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Kategorie: Digitalkompetenz

Jahresrückblick 2018: Digitalisierung ist kein Technik-Thema …

… und fällt auch nicht vom Himmel. Diese Erkenntnis ist inzwischen mitten in der Gesellschaft angekommen. Und doch fehlt es noch an vielen Stellen an zukunftsgestaltenden Aktivitäten – aber nicht überall in diesem Lande! Meine Highlights dazu im Rückblick aur das vergangene Jahr:

Techies und Ökos machen „gemeinsame Sache“

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„Wie geht gutes Leben im Digitalzeitalter?“

Nicht, dass ich eine einfache Antwort auf diese Frage aller Fragen hätte. Aber für mich ist eines klar: den Wertekompass für ein gutes Leben auch im Digitalzeitalter stellt die Nachhaltigkeit dar. Im Interview mit LizzyNet – dem wunderbaren Online-Magazin zu MINT-Themen (nicht nur) für Mädchen und junge Frauen – spreche ich über die Chancen und Risiken der Digitalisierung für Menschen und unseren Planeten. Hier entlang findet ihr das Interview auf der LizzyNet-Homeapage. Vielen Dank, an die Lizzys!

Heute sind wir in der erfreulichen Lage, das Nachhaltigkeit als die 17 „Sustainable Development Goals“ (SDG) konkretisiert wurde. Leider taucht in den 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten globalen Zielen die Digitalisierung und die von ihr ausgelösten gesellschaftlichen Veränderungen so gut wie nicht auf. Sogar Dirk Messner, einer der führenden Köpfe der Entwicklungspolitik in Deutschland und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen (WBGU) der Bundesregierung, wundert sich in einem taz-Interview rückblickend darüber. Aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer (vor allem wenn man bedenkt, welchen Vorlauf ein solch globaler Verhandlungsprozess hat).

Nur: als man 2016 in Deutschland die Nachhaltigkeitsstrategie überarbeitet hat, da wäre es schon möglich gewesen, die Zeichen der Zeit zu erkennen (sieh dazu mein Post „Neue Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie: Perspektive Digitalisierung aus dem Februar 2017). Nun, spätestens 2018 ist das Jahr, in dem in Deutschland Nachhaltigkeit und Digitalisierung zusammen „gedacht“ wird: Auf der „Bits & Bäume“-Konferenz am 17./18. November treffen die Themen in Berlin aufeinander – ein großartiges Ereignis! Und ich hoffe, mit einem Workshop zu Unternehmensverantwortung dabei sein zu dürfen....   Weiterlesen >

Design Thinking mit Nachhaltigkeit: So geht´s!

„Werte und Wandel“: „Saskia Dörr, Sie sind Nachhaltigkeitsmanagerin. Was hat Design Thinking damit zu tun?“

Ich:„ Nicht nur bei Umgang von Wirtschaft und Gesellschaft mit der Digitalisierung stellen sich „boshafte Probleme“ – erst recht beim Lösen der globalen Probleme, wie Energieversorgung, Klimagerechtigkeit, fairer Zugang zu Bildung, Lebensmittelversorgung oder Artenvielfalt etc. Beim Finden von Wegen für nachhaltige Lösungen, die den Menschen dienen, kann Design Thinking helfen. Das ist für unsere Zukunft von großer Bedeutung.“  Das ganze Interview „Design Thinking – auf den Punkt!“ auf Werte und Wandel  (Danke, liebe Elita Wiegand!).

Die Innovationsmethode des „Silicon Valley“, die der SAP-Gründer Hasso Plattner nach Deutschland brachte, ist bestens geeignet, um auch nachhaltige, faire und grüne Lösungen zu entwickeln. Das liegt daran, dass sich mit Design Thinking „wicked problems“ (übersetzt als „boshafte Probleme“) angehen lassen. D.h. Probleme, die bisher gar nicht genau definiert oder beschrieben werden können und unklare Lösungswege haben. In der Disziplin der Logik, ist Design Thinking eine Anwendung der„Abduktion“ –  das ist ein hypothetischer Schluss vom Einzelnen und einer Regel auf eine Regelmäßigkeit (mehr dazu im Vortrag „Innovationsmethode Design Thinking“ von Prof. Oliver Kretzschmar). Dieses Vorgehen unterscheidet Design Thinking von anderen Innovationsmethoden.

Wir alle wissen, dass wir anders wirtschaften und konsumieren müssen, um die Ressourcen des Planeten zu schützen und nicht weiter zu übernutzen. Viele Unternehmen haben es sich zur Aufgabe gemacht Produkte und Services umweltfreundlicher, ressourcenschonender und fairer  anzubieten und lassen sich z.B. von Zero Waste, SoLaWi oder Fairem Handel inspirieren. Denn: auch Konsumenten achten inzwischen auf Nachhaltigkeit.

Um in Sachen Innovation die Nase vorn zu behalten, nutzen nachhaltigkeitsorientierte Unternehmen, Umweltmanager, „Ecopreneure“ und Green Startups daher Design Thinking. Aber wie kommt die Nachhaltigkeit in das Design Thinking? Wie gestaltet sich ein Design-Thinking-Prozess für Nachhaltigkeitsinnovation?

Leider reicht es nicht aus, einfach mit einem Design-Thinking-Workshop loszulegen. Es müssen ein paar Voraussetzungen gegeben sein, um mit Design Thinking nachhaltige Services und Produkte zu gestalten. Dazu zählen beispielsweise:

  • Die Teammitglieder, denen Nachhaltigkeit besonders am Herzen liegt
  • Der Moderator, der für Nachhaltigkeit steht, und sie in den Workshop „einwebt“
  • Der nachhaltige Unternehmenskontext

Im Folgenden möchte ich diese Punkte genauer beleuchten.

Teammitglieder

Design Thinking lebt von der Heterogenität der Teammitglieder und ihrer Bereitschaft, ihre unterschiedlichen Ideen zu teilen. Es geht  nicht darum, für das Nachhaltigkeits-Design-Thinking „Ökos“ zu versammeln. Aber die Teammitglieder sollten Erfahrungen mit der Nutzung nachhaltiger Produkte haben und auch den Wunsch haben, sich für Nachhaltigkeit einzubringen. Je nach Challenge ist es wichtig ExpertInnen für Nachhaltigkeit, Energieeffizienz etc. dabei zu haben. Wichtig ist daher auch das entsprechende Briefing des Teams: „Dare to be wild for sustainability!“ – Traue Dich wild für Nachhaltigkeit zu sein! Damit geht es schon mal in die richtige Richtung.

Design-Thinking-Moderator mit Nachhaltigkeitskompetenz

Impulse für Nachhaltigkeit können an verschiedenen Stellen im Design Thinking eingebracht werden.  Sei es beim WarmUp, bei der Gestaltung der Persona, im Brainstorming oder beim Nutzer-Feedback. Der Moderator und Coach sollte diese Nachhaltigkeitsimpulse bereits in der Vorbereitung des Workshops und die Arbeitsunterlagen integrieren, damit sie einen festen Bestandteil im Workshop haben. Dafür muss der Moderator entsprechende Kompetenz in Sachen Nachhaltigkeit haben und das Thema auch sicher einflechten können. Das erleichtert die Akzeptanz im Team und ermöglicht einen erfolgreichen Verlauf.

Ich habe für WiseWay ein „Sustainability Design Lab“ –  ein Design Thinking für Nachhaltigkeit – entwickelt. Dabei webe ich an verschiedenen Stellen Nachhaltigkeitsaspekte ein. Beispielsweise lasse ich die Persona nach Aspekten eines nachhaltigen Lebensstils entwickeln, bringe zukunftsorientierte Lebensstile ein und gestalte das Brainstorming so, dass Assoziationen zu gesellschaftlichen Herausforderungen geweckt werden. In der Umsetzung nutze ich ein Business Model Canvas, das neben wirtschaflichen auch soziale und ökologische Perspektiven einnimmt.

Nachhaltiger Unternehmenskontext

Ein Design-Thinking-Workshop ist keine „Stand alone“-Maßnahme – es sei denn es handelt sich um einen „Schnupper-Workshop“ oder ein Training. Für alle Beteiligten ist es daher unabdingbar zu verstehen, auf welches Unternehmensziel das Design Thinking abzielt und welche Ressourcen zur Verfügung stehen, um das Produkt oder die Lösung zu entwickeln. Für Nachhaltigkeitsinnovationen ist es wichtig, den Design-Thinking-Prozess in die Nachhaltigkeitsprinzipien und -werte des Unternehmens einzubetten. Nicht zu unterschätzen ist dabei auch die ganz unmittelbare Wirkung des Workshop-Raums, der einen Bezug zur Natur widerspiegeln und inspirieren kann.

So kann Design Thinking auch angewendet werden, um die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens durch mehr Engagement der Beschäftigten Realität werden zu lassen. Es entsteht eine Win-Win-Situation, denn Mitarbeitende wünschen sich, ihre Nachhaltigkeitsorientierung in höherem Maß als bislang möglich am Arbeitsplatz einzubringen  (Informationen zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen dazu finden sich hier).

Aktuell hat ein Wissenschaftlerteam  (u.a. mit TU Berlin und der Alanus Hochschule aus dem Rhein-Sieg-Kreis) eine Methode zur Entwicklung von Nachhaltigkeitsinnovationen durch Mitarbeiter mittels Design Thinking vorgestellt. Viele der Erkenntnisse decken sich mit meinen Erfahrungen aus der Praxis. Gerade auch wegen ihrer Umsetzungsorientierung bringt diese wissenschaftliche Arbeit einen echten Mehrwert für Organisationen und Unternehmen. So werden beispielsweise umfangreichen Templates für die Durchführung von Workshops zur Verfügung gestellt. Weitere Information zu Design Thinking für Nachhaltigkeit finden sich auf dieser Website.  Selbst erfahren kann man die Methode in Workshops, die 2018 angeboten werden – bei Interesse hier entlang.

Mein Fazit: Design Thinking kann der Nachhaltigkeit und den Innovationen für nachhaltige Produkte und Services nutzen. Ich würde mich freuen, wenn wir sehr viel mehr davon sehen würden und stehe gerne zur Verfügung!

Quellen

Hasso-Plattner-Institut (2018): Design Thinking. https://hpi.de/

Kretzschmar, O. (2015): Innovationsmethode Design Thinking. Hochschule der Medien Stuttgart.

Schrader, U. & Harrach, C. (2014): Nachhaltig leben und arbeiten.  TU Berlin. http://nachhaltig-leben-und-arbeiten.de

Schrader, U. et al. (2018): Design Thinking für Nachhaltigkeit. http://www.nachhaltigkeitsinnovation.de/

Werte und Wandel (2018): Design Thinking – auf den Punkt!  Ein Interview mit Dr. Saskia Dörr.

https://werteundwandel.de/inhalte/design-thinking-auf-den-punkt/

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2030 hat schon begonnen! #bootcamp4.0 #digitaletransformation

Deutschland 2030, vielleicht: Einkaufen ist passé (habe ich eh nie gerne gemacht),  das kriege ich jetzt in Bio-Qualität ans Haus geliefert, wann immer ich möchte. Meine Job-KI besorgt mir neueste Informationen zu meinen Expertenthemen, bewertet sie und stellt sie mir mit Kommentierung in einem Video zusammen. Ich steuere meine digitale Erreichbarkeit und Gesprächsbedarfe mit einfachen Befehlen – je nachdem für wen ich gerade auf Empfang sein will…

In den letzten Tagen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung den ZukunftsMonitor zum Einfluss von Digitalisierung auf Denken und Arbeiten heraus gegeben (beruhend auf 1.000 persönlichen Interviews). Ein gemischtes Bild besteht da: 42% der Deutschen erwarten negative, 33% positive Veränderungen.

Nur eines muss ganz klar sein: Die Zukunft beginnt bereits heute – und zwar in unseren Köpfen. Und das passiert nicht von alleine: Daher möchte das BMBF nun mit Ihnen und Euch über Zukunft diskutieren. 90% (!) der Deutschen sagen gemäß oben genannnter Studie: fortwährende Weiterbildung und ständige Aneignung neuer Fähigkeiten seien unerlässlich für den Job – im Jahr 2030!

Ich denke, die Zeitschiene passt nicht. Das ist nicht 2030 so, sondern heute bereits. Mitarbeiter mit digitalen Kompetenzen werden heute schon von Arbeitgebern gesucht: Das betrifft Tech-Skills, aber auch die Arbeitsfähigkeit in einer „fluiden“ Arbeitsumgebung und nicht zuletzt die Fähigkeit die eigene „digitale Kompetenz“ immer weiter auszubauen.

Ich empfehle daher, nicht bis 2030 zu warten, sondern sich jetzt (einfach mal) in die digitale Welt „reinzuwerfen“: Twittert oder schreibt einen Post und schaut, was passiert (meist nichts oder jemand, den ihr lange oder noch nie gesehen habt, reagiert – vielleicht ein interessanter neuer Kontakt? :-)). Oder schaut Euch an, was kluge Menschen über die digitale Zukunft sagen (wie zum Beispiel der unterhaltsame Richard David Precht im YouTube-Video über unsere Gesellschaft).

Allen in oder um Köln und Bonn, die meiner Empfehlung folgen wollen, lege ich das

„Boot Camp 4.0 für Digitale Zukunft“

ans Herz. Von mir für Euch. Für jeden und jede, der/die sich mit dem digitalen Wandel persönlich und individuell auseinandersetzen möchte. Es wird eine Betrachtung von technologischen und gesellschaftlichen Trends geben, eine Selbstverortung , ein Zukunftszenario – und natürlich Reflexion und Austausch dazu.

Herzliche Einladung am 1. April 2017 in das BonnLAB. Weitere Informationen auf Eventbrite https://bootcampviernull.eventbrite.com (Early-Bird-Rabatt i.H.v. 15% bis 16.3.12 Uhr)

Zeitmaschine ins Jahr 2030 selbstverständlich vorhanden! ;-)...   Weiterlesen >

Kann #Digitalisierung die #SDG Zielerreichung unterstützen?

Es gibt noch viel zu tun, um die Welt nachhaltig zu entwickeln. Die 17 „Sustainable Development Goals“ (SDG), wie z.B. Beenden von Hungersnöten, mit ihren mehreren Dutzend Unterzielen sollen bis 2030 erreicht werden. Und erst kleine Teile davon sind geschafft.

Dabei wird unser aller Alltag derzeit vor allem von der rasanten Beschleunigung der Digitaltechnologie bestimmt, die unsere Gesellschaft höchst dynamisch verändert. Da liegt die Frage nahe: Kann Digitaltechnologie bei der Erreichung der SDG helfen?  Für mich als Nachhaltigkeitsmanagerin und seit fast 20 Jahren in der Internet-  und Telekommunikationsindustrietätig, wäre es eine faszinierende Vorstellung, dass Digitalisierung die nachhaltige Entwicklung unterstützen kann.

Gesi – die „Global e-Sustainability Initiative“ – ist dieser Frage nachgegangen und kommt (nicht wirklich verwunderlich) zur deutlichen Aussage: Ja, sehr sogar!

Und so soll Digitaltechnologie wirken:

  • Durch De-Materialisierung kann die CO2-Emissions um 20% gegenüber dem „Business as usual“-Szenario reduziert werden und damit helfen, den Klimawandel zu bekämpfen (SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“)
  • 1,6 Mrd. Menschen können von e-Healthcare profitieren (SDG Ziel 3 „Gesundheit und Wohlergehen“)
  • 30 Mio. Verletzungen und 720 Tausend Opfern durch Straßenunfälle wird durch „Car2X“-Technologie vorgebeugt. Sie erlaubt es, dass Autos mit ihrem Umfeld kommunizieren (SDG Ziel 3 „Gesundheit und Wohlergehen“)
  • +900 kg mehr Ertrag pro Hektar durch “Smart Agriculture (SDG Ziel 2 „Kein Hunger“)
  • Durch Breitbandausbau in Schwellenländern kann das Bruttoinlandsprodukt um 12% gesteigert (SDG Ziel 8 „Menschenwürde, Arbeit und Wirtschaftswachstum“)
  • 9 Billionen US Dollar Umsätze und Kosteneinsparungen werden weltweit unterstützt (SDG Ziel 8 s.o.)
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    Ü60 in D: Digitale Exklusion und brachliegendes Kundenpotenzial

    59% aller Übersechzigjährigen (Ü60) in Deutschland sagen „Eigentlich bin ich mit dem Medium Internet überfordert.“, das sind über 13 Millionen Menschen. Von denen, die bislang nicht online sind, sind es sogar 87%, die sich überfordert fühlen. In Deutschland leben aktuell 22,5 Millionen Ü60 (Stichtag 31.12.2015, Quelle statista ,  27,4% der gesamten Bevölkerung). Eine beachtliche Menge, die sich in die „digitale Gesellschaft“ in Deutschland nicht eingeschlossen fühlt – zumal sie wirtschaftlich im Durchschnitt gut ausgestattet ist.

    Das sind Ergebnisse der „Ü60-Studie – Die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen in Deutschland„, die das „Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet“ (DIVSI) etwa zeitgleich mit der „D21 Digital Indix 2016“ für Deutschland vorlegt.

    Die Studie kommt zu der positiven Erkenntnis, dass viele Übersechzigjährige die Bedeutung der „digitalen Gesellschaft“ allgemein und für sich persönlich erkannt hat. Auch dies ein Indikator dafür, dass das Internet in Deutschland „in der Mitte der Gesellschaft“ angekommen ist. Immerhin drei Millionen unter ihnen sind „souveräne Intensivnutzer“. Besonders interessant ist, dass bei 38% der Ü60 ein hohes weiteres Teilhabepotenzial an der digitalen Gesellschaft besteht.

    Eigene Darstellung auf Basis DIVSI (2016): Ü60-Studie – Die digitalen Lebenswelten der über 60-Jährigen in Deutschland, S. 77. https://www.divsi.de/wp-content/uploads/2016/10/DIVSI-UE60-Studie.pdf (letzter Zugriff am 4.12.2016)

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