne Mühe macht, ’n Buch zu schreiben, hätte ich’s gar nicht erst angefangen“, sagte Mark Twain. Vielleicht sind wir glücklich, nicht alle Mühen vorher zu kennen und uns auf das Abenteuer einzulassen. Dieses Abenteuer ist in diesen Tagen für mich zu Ende gegangen.

Ich bin sehr froh und stolz, dass der „Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility“ nun nicht nur fix und fertig geschrieben, lektoriert, korrigiert, überarbeitet, hergestellt und gedruckt ist, sondern vor wenigen Tagen im Springer Gabler Verlag publiziert wurde und verfügbar ist.

Voilà!

Dörr, Saskia (2020) Praxisleitfaden Corporate Digital Responsibility. Unternehmerische Verantwortung und Nachhaltigkeitsmanagement im Digitalzeitalter. Springer Gabler, Berlin. 

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit HIER.

Der Praxisleitfaden bietet einen strukturierten und praxisorientierten Einstieg in Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeitsmanagement im Digitalzeitalter. Mein Ziel war es, Unternehmern und Managern, die Befassung mit digitaler Verantwortung zu erleichtern.

Genauso wichtig war und ist es mir, eine Diskussion zum Umfang und zur Wirkung von CDR anzuregen: Corporate Digital Responsibility ist mehr als Ethik der Künstlichen Intelligenz, die  Verantwortung für die Beschäftigten bei der digitalen Transformation oder die Vermeidung von CO2-Emissionen. Insgesamt 15 Handlungsfelder für digitale Verantwortung, wie z. B. der Persönlichkeitsschutz im Netz, die Förderung der digitalen Vielfalt, die Belebung des „Ehrbaren Kaufmanns“, die Datenermächtigung von Nutzern, das menschliche Design von Apps oder die Umsetzung von „Zero Waste“ mittels Digitaltechnologie, habe ich im Praxisleitfaden beschrieben. Diese vielfältigen Handlungsfelder der digitalen Unternehmensverantwortung in Bezug zum Unternehmenskern zu stellen, setzt Geschäftspotenziale frei. Erst in Zukunft kann sich zeigen, welche davon Maß für eine „gute CDR“ sein werden.

Der Praxisleitfaden ermöglicht Unternehmern und Management, Digitalisierung mit digitalen Technologien und Plattform-Geschäftsmodellen verantwortlich einzusetzen und im Wettbewerb „die Nase vorn“ zu haben.  Nachhaltigkeit, Corporate Responsibility und Digitalisierung werden verbunden und strategisch als Wettbewerbsvorteil  genutzt. Konkrete Handlungsansätze, Arbeitshilfen und Best-Practice-Beispiele geben die Möglichkeit Corporate Digital Responsibility praktisch umzusetzen.

Sehr dankbar bin ich allen, die mich auf unterschiedliche Weise bei diesem Werk unterstützt oder sogar mitgewirkt haben! Daher möchte ich die Danksagung aus dem Buch an dieser Stelle wiederholen.

„Ich danke dem Team des Springer Gabler-Verlags, insbesondere Christiane Sheppard und Janina Tschech, für die Unterstützung der Buchidee und bei der Publikation. Herzlichen Dank an Michael Meinhard von BOSSE UND MEINHARD, der das Buch mit der wunderbaren Gestaltung der Grafiken in höchstem Maße bereichert hat. Ohne die intensiven Diskussionen zu Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft mit Damian Paderta im „WerteLabor“ seit Sommer 2017 wäre das Buch nicht entstanden: Danke, Damian, für Inspiration und Begleitung in das Neuland.

Mein ganz besonderer Dank gilt Professor Dr. Holger Petersen, Professur für Nachhaltigkeitsmanagement an der NORDAKADEMIE Elmshorn, für seine Bereitschaft eines „wissenschaftlichen Schulterblicks“. Er hat das Buch vor dem Hintergrund seiner großen Expertise vorab gelesen und mir äußerst wertvolle Hinweise zu Ergänzung und Verbesserung gegeben. Für diese unschätzbare Unterstützung möchte ich mich ganz nachdrücklich bedanken! Herzlichen Dank gilt auch Professor Dr. Peter Seele, Lehrstuhl Corporate Social Responsibility and Business Ethics an der Università della Svizzera italiana Lugano für das positive Feedback zum Buch. Dass das Werk den Augen dieser Experten Stand gehalten hat, ist dabei für mich persönlich von besonderer Bedeutung. Vielen Dank an Sie beide für die wunderbare Ergänzung des Buchs durch Ihre Vorwörter, die zum Thema hin führen und das Buch in seine Kontexte einbetten.

Ich empfinde es als besondere Ehre, dass der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Ulrich Kelber das Buch mit einem Grußwort einleitet. Es zeigt die Bedeutung des Themas auch in der politischen Debatte und ich danke vielmals für die damit erwiesene Anerkennung.

Mein herzlicher Dank gilt den Unternehmensvertreterinnen und –vertretern Ivona Crnoja, Dr. Teresa Haller-Mangold, Aleksandra Hilarski, Sindy Leffler-Krebs, Manuela Mackert, Thomas Mickeleit, Roman Reifschneider, Isabel Richter, Markus Steinhauser, Sebastian Sooth, Andreas Tegge und Michael Vollmann, die sich meist spontan auf Anfrage bereit erklärten Praxisbeispiele beizutragen und meine Fragen zu beantworten. Auch diese Offenheit ist ein Teil gelebter Unternehmensverantwortung.

Die Grundlage für dieses Buch bilden meine Werte und Überzeugungen. Für die Klarheit, in der sie ausgeprägt sind, danke ich meinen Eltern; für den alltäglichen Ansporn, sie umzusetzen, meinem Lebenspartner. Danke, Michael, für Dein uneingeschränktes Vertrauen und die liebevolle Unterstützung dabei, „dran zu bleiben“! Von unzähligen Menschen, Freunden, Kollegen, Unternehmern, Professoren und Experten durfte ich im Laufe der letzten Jahrzehnte zu Naturwissenschaften, Technologie, Management und Nachhaltigkeit lernen – von manchen persönlich, von anderen im digitalen Austausch. Sie haben mich mit ihrer Expertise, ihrer Haltung und ihren Meinungen beeindruckt und inspiriert. Dafür bin ich dankbar.

Die Idee zu einem Buch – jenseits einer konkreten inhaltlicher Ausrichtung – „erschien“ im Sommer 2016 auf der Tromm. Herzlichen Dank an Carlo Schmitt und den Teilnehmern des Seminars für die wegweisende Anregung.“

Und ich freue mich auf nächste Abenteuer, deren Mühen ich heute nicht einschätzen kann.

Call Now ButtonJetzt anrufen